Nachgefragt bei… Benjamin Kriegel

Benjamin Kriegel, Porträt

Zur Person

Geboren im beschaulichen Sauerland verließ Benjamin Kriegel nach der Ausbildung im familiär geführten Haus Hochstein seine Heimat, um in der Nähe von Düsseldorf erste Erfahrungen als Jungkoch zu sammeln. Schnell führte ihn sein Weg in die Sternegastronomie. Seine erste Station war das Hotel und Restaurant Residence (**) in Essen-Kettwig. Nach dieser Zeit folgte 2012 seine prägendste Station: Kriegel wechselte in das Restaurant Überfahrt (***) in Rottach-Egern am Tegernsee. An der Seite von Christian Jürgens konnte er zahlreiche Auszeichnungen erzielen. Anschließend führte sein Weg zurück nach Düsseldorf, wo er als Souschef im Restaurant Victorian (*) startete. Nach dieser Zeit ergab sich für ihn die Möglichkeit, die Position des Küchenchefs in neu eröffneten Restaurant Fritz’s Frau Franzi zu übernehmen. Hier wurde Benjamin Kriegel schon nach einem Jahr mit dem begehrten Michelin-Stern ausgezeichnet. Im Januar 2022 wechselte er ins Steigenberger Parkhotel, in dem er mit dem Fine-Dining-Restaurant Pink Pepper an alte Erfolge anknüpfen möchte.

 

Benjamin Kriegel, Foodbild

Aktuelle Auszeichnungen

  • Der Varta-Führer: ✔
  • Guide Michelin:
  • Gusto: ✔
  • Gault Millau: ✔
  • Der Feinschmecker:
  • Schlemmer-Atlas:
  • Der große Guide:
Restaurant Pink Pepper

Das Interview

Warum sind Sie Koch geworden?

Mich hat eine Kochshow näher an diesen Beruf gebracht. Es war die heute wahrscheinlich nicht mehr bekannte Sendung „Kochduell“. Mich hat es fasziniert, aus einem bunten Korb an Lebensmitteln interessante und schöne Gerichte zu kreieren. Das macht für mich bis heute die Faszination an diesem Beruf aus.

Was ist für Sie das Wichtigste beim Kochen?

Ich denke, dass der Respekt vor jedem Produkt und der Natur das Wichtigste ist. Ich möchte Produkte nicht in Schubladen stecken, sondern jedes Produkt, ob Fisch, Fleisch oder Gemüse, für sich selber sehen und bewerten, ob es mit meinem nachhaltigen Denken übereinstimmt.

Woher holen Sie sich die Inspiration für Ihre Speisekarte?

Inspiration finde ich überall. Manchmal ist es ein Produkt, manchmal eine Erinnerung. Auf einen ganz anderen Ansatz bin ich durch meine zweite Leidenschaft, den Wein, gekommen. Das Wort Terroir, was in der Weinsprache für das Zusammentreffen von Klima, Boden und Landschaft genutzt wird, versuche ich auch auf meine Gerichte anzuwenden. Wenn man ein Gericht mit Zutaten aus einem bestimmten Gebiet zubereitet, erzählt es die Geschichte seiner Herkunft.

Welches Essen macht Sie glücklich?

Jedes Essen, das handwerklich und mit Liebe hergestellt wurde und ich die Möglichkeit habe, es in netter Gesellschaft zu genießen. Das kann ein Abend mit großen Weinen im Restaurant sein, aber auch ein netter Grillabend mit Freunden und netten Kaltgetränken.

Was würden Sie niemals essen?

Ich denke, ich würde fast alles probieren. Aber auch hier würde ich jedes Produkt bewerten, ob ich es ethisch vertreten kann.

Was bringt Sie aus der Fassung?

Am schlimmsten ist für mich Unzuverlässigkeit, und wenn man sich nicht die Zeit nimmt, vernünftig zuzuhören.

Haben Sie kochende Vorbilder?

Von meinen Anfängen an bis heute war Dieter Müller ein großes Vorbild. Sein „Amuse-bouche-Menu“ war eine Revolution, die mich bis heute begleitet.

Mit welchem Politiker oder welcher Politikerin würden Sie gerne einmal gemeinsam essen?

Ich würde gerne einmal mit Angela Merkel essen. Mich würde interessieren wie sie, jetzt mit etwas Abstand, ihre Entscheidungen sieht und wie sie das ständige „Lob und Kritik“ über die Jahre aufgenommen und verarbeitet hat.

Wie wird sich aus Ihrer Sicht das Fine Dining nach der Corona-Pandemie verändern?

Ich hoffe, dass mehr Menschen den Wert von gutem Essen, aber vor allem auch den Service erkennen und noch mehr wertschätzen können. Wir als Köche stehen vor großen Herausforderungen, was Personal, aber auch die Nachhaltigkeit angeht. Die Spitzengastronomie war in vielen Dingen Vorreiter. Das müssen wir jetzt auch sein, um das Verständnis für Regionalität und Nachhaltigkeit in der Gesellschaft zu stärken.

Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit und wie erholen Sie sich?

Vor ca. 8 Jahren habe ich meine Leidenschaft für Wein entdeckt. Sehr gerne gehe ich an meinen freien Tagen zu Verkostungen oder genieße ein paar schöne Tropfen in unseren hervorragenden Düsseldorfer Weinbars. Reisen in meinem Urlaub tut mir auch sehr gut, um wieder neue Energie zu schöpfen.

Nachgefragt bei Spitzenköchen

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Bildquellen

  • Benjamin Kriegel, Porträt: © Sascha Perrone
  • Benjamin Kriegel, Foodbild: © Sascha Perrone
  • Restaurant Pink Pepper: © Sascha Perrone
2022-08-31T09:34:53+02:00