Europäische Glasgeschichte im Glasmuseum Passau

Das Glasmuseum befindet sich im Herzen der Altstadt von Passau direkt am Rathausplatz und beherbergt die weltweit größte Sammlung zum böhmischen Glas.

Eine kurze Geschichte des Glasmuseums

Ausstellung im Glasmuseum Passau

Ausstellung im Glasmuseum Passau © facebook.com/glasmuseum.passau

Das Glasmuseum befindet sich im Gebäudekomplex „Wilder Mann“, einem historischen Patrizierhaus, das aus vier Altstadthäusern besteht. Hier nimmt das Museum etwa zwei Drittel der Gesamtfläche des Komplexes ein und bietet außergewöhnliche Einblicke in drei Jahrhunderte europäische Glasgeschichte sowie in die Entstehung, Produktion, Entwicklung und den Niedergang einzelner Glashütten. Eröffnet wurde das Museum im Jahr 1985 von Neil Armstrong, dem ersten Mann auf dem Mond. Die sanierten Altstadthäuser bilden den passenden Rahmen für beeindruckende Glaskunst aus mehreren Jahrhunderten.

Die Sammlung im Glasmuseum

Die Sammlung im Glasmuseum Passau umfasst über 30.000 Gläser, davon sind rund 15.000 in der Ausstellung zu sehen. Die Gläser stammen aus 300 Jahren europäischer bzw. böhmischer Glaskunst, dabei liegt der Schwerpunkt auf Glaskunst vom 19. Jahrhundert bis zum Jugendstil. Die Sammlung beherbergt Glasschätze vieler berühmter Glashütten aus Bayern, Böhmen, Schlesien und Österreich sowie einiger renommierte Fachschulen. Das Museum wurde von Friedrich Dürrenmatt einst als „das schönste Glashaus der Welt“ bezeichnet und ist eingetragen in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts.

Auf vier Etagen mit insgesamt 36 Räumen können Besucherinnen und Besucher Glaskunst von 1650 bis ins Jahr 1950 bestaunen. Bayern, Böhmen, Österreich und Schlesien beherbergten im 19. Jahrhundert die großen Glaszentren, die marktbeherrschend waren und ganz Europa mit Gebrauchs- und Kunstglas versorgten. Die Glashütten suchten traditionell die Nähe zum Brennstoff Holz und konzentrierten sich deshalb in den waldreichen Mittelgebirgen nördlich und südlich von Prag. Die Ausstellung im Museum ist chronologisch aufgebaut und besteht aus Serienproduktionen und Einzelstücken; die Gläser sind raumweise nach Glashütten geordnet. Zu sehen sind Werke aus unterschiedlichen Stilrichtungen wie dem Barock, dem Empire- und Biedermeierstil, dem Klassizismus sowie aus dem Historismus, dem Jugendstil und schließlich im Stil des Art Deco und der Moderne.

Über den Gebäudekomplex „Wilder Mann“

Glasmuseum Passau im Gebäudekomplex Wilder Mann

Glasmuseum Passau im Gebäudekomplex Wilder Mann © facebook.com/Hotel-Wilder-Mann

Der Hotel- und Museumskomplex „Wilder Mann“ entstand durch die Vereinigung von vier Altstadthäusern, die aus der Zeit der Gotik und des Barock stammen – bereits 1303 wird eines der Häuser urkundlich erwähnt. Bei der Vereinigung wurde besonders auf die Erhaltung der historischen Bausubstanz geachtet. Das Eckhaus war jahrhundertelang das Stadtrichterhaus, ein weiteres Gebäude war das Hotel Wilder Mann, in dem bereits im 19. Jahrhundert viele berühmte Persönlichkeiten zu Gast waren – z.B. übernachtete hier 1862 Kaiserin Elisabeth von Österreich. Das Hotel wurde auch namensgebend für den gesamten Gebäudekomplex.

Glasmuseum Passau im Gebäudekomplex „Wilder Mann“
Schrottgasse 2
94032 Passau

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Bildquellen

  • Ausstellung im Glasmuseum Passau: © facebook.com/glasmuseum.passau
  • Ausstellung im Glasmuseum Passau: © facebook.com/glasmuseum.passau
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  • Glasmuseum Passau im Gebäudekomplex Wilder Mann: © facebook.com/Hotel-Wilder-Mann
  • Adam-Ries-Museum, Ausstellung: © Träupmann, Augustusburg - Adam-Ries-Bund e.V.
  • Museion Bozen: © Museion Bozen, Foto: Seehauser
  • Rauru: © Museum für Völkerkunde Hamburg, Foto: Anke Regdosz
  • Wallraf-Richartz-Museum Köln, Nordfassade: © Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud
  • Jugendstil-Vasen Fritz Heckert, 1899 im Glasmuseum Passau: © facebook.com/glasmuseum.passau
2023-03-06T13:56:56+01:00