Passau: Die Dreiflüssestadt in Niederbayern

Passau liegt im östlichen Bayern direkt an der österreichischen Grenze und ist mit knapp 50000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Regierungsbezirks Niederbayern. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands war Passau die östlichste Mittelstadt des Bundesgebiets. In Passau fließen die Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammen, weshalb die Stadt auch „Dreiflüssestadt“ genannt wird.

Passau – Das Venedig Bayerns

Stephansdom in Passau

Stephansdom in Passau © bobmachee – fotolia.com

Unterhalb der Burganlage Veste Niederhaus liegt das Dreiflüsseeck: hier fließt von links die Ilz und von rechts der Inn der Donau zu. Nach dem Zusammenfluss weist die Donau noch über eine längere Strecke eine Dreifärbung auf; das Wasser der Donau ist blau, das Wasser des Inn, das aus den Alpen kommt, ist grün, und das Wasser der Ilz, die durch Moorgebiete fließt, ist schwarz. Dank der Lage am Zusammenfluss mehrerer großer Flüsse sowie dem südländischen Flair der Altstadt, das italienische Baumeister in die Stadt brachten, wird Passau des Öfteren auch als „Venedig Bayerns“ bezeichnet. Der Stephansdom geht zurück auf eine Kirche, die schon um 450 existierte – nach dem Stadtbrand von 1662 wurde der Dom von Carlo Lurago im Barockstil neu errichtet und im Inneren mit Stuckaturen von Giovanni Battista Carlone versehen. Heute ist der Stephansdom der größte
Neue Residenz in Passau

Neue Residenz in Passau © borisb17 – fotolia.com

Barockdom nördlich der Alpen und besitzt die größte Domorgel der Welt. Die Neue beschöfliche Residenz der Fürstbischöfe von Passau wurde von 1712 bis 1730 im Stil des Wiener Spätbarocks von den Baumeistern Domenico d’Angeli und Antonio Beduzzi erbaut. Im Inneren sind vor allem das Treppenhaus mit Stuckaturen und einem Deckenfresko sehenswert, das die Götter des Olymps zeigt. Im Saalbau, der Alte und Neue Residenz verbindet, befindet sich das Domschatz- und Diözesanmuseum, das liturgische Gewänder, Monstranzen, gotische Tafelbilder und weitere Kunstgegenstände von Romanik bis Barock zeigt. Der Zugang zum Museum erfolgt über eine von Giovanni Battista Carlone gestaltete Wendeltreppe.

Römer und Glas: Geschichte erleben in Passau

Veste Oberhaus in Passau

Veste Oberhaus in Passau © Wolfgang Zwanzger

Dort, wo heute der Dom steht, befand sich das römische Kastell Batavis, abgeleitet vom Namen der dort stationierten germanischen Söldner, den Batavern, woraus sich der Name Passau entwickelte. Bis ins 6. Jahrhundert hinein blieben die Römer in Passau und hinterließen in der Stadt ihre Spuren, die man im Römermuseum Kastell Boiotro besichtigen kann, das auf den Fundamenten des spätrömischen Kastells Boiotro steht. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf Funden aus der Römerzeit; Reste der Militärbefestigung kann man im Freigelände besichtigen. Am Rathausplatz befindet sich das Passauer Glasmuseum, das die weltweit größte Sammlung zum Europäischen Glas sowie Exponate des weltberühmten böhmischen Glases besitzt. Über 30000 Gläser, davon 15000 ausgestellt, vermitteln einen Eindruck der Vielfalt der Glasherstellung in Bayern, Böhmen, Österreich und Schlesien in den Jahren 1650 bis 1950. In der Veste Oberhaus, eine der größten Burganlagen Europas, die über Passau thront, ist das Oberhausmuseum untergebracht, in dem die Geschichte von Stadt und Region präsentiert wird. Der Bau der Veste geht auf das Jahr 1219 zurück, sie wurde aber in den folgenden Jahrhunderten ständig umgebaut und erweitert, so dass man heute an der Anlage die Fortifikationskunst vom 13. bis zum 19. Jahrhundert studieren kann.
2018-08-14T16:30:04+00:00
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