Rund 200 km führt der Seen-Kultur-Radweg als Rundkurs durch das Ruppiner Seenland – und berührt dabei glasklare Seen und sehenswerte Kulturstätten wie Perlen an einer Kette.

Das Ruppiner Seenland im nördlichen Brandenburg

Stechlinsee - Seen-Kultur-Radweg

Stechlinsee © Ben – stock.adobe.com

Nördlich von Berlin erstreckt sich das Ruppiner Seenland, das wasserreichste Gebiet Brandenburgs mit über 2000 Kilometern verschlungenen Wasserwegen. Die Gewässer gehören zu den saubersten in ganz Deutschland; so wird der klarste See, der durch Fontane bekannte Stechlinsee bei Neuglobsow, auch als Karibik Brandenburgs bezeichnet. Viele weitere Badestellen und Freibäder machen das Ruppiner Seenland zu einem Mekka für Wasserratten, aber auch fürs Wasserwandern mit dem Kanu ist die Region bestens geeignet. Doch nicht nur Wasser prägt das Ruppiner Seenland: Theodor Fontane, Friedrich der Große und sogar der Weihnachtsmann haben Spuren in dieser Region hinterlassen, die man auf dem Seen-Kultur-Radweg kennenlernen kann. Der Rundkurs ist ideal für eine Drei-Tages-Tour an einem verlängerten Wochenende geeignet und lässt sich auch an kühleren Tagen befahren – idyllische Radpausen mit Seeblick entschädigen dann für den entgangenen Badespaß. Start- und Endpunkt der Tour ist Neuruppin – Berliner oder Berlinurlauber können die Radtour auch in Hennigsdorf direkt an der Stadtgrenze starten.

Highlights auf dem Seen-Kultur-Radweg

Schloss Rheinsberg - Seen-Kultur-Radweg

Schloss Rheinsberg © tilialucida – stock.adobe.com

Der abwechslungsreiche Seen-Kultur-Radweg durch das Ruppiner Seenland fasziniert durch die interessanten Städte und Dörfer sowie durch die herrlichen Landschaften, die durch baumgesäumte Alleen und waldreiche Ufer geprägt sind. Wie Perlen einer Kette reihen sich die Kulturdenkmäler im Wechsel mit den zahlreichen Seen aneinander. Vor dem Start in Neuruppin sollte man sich den von Friedrich dem Großen angelegten Tempelgarten mit Apollotempel, das Geburtshaus Theodor Fontanes sowie das Museum zur Stadtgeschichte nicht entgehen lassen. Die Stadt Rheinsberg begeistert mit Schloss und Park am romantischen Grienericksee – im Sommer finden hier Aufführungen der Kammeroper Schloss Rheinsberg und des Schlosstheaters statt. Auch das Kurt Tucholsky Literaturmuseum und das Keramik-Museum sind sehenswert. Vorbei an mehreren Badestellen geht es nach Neuglobsow am glasklaren Stechlinsee, dann weiter nach Fürstenberg an der Havel, einem Paradies für Wassersportler.

Schloss Oranienburg

Schloss Oranienburg © Hans Christian Krass / SPSG

Über das von vier Seen umgebene, romantische Himmelpfort, wo man auch außerhalb der Weihnachtszeit Wunschzettel in der Postfiliale des Weihnachtsmannes abgeben kann, gelangt man nach Mildenberg im ehemals größten Ziegeleirevier Europas und heutiges Industriedenkmal – der Ziegeleipark macht faszinierende Technik in der Natur erlebbar. In Richtung Zehdenick mit der Ruine des Zisterzienserklosters führt der Weg entlang des Vosskanals nach Liebenwalde, wo man das Heimatmuseum in einem alten Gefängnis besuchen kann. In Friedrichsthal setzt man mit der Fähre über und gelangt nach Oranienburg mit seinem Barockschloss, Schlossmuseum und Schlosspark, in dem Königin Luise gerne verweilte. Auch sehenswert sind die Agrar- und Museumsscheune im historischen Scheunenviertel in Kremmen, das Ofen- und Keramik-Museum in der Ofenstadt Velten sowie die von Theodor Fontane erwähnte „Alte Oberförsterei“, in der sich heute das NaturParkHaus Stechlin mit Naturerlebnisausstellung, Sinnesgarten und einem großen Kaltwasseraquarium befindet. Naturfreunde und Genussradler werden die Fahrt entlang des traumhaften Lehnitzsees sowie durch das grüne Briesetal besonders zu schätzen wissen, bis die Tour in Neuruppin am Ruppiner See zu ihrem Ende kommt.

Bildquellen

  • Schloss Oranienburg: © Hans Christian Krass / SPSG