Das Medizinhistorische Museum der Charité in Berlin

Das Berliner Medizinhistorische Museum ist eine Einrichtung der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Es gewährt seinen Besuchern faszinierende Einblicke in die Entwicklung der Medizin der letzten 300 Jahre.

Die Geschichte des Medizinhistorischen Museums

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, Präparatevitrinen

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité,
Präparatevitrinen © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité – BMM, Foto: Thomas Bruns

An der Charité in Berlin gibt es seit über 100 Jahren ein Museum; gegründet wurde es als „Pathologisches Museum“ von dem weltberühmtem Pathologen Rudolf Virchow, der es im Jahre 1899 eröffnete und es bis 1901 mit 23.066 Präparaten in großen gläsernen Schauvitrinen auf fünf Etagen bestückte, die beinahe alle damals bekannten Erkrankungsformen zeigten. Bis 1914 war das Museum für interessierte Laien zugänglich, der Erste Weltkrieg setzte dem Museum jedoch ein Ende. Der Zweite Weltkrieg vernichtete beinahe die komplette Präparatesammlung, die zwischenzeitlich auf 35.000 angewachsen war. Erst nach dem Fall der Mauer erwachte die Idee, erneut ein Museum einzurichten, erneut; 1998 gelang es, das Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité zu eröffnen. Das Museum verfügt heute über eine Reihe medizinhistorisch bedeutsamer Spezialsammlungen. Die auf Virchow zurückgehende Präparatesammlung umfasst heute rund 10.000 pathologisch-anatomische Feucht- und Trockenpräparate, die Dauerleihgabe der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft beinhaltet rund 1.100 augenmedizingeschichtliche Objekte. In der Sammlung finden sich auch eine Reihe zahnmedizinhistorischer Objekte sowie humanmedizinhistorische Gegenstände, wie zum Beispiel diagnostische und therapeutische Instrumente.
Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, Präparatesaal

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Präparatesaal © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité – BMM

Die Dauerausstellung im Medizinhistorischen Museum

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité zeigt in seiner umfangreichen Dauerausstellung mit einer Ausstellungsfläche von 800 qm über 300 Jahre Medizingeschichte. Der Rundgang beginnt im 18. Jahrhundert, danach betritt der Besucher spezifische Räume, die die westlich-abendländisch geprägte Medizin in den vergangenen drei Jahrhunderten hervorgebracht hat: Anatomisches Theater, Anatomisches Museum, Seziersaal des Pathologen, Labor, Klinik und Untersuchungszimmer. Jede Schauetage führt in einen Schwerpunktraum: zum einen in die Virchowsche Präparatesammlung, zum anderen in einen historischen Krankensaal mit 10 „Fällen“ aus drei Jahrhunderten. Zehn individuelle Krankheitsgeschichten aus drei Jahrhunderten – von der jungen Frau mit einer „schwierigen Geburt“ 1727 bis zu einem Sepsis-Patienten auf der Intensivstation 2006 – zeigen die Sicht des Patienten.
Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, Dauerausstellung, Röntgen und Endoskopie

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Dauerausstellung, Röntgen und Endoskopie © Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité – BMM, Foto: Thomas Bruns

Auch Irrungen und Abwege in der Medizin kommen zur Sprache, ebenso wird sich kritisch mit der Medizin im Nationalsozialismus auseinandergesetzt. Wichtiger Bestandteil der Ausstellung ist die berühmte, von Rudolf Virchow begründete Präparatesammlung. Verknüpft werden die Ausstellungsebenen durch ein Text-Bild-Band zur Geschichte der Charité. Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité Charitéplatz 1 10117 Berlin www.bmm-charite.de
2019-05-31T08:50:41+00:00
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