Der Radfernweg Fontane.Rad verläuft auf rund 300 km von Oranienburg durch die Landschaften des Ruppiner Seenlandes und des Havellandes bis in die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam und folgt den biografischen und literarischen Spuren des Dichters Theodor Fontane.

Highlights und Etappen auf dem Radweg Fontane.Rad

Der gut ausgeschilderte Radfernweg Fontane.Rad entstand im Jahr 2019 anlässlich des 200. Geburtstags des Dichters Theodor Fontane. Alle Etappen führen zu Original-Schauplätzen aus dem Leben und dem Werk Theodor Fontanes, z. B. zu den Ufern des Stechlinsees, nach Neuruppin, dem Geburtsort Fontanes, und durch Ribbeck im Havelland. Werke wie „Effi Briest“, „Der Stechlin“, das Gedicht des „Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ oder die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ sind vielen bekannt, und der Radfernweg Fontane.Rad hilft dabei, das Lebensgefühl vor Ort, das Fontane in seinen Werken transportiert, nachzuvollziehen.

Beim Radeln von Oranienburg über das Ruppiner Seenland und das Havelland bis nach Potsdam, entlang glitzernder Seen und breiter Flüsse, vorbei an ehemaligen Adelssitzen, durch weite Wälder, grüne Wiesen und Flussniederungen kann man sich vorstellen, was Fontane zu seinen Werken inspirierte. Zahlreiche Texte und Zitate aus den Originalwerken auf Informationstafeln entlang der Strecke stellen den Bezug zwischen Landschaft, Sehenswürdigkeiten und den Worten des Dichters her – auch für jene, die nie ein Buch von Fontane gelesen haben. Der Radfernweg ist in acht Etappen eingeteilt, kann jedoch problemlos individuell geplant werden. Die Etappen beginnen bzw. enden jeweils an einem Bahnhof mit Regionalzügen, was die Planung sehr einfach macht.

1. Etappe: Oranienburg – Gransee (52 km): Die erste Etappe auf den Spuren Fontanes startet in Oranienburg, das besonders mit seinem Barockschloss begeistert; Kurfürstin Luise Henriette war beim Anblick der Wiesen rund um das Schloss lebhaft an ihre holländische Heimat erinnert, darum gab sie dem Schloss den Namen Oranienburg. Nächster Zwischenstopp ist Neuholland mit dem romantischen Schloss Liebenberg. Weiter geht es in Richtung Ruppiner Seenland über Löwenberg und Schloss Hoppenrade zum Schloss Meseberg, das Gästehaus der Bundesregierung. Am Huwenowsee vorbei ist das Etappenziel Gransee mit einer sehenswerten mittelalterlichen Altstadt erreicht.

Stechlinsee - Seen-Kultur-Radweg

Stechlinsee © Ben – stock.adobe.com

2. Etappe: Gransee – Rheinsberg (47 km): Nach dem Start in Gransee führt die zweite Etappe zunächst zum Gut Zernikow, das in Preußen als Musterbetrieb galt und auf dem einst Seidenraupen gezüchtet wurden – davon zeugt noch heute eine über 250 Jahre alte denkmalgeschützte Maulbeerallee entlang der Straße in Richtung Burow. Nächster Höhepunkt der Etappe ist der Stechlinsee bei Neuglobsow mit seinem glasklaren Wasser. Der See inspirierte Fontane zu seinem Werk „Der Stechlin“, das Adel und Melancholie des späten 19. Jahrhunderts beschreibt. Über das beschauliche Bauerndorf Menz mit seinem Naturparkhaus und dem Künstlerhof Roofensee geht es weiter zum Etappenziel Rheinsberg mit seinem Schloss direkt am See.

3. Etappe: Rheinsberg – Neuruppin (26 km): Die dritte Etappe führt zunächst nach Zippelsförde, einem kleinen Fischerort, danach weiter nach Molchow mit einem einzeln stehenden Glockenturm, dem die Kirche fehlt. Die Etappe endet schließlich in Neuruppin am Ruppiner See, dem Geburtsort Fontanes und der Ort, an dem er seine Jugendjahre verbrachte. Das Geburtshaus Fontanes steht in der heutigen Karl-Marx-Straße 84 und beherbergt die Löwen-Apotheke, die einst Fontanes Vater gehörte. Wer mehr über Fontane erfahren will, kann eine Stadttour entlang einer Vielzahl von Fontane-Orten mit Informationstafeln zum Leben und Wirken Fontanes machen.

Neuruppin bei Nacht - Seen-Kultur-Radweg, Fontane.Rad

Neuruppin bei Nacht © Frank – stock.adobe.com

4. Etappe: Neuruppin – Paulinenaue (33 km): Auf der vierten Etappe des Fontane.Rad-Fernwegs radelt man vom Ruppiner Seenland ins Havelland. Am Ruppiner See entlang geht es nach Süden in Richtung Fehrbellin. Die sumpfige Landschaft birgt ein Geheimnis: Im Jahr 1675 besiegten die Brandenburger die Schweden, weil letztere mitsamt Kanonen, Pferden und Soldaten im Sumpf zwischen Rhin und Havel stecken blieben. Heute radelt man entlang kleiner Kanäle und saftiger Wiesen durch diese geschichtsträchtige Landschaft, die einst vom Torfabbau lebte. Das Etappenziel Paulinenaue liegt unmittelbar vor dem Naturpark Westhavelland und begeistert heute wie damals zu Fontanes Zeiten mit seinen vielen Sumpf- und Zugvögeln.

5. Etappe: Paulinenaue – Nennhausen (31 km): Nach dem Start führt die fünfte Etappe zunächst nach Senzke, wo der Naturpark Westhavelland beginnt. Nächster Halt ist Stechow mit dem nahegelegenen Ferchesarer See, den man an heißen Tagen für eine kleine Abkühlung nutzen kann. Für Fontanefreunde befindet sich der Höhepunkt dieser Etappe in Nennhausen: Die ehemaligen Bewohner von Schloss Nennhausen dienten Fontane als Vorlage für den Roman „Effi Briest“. Das Schloss war im 19. Jahrhundert Musenhof und Treffpunkt bekannter Literaten.

Kirche von Ribbeck

Die Kirche von Ribbeck im Havelland © Stephan Laude – Fotolia.com

6. Etappe: Nennhausen – Brieselang (52 km): Von Schloss Nennhausen geht es auf der sechsten Etappe durch den Naturpark Westhavelland ins das Havelländische Luch, wo man die seltenen Großtrappen beobachten kann, einer der größten flugfähigen Vögel der Welt. Über Buschow geht es zum Landgut Stober in Groß Behnitz mit einem großen Landschaftspark. Fontaneliebhaber werden sich über den nächsten Zwischenstopp freuen: Schloss und Dorf Ribbeck mit seinen malerischen Dorfstraßen und den berühmten Birnbäumen aus dem Gedicht „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Im Schloss sind heute ein Restaurant und ein Museum untergebracht. Über Nauen mit seiner malerischen Altstadt ist das Etappenziel Brieselang erreicht.

7. Etappe: Brieselang – Werder (Havel) (32 km): Durch Wustermark geht es auf der siebten Etappe direkt an die Havel. Paretz, kurz vor Ketzin/Havel, lohnt sich für einen Zwischenstopp: die denkmalgeschützte Schlossanlage und der gut erhaltene Ortskern lassen in längst vergangene Zeiten eintauchen. Hinter Paretz geht es zur Havel: Mit der Fähre geht es an das andere Ufer, dann folgt der Radweg dem Fluss gen Süden bis in die Stadt Werder (Havel). Sehenswert ist hier das Obstbaumuseum, denn Werder (Havel) ist für seine Obstbaumblüte überregional bekannt. Im Frühjahr zieht das Blütenfest jedes Jahr tausende Besucher in die Stadt.

Potsdam, Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin

Schloss Sanssouci in Potsdam © jrossphoto – fotolia.com

8. Etappe: Werder (Havel) – Potsdam (18 km): Von Werder (Havel) geht es auf der achten und letzten Etappe des Fontane.Rad-Weges zunächst über Glindow mit seinen durch Tonabbau entstandenen „Glindower Alpen“ nach Petzow. Sehenswert ist hier das Schloss Petzow mit seiner Mischung aus maurischen und englischen Baustilen. Nächster Halt ist Geltow mit seinem Ortsteil Baumgartenbrück, dessen Uferpromenade Fontane einst als die „Brühl’schen Terrassen am Schwielowsee“ bezeichnete. Mit der Fähre geht es nach Caputh mit seinem Lustschloss, das zum Verweilen einlädt. Letzter Halt ist die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten und UNESCO-Welterbestätten. In Potsdam befindet sich zudem das Theodor-Fontane-Archiv mit dem Nachlass des Dichters.

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Bildquellen

  • Stechlinsee: © Ben - stock.adobe.com
  • Neuruppin in Brandenburg: © Frank - stock.adobe.com
  • Kirche von Ribbeck im Havelland: © Stephan Laude - fotolia.com
  • Schloss Sanssouci: © jrossphoto - fotolia.com
  • Werder (Havel): © Matthias Krüttgen - fotolia.com