Der Paul-Gerhardt-Weg führt auf rund 140 km von Berlin nach Lübben (Spreewald) und verbindet die Großstadt Berlin mit den reizvollen Landschaften des Landes Brandenburgs.

Highlights und Etappen auf dem Paul-Gerhardt-Weg

An der Nikolaikirche Berlin - Paul-Gerhardt-Weg

An der Nikolaikirche Berlin © ArTo – stock.adobe.com

Der Paul-Gerhardt-Weg verbindet Natur, Kultur und Historie auf den Spuren von Paul Gerhardt (1607-1676), ein großer Kirchendichter, dessen Wirkungsstätten Berlin, Mittenwalde und Lübben (Spreewald) den Anfang, die Mitte und das Ende des Weges markieren. Vom pulsierenden Berlin wandert man hinaus durch das malerische Dahme-Seenland entlang von Flüssen, Seen und durch stille Natur bis in das Biosphärenreservat Spreewald. Der Trubel der Großstadt wird abgelöst durch eine Fülle an Naturschönheiten und historische Orte in Ruhe und Achtsamkeit. An der Strecke warten reizvolle Landschaften, beeindruckende Kirchen, spannende Museen und ganz viel Wasser und Natur. Der Paul-Gerhardt-Weg ist in 9 Etappen eingeteilt und kann problemlos individuell geplant werden.

1. Etappe: Berlin-Mitte – Wuhlheide (16 km): Los geht es direkt an der Nikolaikirche in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes, in der Paul Gerhardt predigte. Zahlreiche Denkmäler, historische Bauwerke und sechs Museen bietet die direkte Umgebung in Berlins pulsierender Mitte. Trotz des Wegeverlaufs durch die Großstadt ist die Wanderung zum Etappenziel naturnah, denn die Etappe verläuft abseits der Hauptstraßen, weitgehend in verkehrsarmen Nebenstraßen, Parkanlagen oder Uferwegen entlang der Spree.

2. Etappe: Wuhlheide – Grünau (13 km): Eine Mischung aus Historie, wie die unglaubliche Geschichte des Hauptmanns von Köpenick, Natur und Wald wartet auf der zweiten Etappe. Zu Beginn wandert man noch durch das Stadtgebiet, allerdings meist abseits von Wohn- und Industriegebieten durch Grünzüge und Waldgebiete. Danach geht es weiter entlang der Spree, teilweise durch Köpenicks Parkanlagen direkt am Spreeufer und schließlich entlang der Dahme nach Grünau.

3. Etappe: Grünau – Zeuthen (12 km): Die dritte Etappe führt hinaus aus Berlin ins Dahme-Seenland nach Zeuthen. Man wandert überwiegend auf Waldwegen und Pfaden entlang der Krummen Lake, einem variationsreichen Waldgebiet mit etwas Wasser und Sumpftümpeln. In Eichwalde trifft man auf einen 44 Meter hohen Backsteinturm. Nach Eichwalde verläuft der Weg hauptsächlich entlang des Zeuthener Sees nach Zeuthen.

Rathaus in Zeuthen

4. Etappe: Zeuthen – Königs Wusterhausen (13 km): Durch Waldgebiete, Parks und Gartenlandschaften verläuft die vierte Etappe nach Königs Wusterhausen. Über Miersdorf geht es zum Funkerberg mit Museum. Das Etappenziel Königs Wusterhausen hat ein Heimatmuseum und ein Schloss zu bieten. Die Gegend ist außerdem bekannt für das Nottefließ, ein Fluss, der in die Dahme mündet und im 16. Jahrhundert durch den Großen Kurfürsten mithilfe von Staustufen zur ersten längeren schiffbaren Wasserstraße der Mark ausgebaut wurde.

5. Etappe: Königs Wusterhausen – Mittenwalde (16 km): Die fünfte Etappe steht ganz im Zeichen Paul Gerhardts: Schon im Dorf Ragow trifft man auf die beindruckende Paul-Gerhardt-Kirche. Das Etappenziel Mittenwalde, wo Paul Gerhardt eine Pfarrstelle innehatte, hat die St.-Moritz-Kirche sowie das Paul-Gerhardt-Haus zu bieten. Auch das Stadtzentrum ist sehenswert. Man wandert hauptsächlich auf offenen, naturbelassen Flächen ehemaliger Rieselfelder sowie durch Park- und Gartenlandschaften.

6. Etappe: Mittenwalde – Groß Köris (19 km): Von Mittenwalde geht es raus in die Natur: 25 Naturschutzgebiete, 30 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete und das Vogelschutzgebiet Große Schauener Seenkette bilden den Reichtum des Naturparks Dahme-Heideseen. Man begegnet den größten und höchsten Binnendünen in Massow und Storkow, und die Pätzer Seen, ehemalige Ton- und Kiesgruben, laden zum Verweilen ein.

Binnendüne Waltersberge bei Storkow

7. Etappe: Groß Köris – Märkisch Buchholz (15 km): Auf der siebten Etappen wandert man hauptsächlich durch ausgedehnten Waldbestand auf Naturboden mit abwechslungsreichen Waldgebieten abseits von Orten, Straßen und Schienen. Auf halber Strecke lädt das Forsthaus der Oberförsterei Hammer zu einer Rast ein.

8. Etappe: Märkisch Buchholz – Schlepzig (24 km): Ausgeprägter Waldbestand und der lange ruhige Wegabschnitt am Dahme-Umflutkanal zeichnen die achte Etappe aus. Am Schwanensee lohnt sich eine Pause. Vorbei geht es an Leibsch, einem wendisch-sorbischen Dorf mit einem musealen Stauwehr. Das Etappenziel Schlepzig hat ein Bauernmuseum und den Weidendom, ein aus Weiden gebildeter natürlicher Dom, zu bieten.

9. Etappe: Schlepzig – Lübben (Spreewald) (16 km): Die letzte Etappe auf dem Paul-Gerhardt-Weg verläuft bis zur Stadtgrenze von Lübben entlang der Spree mit vielen Fischteichen. Lübben (Spreewald) ist die letzte Wirkungsstätte des Kirchendichters und hat neben der Paul-Gerhardt-Kirche und dem Paul-Gerhardt-Haus auch ein Schloss samt Schlossinsel zu bieten.

Schloss Lübben im Spreewald

Bildquellen

  • An der Nikolaikirche Berlin: © ArTo - stock.adobe.com
  • Rathaus in Zeuthen: © ArTo - stock.adobe.com
  • Binnendüne Waltersberge bei Storkow: © Andy Nowack - stock.adobe.com
  • Schloss Lübben im Spreewald: © Henry Czauderna - stock.adobe.com
  • An der Dahme bei Köpenick: © daskleineatelier - stock.adobe.com