Frankfurt ist nicht nur Bankenmetropole und Skyline-Stadt, sondern hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Zwischen Apfelweinlokalen, traditionellen Wirtshäusern und modernen Restaurants haben sich über die Jahrhunderte zahlreiche regionale Klassiker erhalten. Fünf davon sollte man bei einem Besuch am Main unbedingt probieren – von der kräuterfrischen Grünen Soße bis zum süßen Bethmännchen.

1. Frankfurter Grüne Soße – sieben Kräuter, eine Tradition

Frankfurter Grüne Soße

Sie ist wohl der bekannteste kulinarische Klassiker Frankfurts: die Grüne Soße, von den Einheimischen liebevoll „Grie Soß“ genannt. Ihre Grundlage bilden sieben Kräuter – Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. Fein gehackt und mit einer cremigen Basis angerührt, wird die Soße traditionell kalt serviert.

Besonders klassisch kommt sie mit gekochten Eiern und Salzkartoffeln auf den Teller. Ihren besonderen Charakter erhält sie durch das Zusammenspiel der frischen, würzigen und leicht säuerlichen Kräuter. Die enge Verbindung zur Stadt ist sogar rechtlich geschützt: Seit 2016 trägt die Frankfurter Grüne Soße die europäische Kennzeichnung „geschützte geografische Angabe“ (g.g.A.). Die Kräuter für das Original müssen aus Frankfurt am Main beziehungsweise der näheren Umgebung stammen.

2. Frankfurter Würstchen – dünn, knackig und mit Tradition

Frankfurter Würstchen auf einem Schneidebrett aus Holz mit Rosmarinzweig und einem Schälchen mit Ketschup

Ein Paar Frankfurter Würstchen gehört zu den unkompliziertesten Genüssen der Mainmetropole. Die schlanken Brühwürste aus Schweinefleisch werden traditionell leicht geräuchert und lediglich in heißem Wasser erwärmt. Dazu passen Senf, Meerrettich und Brot – mehr braucht es für einen echten Klassiker kaum.

Ihre Geschichte reicht weit zurück. Bereits historische Quellen berichten von Frankfurter Würsten, die im Umfeld der kaiserlichen Krönungsfeierlichkeiten eine Rolle spielten. Auch die Bezeichnung ist geschützt: Als „Frankfurter Würstchen“ dürfen nur Würstchen bezeichnet werden, die nach den entsprechenden Vorgaben in der Frankfurter Region hergestellt werden. Traditionell werden sie paarweise serviert – warum das so ist, darüber darf bis heute spekuliert werden.

3. Handkäse mit Musik – Hessens herzhafter Klassiker

Handkäs mit Musik auf einem Holzbrett mit Schmalzbrett

Klein, rund und aromatisch: Handkäse mit Musik ist ein echtes Kind der hessischen Küche. Der Sauermilchkäse wird traditionell mit einer Marinade aus Essig, Öl und Gewürzen angerichtet. Dazu kommen reichlich fein geschnittene Zwiebeln – sie liefern die namensgebende „Musik“.

Was zunächst schlicht klingt, überzeugt gerade durch seine Einfachheit. Typischerweise wird der Handkäse mit Brot und Butter serviert und passt hervorragend zu einem Glas Apfelwein. Der Käse selbst ist mild bis würzig und ausgesprochen fettarm. Seine Wurzeln liegen im südhessischen Raum; längst ist er jedoch fester Bestandteil der Frankfurter Wirtshauskultur.

4. Rippchen mit Kraut – herzhaft und typisch hessisch

Schweinerippchen auf Sauerkraut in einem Kupferpfännchen

Deftiger wird es bei den Frankfurter Rippchen. Das gepökelte Schweinefleisch wird gegart und traditionell warm serviert. Besonders gerne landet es gemeinsam mit Sauerkraut und Kartoffelbrei auf dem Teller – eine Kombination, die gerade in den traditionellen Apfelweinwirtschaften zum festen Repertoire gehört.

Das Gericht steht beispielhaft für die bodenständige Seite der Frankfurter Küche. Herzhaftes Fleisch, säuerliches Kraut und cremiger Kartoffelbrei ergeben ein unkompliziertes, aber charaktervolles Zusammenspiel. Wer die regionale Küche kennenlernen möchte, kommt an diesem Klassiker kaum vorbei.

5. Bethmännchen – süße Grüße aus Frankfurt

Nahaufnahme von einer Hand, die Bethmännchen formt auf einem Holztisch mit Backblech und einer Schale Mandeln

Zum Abschluss darf es etwas Süßes sein: Bethmännchen gehören zu den bekanntesten Frankfurter Spezialitäten und sind besonders in der Weihnachtszeit präsent. Die kleinen Marzipangebäcke werden mit Mandelhälften verziert und im Ofen leicht gebacken, sodass sie außen eine feine Kruste und innen ihre charakteristisch weiche Konsistenz erhalten.

Der Name geht auf die Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann zurück. Einer Überlieferung zufolge standen die ursprünglich vier Mandelhälften für die vier Söhne von Simon Moritz von Bethmann. Nach dem Tod eines Sohnes wurde aus dem Gebäck mit vier Mandeln eines mit dreien – so werden die Bethmännchen bis heute gebacken. Ob zum Kaffee, als süße Kleinigkeit zwischendurch oder als Mitbringsel: Die kleinen Marzipankugeln gehören zum süßen kulinarischen Erbe der Mainstadt.

Frankfurt schmecken

Frankfurts Küche ist bodenständig, unkompliziert und eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Ob Grüne Soße, Würstchen, Handkäse oder Rippchen – viele Klassiker gehören bis heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Und wer nach diesen fünf Spezialitäten noch nicht genug hat, sollte unbedingt auch den Frankfurter Apfelwein und den berühmten Frankfurter Kranz kennenlernen.

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