Die Hohe Mark RadRoute: Burgen, Schlösser und ganz viel Natur

Die rund 280 km lange Hohe Mark RadRoute ist einer der schönsten Radwege in Nordrhein-Westfalen und führt als Rundkurs zu den Naturparadiesen in allen Landschaftsräumen des Naturpark Hohe Mark.

Highlights und Etappen auf der Hohe Mark RadRoute

Westruper Heide - Hohe Mark RadRoute

Westruper Heide © Thilo Sengupta – stock.adobe.com

Direkt an der Schnittstelle zwischen Münsterland, Niederrhein und der nördlichen Metropole Ruhr liegt der Naturpark Hohe Mark, ein kleines, eiszeitliches Hügelland aus Sandstein. Dieser bewaldete Höhenzug bildet eines der größten zusammenhängende Waldgebiete nördlich der Metropole Ruhr und bietet abwechslungsreiche Naturlandschaften, die mit der neuen Hohe Mark RadRoute erschlossen werden. Der Rundkurs führt vorbei an idyllischen Auen, Feuchtwiesen und farbenfrohen Heideflächen, durch dicht bewachsene Wälder und an weitläufigen Seen und Flüssen entlang – bestens ausgeschildert. Auf dem Radweg trifft man Rehe im Dülmener Wildpark, Wasserbüffel im Hervester Bruch, Esel und Konikpferde in den Olfener Steverauen und zahlreiche Wasservögel. Zum Entdecken laden auch die zahlreichen Ausflugsziele am Wegesrand wie alte Bauernhöfe, herrschaftliche Schlossanlagen und natürliche Kleinode ein. Die Hohe Mark RadRoute ist in 10 Etappen eingeteilt, der Einstieg ist überall möglich.

Tipp: Die sogenannten Hörerlebnisse machen den Radweg zu einem besonderen Erlebnis, denn sie erzählen anhand einer App auf dem Smartphone von Dingen, die einem beim Vorbeiradeln entgehen würden. Fossilien im Pröbstinger Busch, die sagenumwobene Geschichte der Teufelssteine, die Geheimnisse des Hervester Bruchs und vieles mehr bekommt man bei den Hörerlebnissen auf die Ohren.

1. Etappe: Borken – Velen (30 km): Erstes Highlight der ersten Etappe ist die Wasserburg Gemen, die in den früheren Sumpfgebieten der Bocholter Aa steht – fast 900 Jahre wurde an ihr gebaut, heute steht sie in einer ausgedehnten Parklandschaft. Weiter geht es auf der Sternbusch-Allee vom Norden der Burg bis in den angrenzenden Sternbusch-Wald. In Weseke warten der Apothekergarten und der Geologische Garten auf interessierte Besucher. Am Etappenziel Velen kann man den Historischen Tiergarten besuchen.

Naturschutzgebiet Fürstenkuhle

Naturschutzgebiet Fürstenkuhle

2. Etappe: Velen – Reken (27 km): Die zweite Etappe ist geprägt von Moorlandschaften: Das Kuhlenvenn liegt in der Quellregion des Heubachs – einst das größte Moorgebiet in Westfalen. Heute besteht das Kuhlenvenn nicht mehr aus Torf, sondern aus Grünland, Feuchtwiesen mit Blänken und einem See, der zum Verweilen einlädt. Ein Abstecher vor dem Etappenziel lohnt sich zur Fürstenkuhle. Torfmoosflächen, Moorgewässer, feuchter Moorbirken-Bruchwald prägen diesen schönen Rückzugsort.

3. Etappe: Reken – Dülmen (22 km): Die Heubachwiesen in Reken sind der Geheimtipp auf dieser Etappe. Eine blühende Pflanzenwelt, vielstimmiges Vogelgezwitscher und eine herrliche Landschaft kann man hier bestaunen, bevor es weitergeht zur Wildpferdebahn Dülmen. Die Dülmener Wildpferde leben seit Mitte des 19. Jahrunderts unter der Obhut der Herzöge von Croÿ, die sich um den Fortbestand der Rasse und den Erhalt ihres Lebensraumes kümmern. Die Wildpferdebahn in Dülmen gehört zu den sehenswertesten Ausflugszielen im Münsterland: Das einzige Wildpferdegestüt des europäischen Kontinents hält ca. 400 Tiere. Der Dülmener Wildpark kurz vor dem Etappenziel zählt zu den schönsten Anlagen im Münsterland. Kleine Hügel, Baumgruppen, Teiche, Wiesen und einzelne Bäume, die in ihrer Form an englische Parks erinnern, kann man hier erleben.

Halterner See - Hohe Mark RadRoute

Halterner See © Harald – stock.adobe.com

4. Etappe: Dülmen – Olfen (29 km): Typisch westfälisch ist die Burganlage Schloss Sythen, das erste Highlight auf der vierten Etappe. Der Halterner Stausee ist ein Ausflugsziel für jedermann und zu jeder Jahreszeit eine Attraktion – mit wunderschönen Seeblicke, tollen Rastplätzen und jeder Menge Entertainment. Weiter geht es zum stillen Hullerner Stausee: Von den beschaulichen Aussichtsplätzen kann man Kormorane, Haubentaucher, Gänse und andere Wasservögel beobachten. Heckrinder und Konikpferde, Poitou- und Katalanische Riesenesel bevölkern die Steveraue in Olfen – ein einmaliges Naturerlebenis am Etappenziel.

5. Etappe: Olfen – Haltern am See (25 km): Ein toller Ausflugtipp mit einer einzigartigen Wasserstraßenlandschaft ist das Dattelner Meer. Hier vereinen sich der Dortmund-Ems-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal, der Wesel-Datteln-Kanal und der Datteln-Hamm-Kanal – perfekt zum Schiffegucken. Ebenfalls sehenswert: die Dattelner Schleuse aus dem Jahr 1928. Auf der Lippefähre Maifisch in Flaesheim kann man selbst Fährmann spielen und sich und sein Fahrrad über die Lippe schippern. Eine märchenhafte Landschaft durchradelt man mit der Westruper Heide: Bizarre Wacholderbüsche, Besen- und Glockenheide findet man hier. Weiter geht es zum Etappenziel, der Südteil des Halterner Stausees.

Hervester Bruch

Hervester Bruch © ulikloes – stock.adobe.com

6. Etappe: Haltern am See – Dorsten/Hervest (19 km): Von Haltern am See geht es über Lippramsdorf zum Highlight der sechsten Etappe: Im Naturschutzgebiet Hervester Bruch gibt es viele besondere und selten gewordene Vögel und andere schützenswerte Arten zusammen mit einer einmaligen Landschaft. Heckrinder gestalten die Landschaft, und Störche haben sich hier niedergelassen. Ein gut ausgebautes Wegenetz führt an verschiedenen Aussichtspunkten vorbei.

7. Etappe: Dorsten/Hervest – Raesfeld (30 km): Schiffe gucken Teil zwei heißt es auf der siebten Etappe. Der Wesel-Datteln-Kanal ist nach dem Rhein die meistbefahrene Deutschlands und immer wieder gut für spektakuläre Anblicke. Ein Abstecher lohnt sich eines der schönsten Waldgebiete von NRW, die Üfter Mark, eine von eiszeitlichen Gletschern geformte Landschaft mit Dünen, Sandböden und kleinen Mooren, die ein bedeutender Lebensraum für Rotwild ist. Die Femeiche in Erle ist eine der ältesten Eichen Deutschlands und soll 1500 Jahre alt sein.

Schloss Raesfeld - Hohe Mark RadRoute

Schloss Raesfeld © Frank Ebert – stock.adobe.com

8. Etappe: Raesfeld – Dingden (31 km): Das Renaissanceschloss Raesfeld zählt zu den schönsten Schlossfreiheiten Westfalens und beherbergt auch einen Tiergarten, der zu den ältesten noch gut erhaltenen Renaissance-Tiergärten Deutschlands gehört. In der Dingdener Heide kann man die unterschiedlichen Zeitzonen des landschaftlichen Wandels erleben – vom Mittelalter bis heute. Die Landnutzung der jeweiligen Epoche wird als Beispielfläche gezeigt, historische Hintergründe verständlich gemacht und durch Infotafeln erläutert.

9. Etappe: Dingden – Bocholt (40 km): Eine der größten Wasserburgen im Münsterland, das ist die Wasserburg Anholt, das Highlight der neunten Etappe. Ende des 17. Jahrhunderts wird die Burg zur Barockresidenz ausgebaut. Auch der weitläufige Schlosspark ist sehenswert. Münsterländische Parklandschaft vom Feinsten bietet die Bocholter Aa. Sie begleitet den Radweg bis zum Etappenziel Bocholt.

Pröbstingsee

Pröbstingsee © Stephan Sühling – stock.adobe.com

10. Etappe: Bocholt – Borken (31 km): Erstes Ziel für eine Rast auf der letzten Etappe zurück nach Borken ist der Aasee, ein Naturschwimmbad mit Liegewiesen und schönem Sandstrand. Im Stadtwald Bocholt kann man Damwild, Rotwild und Wildschweine in Wald- und Wiesengehegen beobachten. Der Bürgerpark Rhede ist ein Mehrgenerationspark und Treffpunkt mit Bänken, Sonnenliegen, Spieltischen, Wildblumenwiesen, bienenfreundlichen Gehölze und einer Obstbaumwiese. Weiter geht es durch das 4500 Jahre alte Burlo Vardingholter Venn, dann trifft man kurz vor dem Etappenziel auf den idyllischen Pröbstingsee. Das zauberhafte Naturschutzgebiet mit altem Baumbestand, geschützten Inseln und malerischen Eckchen bietet einen Planetenweg, einen Kletterwald und ausleihbare Tretboote, Kajaks und Stand-up-paddling-Boards.

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Bildquellen

  • Westruper Heide: © Thilo Sengupta - stock.adobe.com
  • Naturschutzgebiet Fürstenkuhle: © AnnaReinert - stock.adobe.com
  • Halterner See: © Harald - stock.adobe.com
  • Hervester Bruch: © ulikloes - stock.adobe.com
  • Schloss Raesfeld: © Frank Ebert - stock.adobe.com
  • Pröbstingsee: © Stephan Sühling - stock.adobe.com
  • Blick auf Bad Tölz: © fottoo - stock.adobe.com
  • Radtour im Sommer: © Günter Albers - stock.adobe.com
  • Niederbayerntour in der Hallertau: © Tourismusverband Ostbayern e.V. / Foto: Norbert Eisele-Hein
  • Schwarzwaldhaus im Südschwarzwald: © mojolo - fotolia.com
  • Kaiserpalais im Kurpark Bad Oeynhausen: © Sven - stock.adobe.com
  • Wasserburg Anholt bei Bocholt: © MCM - stock.adobe.com
2022-09-08T11:13:01+02:00