Versteckte Kostbarkeiten im nördlichen Markgräflerland

Ein Streifzug durch das nördliche Markgräflerland: Kleine, versteckte Museen entdecken, edle Weine probieren, spektakuläre Ausblicke vom Castellberg aus genießen, Künstler in ihrem Atelier treffen. Viele der versteckten Kleinode sind in privater Initiative entstanden.

Kali, Bauern und Seifenkisten in Buggingen

Im Besucherstollen des Bugginger Kalimuseums - nördliches Markgräflerland

Bugginger Kalimuseum © Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH/Dorothee Philipp

In Buggingen erinnert das Kalimuseum an die Zeit des größten Bergwerks Süddeutschlands, in dem von 1922 bis 1973 Salz abgebaut wurde. Insgesamt 17 Millionen Tonnen Rohsalz wurden gefördert, woraus Kalidünger, Brom und Streusalz gewonnen wurden. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn bei einer Führung der Besucherstollen aufgeschlossen wird. Ehemalige Kalikumpel haben hier in ehrenamtlichem Engagement ihr Arbeitsumfeld unter Tage nachgebaut. Originalwerkzeuge und Maschinen, Schalttafeln, Grubenbeleuchtung, Signalanlagen, Gleise – eine Parallelwelt, in der sich zur Blütezeit des Kalibergbaus 1200 Menschen unter Tage abrackerten.
Kalimuseum Buggingen; Am Sportplatz 6a; geöffnet jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 07631 / 180320

Im Seifenkistenmuseum in Buggingen erzählen über 40 bunte Seifenkisten von der ganz besonderen Leidenschaft einiger Dorfbewohner. Das erste deutsche Seifenkistenmuseum wurde 2009 eingeweiht. Der Verein Seifenkistenfreunde Buggingen sorgt jedes Jahr am Muttertagswochenende im Dorf für ein spannendes Rennen und mischt bei Meisterschaften in Deutschland, dem Elsass und in der Schweiz mit. Im Museum wird dieses quirlige Treiben vorgestellt.
Seifenkistenmuseum Buggingen, Im Mittelfeld 24, geöffnet nach telefonischer Vereinbarung unter 07631 / 12113

Eintauchen in frühere Zeiten kann man im Bugginger Bauernmuseum "S' Carli Matthiese"- Nördliches Markgräflerland

Bugginger Bauernmuseum „S‘ Carli Matthiese“ © Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH/Dorothee Philipp

In einem über 200 Jahre alten ländlichen Anwesen hat Hans-Werner Ritter ein privates Bauernmuseum eingerichtet. Hier kann man auf Zeitreise gehen, erleben, wie die Vorfahren auf dem Acker, im Stall, auf der Tenne, in der Küche und im Keller gewirtschaftet haben. Überlegen, ob der heutige nostalgische Blick die guten alten Zeiten nicht ein bisschen verklärt. Erfahren wie sich das Dorf langsam dem Fortschritt öffnete, der Telefon, fließendes Wasser und kleine Traktoren mit sich brachte.
Bauernmuseum „S‘ Carli Matthiese“, Buggingen, Hauptstraße 23; geöffnet jeden Sonntag 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 07631 / 14647

Glaskunst und Reichspolitik im nördlichen Markgräflerland

Faszinierendes Spiel mit Licht und Farben im Glashaus in Ballrechten-Dottingen - nördliches Markgräflerland

Glaskunst © Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH/Dorothee Philipp

An der Badischen Weinstraße liegt das Doppeldorf Ballrechten-Dottingen. Direkt am Verkehrskreisel, der Ballrechten mit Dottingen verbindet, haben die Glaskünstler Andrea Widmann und Georg Krasztinat im ehemaligen „Bahnhöfle“ ihr Domizil aufgeschlagen. Auf über 80 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen sie die Faszination Glas von ihrer schönsten Seite. Im Glashaus wird die im Schwarzwald beheimatete traditionelle Kunst des Glasblasens in Form und Farbe neu definiert. Zauberhafte Accessoires für Garten und Haus, elegante Schalen, charmante Glücksbringer, Becher, Kelche, Vasen – hier finden Kunst und Handwerk wie von selbst zueinander.
Das Glashaus Neue Kirchstraße 30, 79282 Ballrechten-Dottingen; Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 10 bis 18 Uhr; Tel. 07634 / 592572; www.dasglashaus.com

Noch heute zeugt die mächtige Anlage des Heitersheimer Malteserschlosses von ihrer ehemaligen Bedeutung als Sitz des Großpriorats des Johanniterordens in Deutschland. Von hier aus wurden die Besitzungen des mächtigen Ritterordens von Norditalien bis Schweden, vom Burgund bis Ungarn verwaltet. Nach der Umbenennung des Ordens in Malteserorden 1524 avancierte Heitersheim mit zehn zugehörigen Dörfern sogar zu einem selbstständigen Fürstentum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Ein Merian-Stich von 1644 zeigt das Heitersheimer Schloss als gewaltiges Wasserschloss umgeben von Mauern, Wällen und einem breiten Wassergraben. Und heute? Die Anlage, deren heutige bauliche Gestalt vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt, beherbergt Schwesternhäuser, Caritaswerkstätten und das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Malteserschule. Die beiden Innenhöfe mit ihren herrlichen Parkanlagen sind frei zugänglich. Und in den Kellergewölben des spätbarocken Kanzleibaus aus dem Jahr 1740 kann man der Geschichte der mächtigen Ritterorden und der 900 Jahre umspannenden  Baugeschichte des Schlosses nachspüren. Seit 1985 befindet sich hier das „Museum im Schloss“ mit einer stattlichen Sammlung von Exponaten vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Ganz neu ist der Museumsgarten nebenan, angelegt nach den mittelalterlichen Vorbildern Hildegard von Bingen, Karl der  Große und Walahfried Strabo. Das kleine, blühende Naturparadies vor der herrlichen Kulisse des Schwarzwaldes ist unbedingt einen Abstecher wert.
Malteserschloss Heitersheim, Johanniterstraße 83a; Schlosshöfe, Schlosspark und Museumsgarten jederzeit frei zugänglich; Öffnungszeiten Museum im Schloss: Sonn- und Feiertag 11 bis 18 Uhr; Mittwoch und Samstag 13 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Der spätbarocke Kanzleibau des Heitersheimer Malteserschlosses, in dem das Maltesermuseum untergebracht ist - nördliches Markgräflerland

Heitersheimer Malteserschloss © Werbegemeinschaft Markgräflerland GmbH/Dorothee Philipp

2018-04-19T14:59:06+00:00
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