Der Mulderadweg erstreckt sich über rund 350 km rund um das Erzgebirge in Sachsen und verteilt sich dabei über drei Routen: Von den zwei Quellen im Erzgebirge – westlich die Zwickauer Mulde und östlich die Freiberger Mulde – hin zum Zusammenfluss bei Sermuth und weiter als Vereinigte Mulde bis hin zur Elbe.

Highlights und Etappen auf dem Mulderadweg

Zwickauer Mulde mit Paradiesbrücke - Mulderadweg

Der Mulderadweg bietet auf allen drei Teilstücken eine Reise in die Vergangenheit ebenso wie eine Fahrt durch unberührte Naturlandschaften. Mächtige Burgen, märchenhafte Schlösser und mittelalterliche Städte zeichnen den Radweg ebenso aus wie die hügelige Landschaft des Vogtlandes oder des Erzgebirges und urwüchsige Auenlandschaften. Die Mulde besteht aus zwei Armen, die in Sermuth zusammenfließen und zur Vereinigten Mulde werden. Der Mulderadweg hat daher die Form eines Y und ist in drei Teilstücke eingeteilt: die Zwickauer Mulde, die Freiberger Mulde sowie die Vereinigte Mulde, die alle drei in fünf Etappen eingeteilt sind. Die Freiberger Mulde entspringt im böhmischen Erzgebirge und fließt über Freiberg und Döbeln nach Sermuth – hier geht es zumeist sanft und gemütlich zu. Der Radweg entlang der Zwickauer Mulde beginnt in Schöneck in der höchstgelegenen Stadt des Vogtlandes und führt über Zwickau und Glauchau nach Sermuth – dieser Abschnitt ist geprägt von einer Berg- und Talfahrt. Auf dem Radweg der Vereinigten Mulde von Sermuth über Bitterfeld nach Dessau radelt man durch eine beeindruckende Auenlandschaft ohne große Steigungen. Der Mulderadweg ist somit je nach Abschnitt für Anfänger, Familien und Geübte hervorragend geeignet.

1 Der Mulderadweg – Freiberger Mulde

1. Etappe: Moldava (CZ) – Holzhau (7 km): Etwa zwei Kilometer südöstlich von Moldava liegt die Quelle der Freiberger Mulde, zu erreichen nach einem etwas steileren Anstieg auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges und zwischen zwei Bergkuppen. Vor Beginn der Radtour sollte man sich Zeit nehmen, um Moldava zu besichtigen. Durch Wälder führt die kurze Etappe nach Holzhau, ein kleines Dorf inmitten von Wald, das zu einer stressfreien Auszeit einlädt.

Rathaus Freiberg - Mulderadweg

2. Etappe: Holzhau – Freiberg (62 km): Erster Zwischenstopp auf der zweiten Etappe nach Freiberg ist Rechenberg-Bienenmühle und das interessante Flößerhaus, das vor 1700 erbaut wurde und heute ein Freilichtmuseum ist. Der Mulderadweg führt dann entlang der Freiberger Mulde Richtung Talsperre Lichtenberg und weiter nach Mulda/Sachsen. Über Weißenborn/Erzgeb. Ist das Etappenziel erreicht, die Silberstadt Freiberg mit schöner mittelalterlicher Altstadt und zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie das Stadttheater, der Untermarkt mit Dom und Museum, das Rathaus und Schloss Freudenstein mit seiner Mineralienausstellung.

3. Etappe: Freiberg – Nossen (26 km): Die dritte Etappe auf dem Mulderadweg der Freiberger Mulde führt meist unmittelbar durch das Muldetal und eröffnet schöne Natur-Ein- und Ausblicke. Zunächst ist die Stadt Großschirma erreicht, bekannt für die ehemals höchste Autobahnbrücke Europas. Über Siebenlehn ist das Etappenziel Nossen erreicht, das ebenfalls einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Nicht entgehen lassen sollte man sich das Kloster Altzella, die bedeutendste Zisterzienserabtei Mitteldeutschlands, und das Schloss Nossen.

Rathaus Döbeln - Mulderadweg

4. Etappe: Nossen – Döbeln (21 km): Die vierte Etappe ist geprägt von ursprünglichen Wäldern, dem Flusstal und Vogelhabitaten – auf dieser Etappe radelt man entspannt entlang der munteren Freiberger Mulde. Erstes Zwischenziel ist Roßwein, das sich für eine Besichtigung anbietet. Das Etappenziel Döbeln bietet den fast fünf Meter hohen Riesenstiefel, der 1925 zum 600-jährigen Jubiläum der Schuhmacher-Innung angefertigt wurde, sowie großartig restaurierte Bürgerhäuser, das Rathaus und Stadtkirche St. Nicolai.

5. Etappe: Döbeln – Sermuth (28 km): Die fünfte Etappe entlang der Freiberger Mulde gestaltet sich etwas hügelig. Weithin sichtbar ist Burg Mildenstein in Leisnig. Colditz beeindruckt mit dem gleichnamigen Schloss und dem dortigen Fluchtmuseum. Unmittelbar am Flussufer und ganz in der Nähe der Vereinigung von Zwickauer und Freiberger Mulde befindet sich das Wasserschloss Podelwitz, das im Jahr 1487 erstmals erwähnt wurde. Am Mulde-Zusammenfluss in Sermuth endet der Freiberger Mulderadweg.

2 Der Mulderadweg – Zwickauer Mulde

1. Etappe: Schöneck – Aue (49 km): Die erste Etappe dieses Teilstücks des Mulderadwegs beginnt an der Quelle der Roten Mulde in Schöneck, die höchstgelegene Stadt des Vogtlandes. Erstes Highlight der Etappe ist die Talsperre in Muldenberg. In Morgenröthe-Rautenkranz kann man die Deutsche Raumfahrtausstellung besichtigen. In Schönheide warten das Bürsten- und Heimatmuseum sowie die Museumsbahn, die Schönheide mit Stützengrün verbindet. Bei Eibenstock befinden sich eine 600-jährige Buche und der imposante Aussichtsturm „Glück auf“. Weitere Highlights sind der Blauenthaler Wasserfall, der Förderturm des Türkschachtes in Zschorlau und das Spirituosenmuseum in Bockau, bevor das Etappenziel Aue erreicht ist.

Zwickau, Hauptmarkt

2. Etappe: Aue – Zwickau (26 km): Etwas hügelig geht es auf der zweiten Etappe zu, man fährt entlang den Schleifen der Zwickauer Mulde und ein Stückchen durch den schönen Hartensteiner Wald. In einem Flussknie steht die markante Burg Stein. Weitere Highlights sind die Matthäuskirche und eine der letzten überdachten Holzbrücken Deutschlands. Und auch das Etappenziel Zwickau hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

3. Etappe: Zwickau – Glauchau (20 km): Flach und angenehm zeigt sich die dritte Etappe auf dem Mulderadweg an der Zwickauer Mulde. Mehrere Parks liegen auf diesem Abschnitt, bevor auch schon das Etappenziel Glauchau erreicht ist.

Schloss Rochlitz - Mulderadweg

4. Etappe: Glauchau – Rochlitz (46 km): Bei Remse ist schon das erste Highlight der Etappe in Sicht: das ehemalige Westwerk der Klosterkirche. Schön für einen Zwischenstopp ist der Grünfelder Park bei Waldenburg, das auch ein Schloss zu bieten hat. Bei Limbach-Oberfrohna sind Mauritiuskirche und Schloss Wolkenburg interessant. Penig lohnt sich für eine Stadtbesichtigung. Über Lunzenau mit Schloss Rochsburg, Wechselburg und Seelitz ist Rochlitz erreicht.

5. Etappe: Rochlitz – Sermuth (14 km): Die Strecke der fünften Etappe führt parallel zur ehemaligen Muldentalbahntrasse und erneut durch eine landschaftliche Idylle voller sehenswerter Bauten. Über Colditz und das Wasserschloss Podelwitz ist der Zusammenfluss der Mulde in Sermuth erreicht.

3 Der Mulderadweg – Vereinigte Mulde

1. Etappe: Sermuth – Wurzen (30 km): Erstes Highlight auf dieser Etappe ist Grimma mit seiner über 400 Meter langen, bestens erhaltenen Stadtmauer. Gemütlich geht es zum Etappenziel Wurzen, ein beeindruckendes Ensemble aus Barock-, Renaissance- und Jugendstilgebäuden, das das bedeutendste Museum über den Autor und Schauspieler Joachim Ringelnatz beherbergt.

Schloss Nischwitz - Mulderadweg

2. Etappe: Wurzen – Eilenburg (19 km): Beeindruckende Schlösser prägen diese Etappe auf dem Mulderadweg: Besonders erwähnenswert sind das Barockschloss Nischwitz und das Schloss Thallwitz mit seinem barocken Garten. In Canitz gibt es einen schönen Park mit einer besonderen Muldequerung, der Canitzer Brücke. Die Eilenburg in der gleichnamigen Stadt gilt als Wiege Sachsens.

3. Etappe: Eilenburg – Bad Düben (20 km): Die naturbelassene Mulde prägt diese Etappe: Hier ist der Fluss ganz sich selbst überlassen. Kurz vor Hohenprießnitz überquert man die Mulde mit einer handbetriebenen Fähre. Das barocke Schloss Hohenprießnitz ist eine Besichtigungstour wert. Kleine Dörfer, ehemalige Arme der Mulde und alte Windmühlen in Niederglaucha und Doberschütz prägen den weiteren Verlauf der Etappe. Im Etappenziel, dem Moorbad Bad Düben, ist nicht nur die gleichnamige Burg sehenswert, sondern es empfiehlt sich auch ein Besuch im Heide Spa, der größten Wellnesswelt Sachsens.

Großer Goitzschesee - Mulderadweg

4. Etappe: Bad Düben – Bitterfeld-Wolfen (32 km): Eine abwechslungsreiche und schöne Auenlandschaft prägt diese Etappe. In Schnaditz lohnt sich ein Abstecher zur Burg, dann öffnet sich ein ehemaliges Braunkohleabbaugebiet mit vielen Seen wie dem Großen Goitzschesee, das zum Baden einlädt. Kurz nach dem Muldestausee ist das Etappenziel erreicht.

5. Etappe: Bitterfeld-Wolfen – Dessau-Roßlau (29 km): Die letzte Etappe des Mulderadwegs verläuft zunächst durch den schattigen Salegaster Forst, dann überquert man in Jeßnitz die Mulde. Schön zum Verweilen ist der Park des Altjeßnitzer Schlosses mit Labyrinth. Wald- und Wiesenlandschaften prägen das letzte Stück zum Etappenziel. Dessau ist vor allem für das Bauhaus bekannt, jedoch gibt es daneben auch weitere interessante Museen sowie Schlösser zu entdecken. Hier fließt die Mulde in die Elbe.

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Bildquellen

  • Zwickauer Mulde mit Paradiesbrücke: © Animaflora PicsStock - stock.adobe.com
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