Meisterwerk, Mahnmal, Friedenssymbol: Die Frauenkirche Dresden

Die wohl prachtvollste Kathedrale der evangelischen Christenheit nördlich der Alpen steht in Dresden: die Frauenkirche. Im 18. Jahrhundert erbaut, 1945 zerstört und fast 50 Jahre als Ruine ein Mahnmal gegen den Krieg, wurde die Kirche nach dem Mauerfall mit Spenden aus der ganzen Welt wieder aufgebaut und ist heute Touristenmagnet und Friedenssymbol gleichermaßen.

Die wechselvolle Geschichte der Frauenkirche

Die Dresdner Frauenkirche ist ein Meisterwerk europäischer Baukunst und wurde in den Jahren 1726 bis 1743 unter der Leitung des Architekten George Bähr erbaut. Sie entstand auf den Grundmauern einer gotischen Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die baufällig geworden war. Doch der schwierige Bau schritt nur langsam voran: 1734 konnte der Innenraum geweiht werden, in dem Johann Sebastian Bach zwei Jahre später auf der Silbermann-Orgel spielen sollte, 1738 wurde der elegante Kuppelbau vollendet. 1743 schließlich wurde der barocke Bau wirklich vollendet – symbolisiert durch das Aufsetzen des Kuppelkreuzes in 93 Metern Höhe.

Nur rund zwei Jahrhunderte prägte die Frauenkirche die Innenstadt Dresdens – bis zum Februar des Jahres 1945, als Dresden im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs versank. Unzählige Gebäude verwandelten sich binnen Minuten in brennende Ruinen, doch zunächst schien es, als hätte die Frauenkirche die Luftschläge überstanden. Am frühen Morgen des 15. Februars jedoch stürzte das mächtige Bauwerk in sich zusammen – die Stützpfeiler des ausgebrannten Innenraumes hatten der Last der steinernen Kuppel nicht mehr standhalten können. Von der Frauenkirche war nur ein riesiger Trümmerhaufen geblieben, in dem zwei Ruinenteile als Mahnmal aufrecht standen. Fast 50 Jahre verblieb der monumentale Kirchenbau als Trümmerhaufen in der Innenstadt – als eindrucksvolles Mahnmal und unverwechselbares Symbol für den Untergang einer ganzen Stadt.

45 Jahre nach ihrer Zerstörung, am 13. Februar 1990, fand sich eine Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Frauenkirche zusammen, der schließlich zugestimmt wurde. 18 Monate wurde die Ruine enttrümmert, bevor am 27. Mai 1994 mit dem ersten Stein der Wiederaufbau begann. Über zehn Jahre wurde daran gearbeitet, die Frauenkirche vollständig und historisch getreu wieder aufzubauen. Das Geld für den rund 250 Millionen Mark teuren Bau floss fast ausschließlich aus Spenden, die in aller Welt für die Dresdner Frauenkirche zusammengetragen wurden. Am letzten Sonntag im Oktober 2005 schließlich wurde die Frauenkirche zu Dresden neu geweiht.

Die Frauenkirche heute

Die evangelisch-lutherische Frauenkirche Dresden ist heute wieder das Wahrzeichen Dresdens, barockes Symbol der Stadtgeschichte und ein sakraler Ort, der zu ökumenischer Offenheit einlädt. Das offene Haus Gottes feiert Gottesdienste, veranstaltet Andachten sowie zahlreiche weitere geistliche Veranstaltungen und zählt mittlerweile zu den weltweit beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Wer Dresden besucht, kommt an der Frauenkirche nicht vorbei – allein die Aussichtsplattform in 68 Meter Höhe mit dem Traumblick über die Stadt macht die Kirche zu einem Touristenmagnet. Zudem ist die Kirche Veranstaltungsort für hochkarätige geistliche und weltliche Konzerte sowie Lesungen. Auferstanden aus Ruinen ist die Frauenkirche heute ein Symbol des Friedens und eine der berühmtesten Kirchen der Welt.

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Bildquellen

  • Frauenkirche Dresden, Innenraum: © Mistervlad - stock.adobe.com
  • Frauenkirche Dresden, Kuppel: © velishchuk - stock.adobe.com
  • Frauenkirche Dresden im Sonnenschein: © Hans Hansen / pixabay
  • Blick auf Dresden mit der Frauenkirche: © artmim - stock.adobe.com
  • Füssen im Allgäu: Wehrgang und Nordflügel des Hohen Schlosses: © Allgäu GmbH / Arthur Selbach
  • Studiotor der Filmstudios Babelsberg: © Foto: Studio Babelsberg AG
  • Wörthersee: © Kärnten Werbung, Fotograf: Steinthaler
  • Außenansicht im Winter: © facebook.com/Schloss-Marienburg
  • Aschenbrödel vor Schloss Moritzburg: © Claudia Hübschmann / Schlösserland Sachsen
  • Frauenkirche Dresden: © Kavalenkava - fotolia.com
2022-11-28T08:09:33+01:00