Der Nordseeküstenradweg – Nordseefeeling auf 900 km

Der Nordseeküstenradweg ist der längste Radfernweg der Welt – 6.000 km schlängelt er sich durch acht Länder, immer an der Küste entlang. In Deutschland kann man auf dem Nordseeküstenradweg knapp 1.000 km Radfahrvergnügen erleben.

Highlights und Etappen auf dem Nordseeküstenradweg

In Deutschland verläuft der Nordseeküstenradweg von der niederländischen Grenze entlang der Küste nach Ostfriesland und weiter bis zur dänischen Grenze, eine Länge von etwas mehr als 900 km. Man radelt durch Marschgebiete und am Deich entlang, lernt aber auch das Hinterland kennen. Der Blick auf Meer und Wattlandschaften ist ständiger Begleiter. Städte wie Wilhelmshaven, Bremerhaven, Cuxhaven und Hamburg bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke. Die Tour verläuft überwiegend über flaches Land und bietet nur wenige Steigungen; geradelt wird über Asphalt, gelegentlich auch über Schotterpisten und Kopfsteinpflaster. Der Nordseeküstenradweg ist in 14 Etappen eingeteilt, kann jedoch problemlos individuell geplant werden.

1. Etappe: Niederländische Grenze – Emden (52 km): Der deutsche Teil des Nordseeküstenradwegs startet an der niederländischen Grenze und verläuft zunächst durch Ostfriesland. In der Gemeinde Bunde treffen Radler auf das Steinhaus Bunderhee, eine der ältesten Burganlagen von Ostfriesland. Westlich von Bunde liegt der Dollart, der Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer ist. Über die Kleinstadt Weener und entlang der Ems führt der Nordseeküstenradweg nach Leer mit imposanten Burgen, Kirchen und Bürgerhäusern. Durch die Ems-Auen geht es zum Etappenziel Emden.

2. Etappe: Emden – Norden (88 km): Emden ist die größte Stadt Ostfrieslands und lädt mit vielen historischen Bauwerken zum Sightseeing ein. Nach Emden ist der Landstrich Krummhörn erreicht; viele kleine Dörfer findet man hier sowie die älteste Orgel der Welt in der Rysumer Kirche. Der beschauliche Fischerort Greetsiel lockt mit idyllischem Ambiente, bevor das Etappenziel Norden erreicht ist.

3. Etappe: Norden – Carolinensiel (60 km): Im Seebad Norden startet die dritte Etappe des Nordseeküstenradwegs. Über Norddeich ist der Badeort Neßmersiel erreicht. Dornumersiel gehört zu den ältesten Häfen an der Küste. Über Bensersiel geht es nach Esens, ein mittelalterlicher Handels- und Marktort. Über Neuharlingersiel ist das Tagesetappenziel Carolinensiel erreicht.

Hafen von Carolinensiel - Nordseeküstenradweg

4. Etappe: Carolinensiel – Wilhelmshaven (52 km): Carolinensiel, 1730 gegründetes Fischerdorf, hat die einzige auf einem Deich erbaute Kirche zu bieten. Weiter geht es nach Wittmund, das einige interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, bevor man nach Jever weiterfährt. Die Stadt ist international bekannt für die Biermarke Jever. Über Hooksiel ist das Etappenziel Wilhelmshaven erreicht.

5. Etappe: Wilhelmshaven – Eckwarderhörne (83 km): Wilhelmshaven hält mit der Hafenanlage, dem Deutschen Marinemuseum oder dem Küstenmuseum einige Sehenswürdigkeiten bereit. Weiter geht es nach Sande, das sehenswerte Bauten wie Schloss Gödens (1517) oder die St. Magnus-Kirche aus dem 14. Jahrhundert zu bieten hat. Das Nordseebad Dangast wurde um 1795 nach englischem Vorbild des Grafen Bentinck angelegt. Varel lädt mit einer hübschen Innenstadt zum Verweilen ein. Die Seefelder Mühle zählt zu den letzten noch bestehenden Galerieholländerwindmühlen. Das Etappenziel liegt an der Südwestspitze der Halbinsel Butjadingen.

6. Etappe: Eckwarderhörne – Bremerhaven (39 km): Der kleine Ort Eckwarderhörne liegt genau dort auf der Halbinsel Butjadingen, wo der Jadebusen in die Nordsee übergeht. Weiter geht es nach Tossens mit schönem Ausblick auf die Innenjade und Wilhelmshaven. Nächster Zwischenstopp ist das Nordseebad Burhave mit einem schönen Meerwasserbadesee. Entlang der Weser ist Blexen mit sehenswerten Bauten erreicht, bevor es zum Etappenziel Bremerhaven geht.

Das Deutsche Schifffahrtsmuseum: Museumshafen in Bremerhaven

7. Etappe: Bremerhaven – Cuxhaven (56 km): Bremerhaven im Elbe-Weser-Dreieck hat viel Sehenswertes zu bieten: die Hafenanlage und mehrere bedeutende Museen sollte man sich nicht entgehen lassen. Über das Nordseebad Wremen und den kleinen Sielhafen Dorum-Neufeld ist fast schon Cuxhaven erreicht. Bei Berensch-Arensch fährt man durch Salzwiesen und Deichvorland sowie die Cuxhavener Küstenheide. Cuxhaven hat das historische Zentrum, das Lotsenviertel und das Schloss Ritzebüttel zu bieten.

8. Etappe: Cuxhaven – Stade (76 km): Von Cuxhaven aus führt der Nordseeküstenradweg zunächst entlang der Elbe nach Otterndorf; hier gibt es mehrere Naturschutzgebiete zu bestaunen. Über Hemmoor und Großenwörden geht es weiter nach Himmelpforten, das als Christkinddorf bekannt ist. Das Etappenziel Stade liegt an der Unterelbe; die Hansestadt hat viele gute erhaltene Fachwerkhäuser in der historischen Altstadt zu bieten.

9. Etappe: Stade – Hamburg (60 km): Von Stade aus führt der Nordseeküstenradweg mitten hinein in die Kulturlandschaft Altes Land, einem der größten Obstanbaugebiete Europas. Jork wurde erstmals 1221 erwähnt und hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Über Finkenwerder und Teufelsbrück ist das Etappenziel Hamburg mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten erreicht.

Hamburg, Rathaus - Radfernweg Hamburg-Bremen

10. Etappe: Hamburg – Elmshorn (58 km): Hamburg lockt mit einer Hafenrundfahrt, einem Rundgang durch die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnete Speicherstadt und dem Kontorhausviertel, einem Musicalbesuch oder dem Fischmarkt. Grünanlagen, Gärten und Parks prägen die nächsten Kilometer des Nordseeküstenradwegs. Wedel ist für den historischen Ochsenmarkt bekannt. Vorbei am Naturschutzgebiet „Tävsmoor und Haselauer Moor“ und dem Rosarium in Uetersen ist das Etappenziel Elmshorn erreicht.

11. Etappe: Elmshorn – Brunsbüttel (54 km): Elmshorn gehört zu den größten Städten von Schleswig-Holstein und hat eine schöne Innenstadt zu bieten. Unmittelbar in der Kemper Marsch und am Elbufer liegt die Gemeinde Kollmar; von hier kann man riesige Containerschiffe und Luxusliner beobachten. Glückstadt lädt mit vielen schönen Bauwerken zum Bummeln ein. Über Großwisch, Brokdorf und Heideducht ist Brunsbüttel erreicht.

12. Etappe: Brunsbüttel – Büsum (54 km): Der Nordseeküsten-Radweg führt auf der zwölften Etappe von Brunsbüttel am weltbekannten Nord-Ostsee-Kanal quer durch Dithmarschen und damit durch die abwechslungsreiche Landschaft von Marsch und Geest. Sankt Michaelisdonn hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten: die Holländermühle „Edda“ aus dem Jahr 1842, das kaiserliche Postamt, die St. Michaelis-Kirche (1611) und das Freimaurermuseum. In Meldorf kann man den Dom bewundern, ein sakraler Prachtbau im Stil der Backsteingotik. Über die Naturschutzgebiete Kronenloch und Wöhrdener Loch ist Büsum erreicht.

Büsum Hafen - Nordseeküstenradweg

13. Etappe: Büsum – Husum (89 km): Vor dem Start der dreizehnten Etappe sollte man einen Spaziergang durch die schönen Gassen von Büsum machen. Erster Zwischenstopp der Etappe ist das Eider-Sperrwerk bei Tönning, das größte Küstenschutzbauwerk in Deutschland. Über St. Peter-Ording mit seinem berühmten Sandstrand geht es weiter nach Garding, wo man die St. Christianskirche besichtigen sollte. Über Katharinenherd und Uelvesbüll gelangt man nach Husum, die Geburtsstadt von Theodor Storm.

14. Etappe: Husum – Dänische Grenze (99 km): Husum lohnt sich für einen längeren Aufenthalt, denn hier gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten und interessante Museen zu besichtigen. Über die Gemeinde Nordstrand ist die Hamburger Hallig erreicht, eine nicht eingedeichte Halbinsel. Dagebüll lädt zu einem Stadtbummel ein. Am Luftkurort Niebüll vorbei geht es zum Rickelsbüller Koog, den nördlichsten Punkt des deutschen Festlandes. Bei Rosenkranz ist die dänische Grenze erreicht; hier endet der Nordseeküstenradweg in Deutschland.

2019-03-06T11:23:07+00:00
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