Sahnetorten, Schwibbögen und Weihnachtspyramiden aus der höchsten Stadt Deutschlands: Oberwiesenthal

Die Stadt Oberwiesenthal ist mit 914 m die höchstgelegene Stadt Deutschlands und befindet sich direkt am Fichtelberg an der Grenze zu Tschechien. Sie darf sich zudem stolz „staatlich anerkannter Luftkurort“ nennen, mit gutem Ausblick bei klarem Wetter.

Zweitausend Einwohner leben in dem kleinen Ort mit gemütlichem Ambiente, verwinkelten Gässchen… und Kaffeehäusern mit prächtigen Torten und leckerem Kaffee. Die gibt es nur in Wien? Falsch! Auch in Oberwiesenthal wird – bei jedem Wetter – die gepflegte Kaffeezeit noch zelebriert, zu der auch die Erzgebirgstorte gehört – eine lokale Kreation, die aus viel Sahne mit Preiselbeeren auf einem Schokoladen-Mandel-Boden besteht.

Nostalgiefahrten mit der Fichtelbergbahn im Erzgebirge

Besonders in der Winterzeit entfaltet Oberwiesenthal seine Romantik, denn dann ist der Ort von Weinnachtspyramiden und Schwibbögen hell erleuchtet. Der Schwibbogen, ein Rundbogen aus Holz, ist der einheimischen Handwerkskunst entsprungen und dient der weihnachtlichen Dekoration. Da das traditionelle Gewerbe im Erzgebirge in früheren Zeiten der Bergbau war, sagt man, dass der Schwibbogen einst entstand, weil sich die Bergleute nach Licht sehnten, die besonders in den dunklen Wintermonaten das spärliche Tageslicht oftmals entbehren mussten, da sie früh am Morgen anfingen zu arbeiten und erst nach Einbruch der Dunkelheit heimkehrten. In früheren Zeiten wurden die Schwibbögen mit Kerzen beleuchtet, heutzutage sind sie meist elektrisch und vor allem in der Winterzeit in vielen Fenstern in Oberwiesenthal zu sehen.

Schwibbogen, Erzgebirge, Oberwiesenthal

Schwibbogen aus dem Erzgebirge © animaflora – fotolia.com

Wie kommt man eigentlich am schönsten in die höchstgelegene Stadt Deutschlands? Im Erzgebirge wird die Zeit um ein paar Jahrhunderte zurückgedreht, wenn man in die historische Schmalspurbahn einsteigt. Die Fichtelbergbahn macht kleine Jungensträume wieder wahr, denn seit 1987 befördert sie Besucher durch verschneite Waldlandschaften auf einer Strecke von 17,35 km zum Kurort Oberwiesenthal. Kaum aus der Lok ausgestiegen, befindet man sich auch schon direkt vor dem Fichtelberg.

Oberwiesenthal: Das St. Moritz des Ostens

Der höchste Berg Sachsens und ganz Ostdeutschlands ist der Fichtelberg im Erzgebirge mit 1215 m Höhe. Eingefleischte Wintersportler kennen das Winter-Wetter in Oberwiesenthal und somit auch den Fichtelberg schon lange, international bekannt jedoch wurde der Ort durch den Weltcup der Skispringer. Zehn Skiabfahrten für Anfänger bis Fortgeschrittene gibt es auf dem Gipfel, und jährlich befördern zwei Schlepplifte sowie die älteste Seilschwebebahn Deutschlands Skifahrer die Piste hinauf und hinunter. Schon zu DDR-Zeiten traf sich am Fichtelberg gerne die Prominenz des Ostens zum alljährlichen Wintersport.

Dampfzug auf dem Viadukt in Oberwiesenthal

Dampfzug auf dem Viadukt in Oberwiesenthal – © traveldia – fotolia.com

Doch nicht nur Skifahren ist auf dem höchsten Gipfel Deutschlands möglich, auch Winterwanderungen dienen hier der aktiven Erholung vom stressigen Alltag. Die Berglandschaft vom Fichtelberg ist mal leicht hügelig, mal eher gebirgig mit jungfräulichen Naturlandschaften, die es zu entdecken lohnt. Selbstverständlich werden die Wanderwege regelmäßig bei Schnee geräumt. Die schönsten Routen befinden sich unter anderem am Geyer, an der Rechenberg-Bienenmühle oder in Johanngeorgenstadt.

Sie mögen eher Langlauf? Auch kein Problem, denn im Erzgebirge finden sich genügend Loipen, die für Anfänger und Fortgeschrittene zahlreiche Möglichkeiten bieten, sich so richtig zu verausgaben. Die Loipe von Johannorgenstadt bis Schöneck wurde sogar mit der Auszeichnung „exzellent“ versehen.

Weitere Informationen zu Oberwiesenthal (auch über das Wetter und Karten) finden Sie hier
2018-01-23T11:40:29+00:00
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