Andernach gehört zu den ältesten Städten Deutschlands – und mittendrin, nur wenige Schritte vom Rhein entfernt, verbirgt sich mit dem PURS eines der exklusivsten Boutiquehotels des Landes. Das in historischen Mauern beheimatete Haus gehört als Mitglied der renommierten Hotelvereinigung Relais & Châteaux zu den international ausgezeichneten Adressen für außergewöhnliche Gastfreundschaft und Kulinarik. Im Juni habe ich mich auf den Weg in die rheinland-pfälzische Stadt gemacht und erlebt, wie hier Geschichte, zeitloses Design und Spitzengastronomie zu einer stimmigen Einheit verschmelzen.
Historische Hülle, zeitloser Geist

Zwei sorgfältig restaurierte Barockhäuser aus dem 17. Jahrhundert bilden das Zuhause des PURS – und schon beim Betreten des Hotels wird spürbar, dass hier mit großem Respekt vor der Geschichte gearbeitet wurde. Die historische Architektur wurde nicht übertüncht, sondern behutsam in Szene gesetzt. Verantwortlich für das außergewöhnliche Interieur zeichnet der renommierte belgische Designer Axel Vervoordt, dessen Handschrift unverkennbar ist: warme Erdtöne, natürliche Materialien wie Leinen, Holz und Stein, antike Einzelstücke und eine Stille, die sich sofort auf den Gast überträgt. Fernöstlich inspirierte Gelassenheit trifft auf europäische Eleganz – das PURS ist ein Ort, der zur Entschleunigung einlädt, ohne dabei auf Komfort zu verzichten.
Ankunft mit Stil


An einem heißen Mittwoch – die Temperaturen kletterten weit über 30 Grad – empfing mich das Team mit einer wohltuenden Geste: ein kühles Getränk und feines Fingerfood im Salon, bevor der Check-in unkompliziert und herzlich abgewickelt wurde. Das Gepäck verschwand in der Zwischenzeit ganz diskret auf dem Zimmer, während der erste Eindruck bereits alles versprach, was dieses Hideaway ausmacht: Aufmerksamkeit ohne Aufdringlichkeit, Professionalität mit persönlicher Wärme.
Die Signature Suite – eine Residenz für sich

Ich bezog die Signature Suite in der Alten Kanzlei, ein 67 Quadratmeter individuell gestalteter Rückzugsort mit separatem Wohn- und Schlafbereich. Historischer Deckenstuck, authentische Holzböden und liebevoll ausgewählte Antiquitäten erzählen von der Vergangenheit des Hauses, während moderne Akzente für ein frisches, zeitgemäßes Wohngefühl sorgen. Großzügig gestaltet präsentiert sich das Badezimmer in edlen weißen Marmortönen – ausgestattet mit einer freistehenden Badewanne und einer großzügigen Regendusche.


Bereits bei meiner Ankunft empfing mich die Suite angenehm temperiert – eine wohltuende Aufmerksamkeit, die insbesondere an warmen Tagen sofort für ein Gefühl des Ankommens sorgt. Das Herzstück der Suite jedoch ist die großzügige, möblierte Terrasse mit Blick auf den Andernacher Mariendom – ein Panorama, das besonders in den Abendstunden seinen ganz eigenen Zauber entfaltet. Auf dem Zimmer wartete eine persönliche Willkommenskarte, dazu frische Erdbeeren und selbst gebackenes Gebäck. Abends wurde das Zimmer zur Nacht vorbereitet, frischer Tee stand bereit – und beim Abschied begleitete mich ein aromatischer Wellnesstee als kleine Erinnerung für zu Hause. Es sind diese Details, die den Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Aufenthalt ausmachen.
Kulinarik auf höchstem Niveau – Restaurant PURS und PURS Bar
Den Abend eröffnete ich mit einem Aperitif an der stilvollen PURS Bar – Hintergrundmusik, entspannte Atmosphäre, erste kreative Snacks aus der Küche von Küchenchef Peter Fridén und ein ungezwungenes Gespräch mit dem aufmerksamen Personal. Ein gelungener Auftakt für das, was folgen sollte.


Im Restaurant PURS erlebte ich ein Menü, das japanische Präzision mit europäischer Produktkultur auf beeindruckende Weise verbindet. Ikejime-Goldforelle mit Molke, Kohlrabi und Yuzu eröffnete den Reigen, gefolgt von norwegischer Langustine mit grünem Spargel, Garum und Shoyu Tamago. Blumenkohl-Chawanmushi mit Königskrabbe und Schinkenfond, weißer Heilbutt mit Shiro-Miso, Walnussöl und fermentiertem Spargel sowie ein gegrillter Rehrücken mit Blaubeere und Blutwurst zeigten die Bandbreite und Tiefe dieser Küche. Den Abschluss bildeten ein Pré-Dessert sowie ein Rhabarber-Dessert mit Pinienkernen, Oxalis und Amazake.
Das Menü wurde teils von einer kenntnisreich zusammengestellten Weinbegleitung, teils von eigens kreierten alkoholfreien Kompositionen begleitet – eine Bereicherung, die das Erlebnis zusätzlich abrundete. Der Blick in die offene Küche und die Geste, dass der Chefkoch einzelne Gänge persönlich servierte und erläuterte, verliehen dem Abend eine ganz besondere Note.
Nach dem Menü bot mir das aufmerksame Serviceteam spontan an, die feinen Petit Fours im wunderschönen Innenhof zu genießen – bei einem Espresso Martini unter dem Abendhimmel. Ein Moment, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Frühstück à la carte – der genussvolle Morgen
Das Frühstück im PURS folgt keinem klassischen Buffetprinzip, sondern setzt auf individuellen Service: Frisch zubereitete Spezialitäten werden nach den persönlichen Wünschen der Gäste am Tisch serviert.
Eggs Benedict, hausgemachtes Bircher Müsli, feine Käse- und Wurstauswahl, geräucherter Lachs, frische Obstkompositionen – die Qualität der Produkte war ebenso überzeugend wie die Ruhe, in der dieser Morgen zelebriert wurde. Ein stilvoller Start in den Tag, der den Boutiquecharakter des Hauses eindrucksvoll unterstreicht.


Fazit
Das PURS in Andernach ist kein Hotel, das man einfach bucht – es ist ein Erlebnis, das man sich gönnt. Historische Substanz, das unverwechselbare Design von Axel Vervoordt, eine Gastronomie auf höchstem Niveau und ein Serviceteam, das den Gast stets im Blick hat, ohne je aufdringlich zu wirken: Hier stimmt das Gesamtpaket in einer Vollständigkeit, die selten ist.
Hinter diesem außergewöhnlichen Haus steht die Andernacher Unternehmerfamilie Doetsch, die mit großer Leidenschaft und einer langfristigen Vision etwas geschaffen hat, das in der deutschen Hotellandschaft seinesgleichen sucht. Unter der Dachmarke „PURS Fine Hotels & Restaurants“ vereint die Familie heute zwei Boutiquehotels, mehrere Restaurants und exklusive Eventlocations – ein Lebenswerk, das Respekt verdient und das man in jedem Detail des Hauses spürt. Das PURS gehört zweifellos zu den bemerkenswertesten Adressen, die der Varta-Führer in Deutschland kennt – und zu jenen Häusern, die man nicht so schnell vergisst.
Bildquellen
- PURS_libary: PURS Andernach
- PURS White Lobby: © PURS Andernach
- Welcomedrink_Salon: © VARTA
- Signatur Suite SSAK_purs-2: © PURS Andernach
- Signatur Suite SSAK_purs: © PURS Andernach
- Welcome_Room: © VARTA
- Purs-Bar: © Purs Andernach
- Apero PURS Bar: © VARTA
- Brotauswahl: © VARTA
- Goldforelle: © VARTA
- Norwegische Langustine: © VARTA
- Weißer Heilbutt: © VARTA
- Rehrücken: © VARTA
- Rhabarber Dessert: © VARTA
- Purs-Innenhof-1: © PURS Andernach
- Espresso Martini: © VARTA
- PURS_Restaurant –: © PURS Andernach
- Frühstück: © VARTA
- Purs-Innenhof: © PURS Andernach





