Spezialitäten aus Rheinhessen

Rheinhessen ist eine Region des Weines – Weinreben und Weinberge beherrschen das Land, im Herbst bestimmen Weinlese und Weinfeste das Leben vieler Menschen. Da liegt es nahe, dass auch die rheinhessische Küche vom Wein lebt – zahlreiche Rezepte beinhalten Wein als Zutat, und durch die schwere Arbeit im Weinberg ist die rheinhessische Küche traditionell deftig und herzhaft. Verwendet wird neben Wein all das, was die Region hergibt, vor allem Kartoffeln, Fleisch, Spargel, Käse und Wurst. Ein kulinarischer Streifzug durch die Küche Rheinhessens.

Weck, Worscht un Woi: Grundlagen der rheinhessischen Küche

Einfach und deftig, so könnte man die Grundzüge der rheinhessischen Küche beschreiben, die auch heute noch zahlreiche einfache Imbissgerichte zuzubereiten weiß, die seit jeher bei der schweren Arbeit im Weinberg als Zwischenmahlzeit dienten. „Weck, Worscht un Woi“, ein Imbiss aus Brötchen mit Fleischwurstscheiben und regionalem Weißwein, hat inzwischen überregionale Bekanntheit erlangt, da der Klassiker wegen seiner Einfachheit und guten Transportfähigkeit auch als Imbiss in der Fasnachtszeit dient. Gereicht wird diese Mahlzeit auch bei Dorffesten oder der Kirchweih. Ebenso beliebt als Imbiss ist der Wingertsknorzen, ein besonderes Brötchen aus Roggenmehl, das nach dem knorrigen Aussehen benannt ist, das an eine Weinrebe erinnert. Sie werden mit Kümmel und Salz bestreut und oft auch mit Speck und Zwiebeln zubereitet.

Über Spundekäs und Backesgrumbeere

Zwiebelkuchen mit Federweißer

Zwiebelkuchen mit Federweißer © Axel Bueckert – fotolia.com

Beliebt besonders zur Weinprobe ist in Rheinhessen der Spundekäs, eine Frischkäsezubereitung mit Paprika, Zwiebeln und Gewürzen, die traditionell mit Laugengebäck oder als Brotaufstrich gegessen wird. Früher wurde er wie der Spund eines Weinfasses geformt, daher der Name. Überregional bekannt ist eine weitere Käsespezialität der Region, der „Handkäs mit Musik“, bei dem es sich um einen Harzer Käse handelt, der in einer Marinade aus Essig, Öl und Zwiebeln eingelegt ist (daher der Name „mit Musik“). Deftig geht es auch beim „Backesgrumbeere“ zu, einem traditionellen rheinhessischen Auflaufgericht mit Kartoffeln, Schweinefleisch und Wein – dabei werden Kartoffeln mit Fleisch und Zwiebeln abwechselnd geschichtet und anschließend mit einem Mischung aus Milch und Wein übergossen. Zur Weinfestzeit besonders beliebt ist der Zwiebelkuchen, den man traditionell mit einem Glas Federweißer genießt, einem jungen, noch nicht ganz durchgegorenen Wein mit angenehmem Kohlensäuregehalt.

Kräppel und Quetschekuche: Süßes aus Rheinhessen

In Rheinhessen geht es nicht nur deftig zu, auch Schleckermäuler und Naschkatzen kommen hier auf ihre Kosten. Früher als Reste-Essen bekannt,
Zwetschgenkuchen

Zwetschgenkuchen © TwilightArtPictures – fotolia.com

sind die „Kadeuser Klööß“ denkbar einfach in der Zubereitung: Semmeln werden in einer Milch-Eier-Mischung eingeweicht, in heißem Fett gebraten und mit Zimtzucker, Apfelmus oder Kompott serviert. Ein traditionelles Fasnachtsgebäck sind die „Kräppel“, in anderen Regionen Deutschlands auch als Berliner oder Krapfen bekannt. Beliebt ist in Rheinhessen auch der „Quetschekuche“, der Zwetschgenkuchen, der oft auch mit Kartoffelsuppe zu Mittag gegessen wird.
2018-01-23T13:46:00+00:00
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