Der Ochsenweg ist ein rund 245 km langer Radwanderweg, der von Flensburg nach Wedel führt und dabei auf dem historischen Landweg einen Einblick in die Natur und Kulturhistorie von Norddeutschland gibt.

Highlights und Etappen auf dem Ochsenweg

Feldweg in der Holsteinischen Schweiz - Mönchsweg

Feldweg in der Holsteinischen Schweiz © Thorsten Schier – fotolia.com

Bis zum 19. Jahrhundert war der Ochsenweg der zentrale Landweg zwischen Dänemark und Norddeutschland; Bauern trieben hier im Frühjahr bis zu 50.000 Ochsen von den Weidegründen in Dänemark nach Süden für die Fleischversorgung der großen Städte. Doch auch Soldaten, Pilger und Kaufleute nutzten den Ochsenweg als direkte Verbindung nach Süden. Heute kann man auf dem Radwanderweg Ochsenweg abseits lauter Verkehrswege weite Moorgebiete und Marschlande sowie Wälder und typisch norddeutsche Wiesen- und Heidelandschaften entdecken. Weitere Highlights sind zahlreiche naturkundliche Stätten am Wegesrand sowie sehenswerte Städte wie Flensburg, Schleswig, Rendsburg und Bad Bramstedt. Der seit 1998 bestehende Ochsenweg ist gut ausgeschildert und verläuft meist über asphaltierte Radwege sowie über Feld-, Wiesen- und Waldwege. Die Strecke weist keine nennenswerten Steigungen auf und ist somit perfekt für Genussradler geeignet. Ab Rendsburg teilt sich der Ochsenweg in eine West- und eine Ostroute; im Folgenden wird die Ostroute des Ochsenwegs beschrieben. Die Ostroute ist in 5 Etappen eingeteilt und kann problemlos individuell geplant werden.

Blick auf Flensburg

Blick auf Flensburg © Travellaggio – stock.adobe.com

1. Etappe: Flensburg – Schleswig (49 km): Flensburg hat nicht nur die Ostsee zu bieten, sondern auch einen historischen Hafen, eine schöne Innenstadt und zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Hier sollte man sich vor dem Start Zeit für eine Besichtigungstour nehmen. Auf dem Ochsenweg erreicht man zunächst Hornholz und Munkwolstrup am Sankelmarker See – eine schöne Naturkulisse für Genießer. Weiter geht es zum Naturschutzgebiet Fröruper Berge, ein weiterer schöner Zwischenstopp für Naturliebhaber. Über Sieverstedt und Poppholz radelt man weiter nach Idstedt, bekannt für die Idstedter Räuberhöhle, einem Ganggrab, das zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstand. Das Etappenziel Schleswig war einst Handelsmetropole der Wikinger und hat mit dem Schloss Gottorf ein weiteres Highlight der Etappe zu bieten.

2. Etappe: Schleswig – Rendsburg (45 km): Auf der zweiten Etappe geht es von Schleswig zunächst über den Gottorfer Damm, der die Schlei mit dem Burggraben und dem Burgsee verbindet. Nächster Zwischenstopp ist die Gemeinde Dannewerk mit der Waldemarsmauer, Burg und Schanze bei Rothenkrug, der Thyraburg sowie zahlreichen Wallanlagen. Geschichtsinteressierte sollten sich den Archäologischen Park Danewerke nicht entgehen lassen. Nächstes Highlight auf dem Ochsenweg: Haithabu, das zu den wichtigsten Zeugnissen der Wikingerkultur zählt. Durch die Rheider Au geht es weiter nach Kropp, dann über Heidbunge nach Sorgbrück an der Sorge. Wenige Kilometer später wartet mit dem Fockbeker Moor ein kleines Highlight auf dem Ochsenweg. Am Fockbeker See entlang geht es zum Etappenziel Rendsburg.

Nortorf, Mitte von Schleswig-Holstein - Ochsenweg

Nortorf, Mitte von Schleswig-Holstein © Kay Boysen – stock.adobe.com

3. Etappe: Rendsburg – Nortorf (29 km): In Rendsburg teilt sich der Ochsenweg in eine West- und eine Ostroute. Die Ostroute führt auf der dritten Etappe nach Nortorf. Vom Start in Rendsburg radelt man zunächst über den Eider-Kanal. Bei Jevenstedt ist der Naturpark Aukrug erreicht. Danach geht es weiter über Pollhorn und Nienkattbek nach Bokel. Auf dem Weg zum Etappenziel Nortorf verläuft der Ochsenweg teilweise am kleinen Fluss Bokeler Au, der Ellerdorf, Bokel und Nortorf verbindet und eine idyllische Naturlandschaft bietet. Das Etappenziel Nortorf gilt als geografischer Mittelpunkt von Schleswig-Holstein.

4. Etappe: Nortorf – Bad Bramstedt (45 km): Wer Zeit und Muße hat, kann von Nortorf zunächst einen Abstecher nach Aukrug machen. Hier befindet sich noch ein Teilstück des Ur-Ochsenweges im idyllischen Heidegebiet. Nächster Zwischenstopp auf dem Ochsenweg ist Neumünster, ein elegantes Städtchen umgeben von Mooren und Seen. Auf dem Weg zum Etappenziel geht es nun nach Wiemersdorf, danach geht es über Fuhlendorf nach Bad Bramstedt im Zentrum des Holsteiner Auenlandes, auch „Grüne Mitte Holsteins“ genannt. Hier gibt es einige historische Bauwerke zu entdecken.

Sumpfzypressen im Arboretum Ellerhoop - Ochsenweg

Sumpfzypressen im Arboretum Ellerhoop © Michael Hahn – stock.adobe.com

5. Etappe: Bad Bramstedt – Wedel (63 km): Auch die letzte Etappe auf dem Ochsenweg bietet noch einiges zum Sehen und Erleben. Von Bad Bramstedt geht es an der Unteren Osterau und dann an der Ohlau entlang durch Auenlandschaften, Felder, Wiesen und Weiden, bis Lentföhrden erreicht ist. Über Langeln und Bilsen radelt man weiter nach Ellerhoop, weltbekannt für das Arboretum Ellerhoop-Thiensen. Der faszinierende Baumpark präsentiert unter anderem einen aus dem Tertiär stammenden Sumpfzypressenwald, einen Bernsteingarten, ungewöhnliche Pfingstrosen- und Rhododendrensammlungen und vieles mehr. Uetersen ist bei Blumenfreunden beliebt: das Rosarium Uetersen beherbergt mehr als 30.000 Blüten und 830 unterschiedliche Sorten. Auch historische Bauwerke und beliebte Veranstaltungen hat Uetersen zu bieten. Vor dem Etappenziel Wedel lockt ein Abstecher an die Haseldorfer Binnenelbe und in das angrenzende Naturschutzgebiet. Wedel hat die Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höft, die Wedeler Marsch, den Roland oder Norddeutschlands größten Jachthafen zu bieten.

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Bildquellen

  • Feldweg in der Holsteinischen Schweiz: © Thorsten Schier - fotolia.com
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  • Nortorf: © Kay Boysen - stock.adobe.com
  • Sumpfzypressen im Arboretum Ellerhoop: © Michael Hahn - stock.adobe.com
  • Landschaft in der Holsteinischen Schweiz: © Thorsten Schier - stock.adobe.com