Der Erzweg: Durch das Land der tausend Feuer

Der Erzweg ist ein etwa 160 km langer Fernwanderweg, der sich von Pegnitz bis nach Kastl zieht und dabei auf den Spuren der Erzgeschichte im damaligen „Ruhrgebiet des Mittelalters” wandelt. Historische Sehenswürdigkeiten und Erzabbaugebiete wechseln sich ab mit schönen Wäldern und malerischen Ortschaften.

Highlights und Etappen auf dem Erzweg

Der Erzweg ist ausgezeichnet als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ und gehört zu den schönsten Wanderrouten im Bayerischen Jura. Der Wanderweg verbindet auf einzigartige Weise Natur mit Kultur und Montangeschichte. Naturgenuss bieten tief eingeschnittene Täler, sanft geschwungene Hügellandschaften, weite Wälder und idyllische Bach- und Flusslandschaften. Der Erzweg durchquert eine kulturhistorische Landschaft mit Ruinen, alten Erzstädten wie Amberg oder Sulzbach, imposanten Klosteranlagen, barocken Schlössern sowie alten Erzgruben. Eingeteilt ist der Erzweg in elf Etappen; der Wanderweg kann jedoch auch problemlos individuell geplant werden. Die Hauptroute ist durchgehend markiert mit einem roten Kreuz auf weißem Grund.

1. Etappe: Pegnitz – Michelfeld (16 km): Start des Erzweges ist Pegnitz, danach geht es vorbei an dem stillgelegten Bergwerk Johannesschacht und alten Erzhalden. Weite Hochflächen und Tallandschaften prägen diese Etappe. Durch das romantische Flembachtal ist das Etappenziel Michelfeld mit seinem berühmten Asam-Kloster erreicht.

2. Etappe: Michelfeld – Auerbach (9 km): Erzgeschichte vom Feinsten bietet die zweite Etappe des Erzwegs: Nach dem Speckbachtal wartet die Grube Leonie, die 1987 stillgelegt wurde. Das Bergbaugelände gehörte einst zur größten Erzlagerstätte der Oberpfalz. Dann geht zum Etappenziel Auerbach mit seiner langen Erztradition.

3. Etappe: Auerbach – Neuhaus (13 km): Höhlen, Bergwerke und Felsen prägen diese Etappe, die vom Oberpfälzer Hügelland in die Kuppenalb führt. Nach Auerbach geht es an den Maffeischächten vorbei und entlang einer ehemaligen Bahnlinie, die dem Transport von Erz diente. Nach dem Schlawackenberg passiert der Weg die Vogelherd- und die Maximiliansgrotte, bevor das Etappenziel erreicht ist.

Wanderer unterwegs auf dem Erzweg bei der "Steinernen Stadt", einer beeindruckenden Felsansammlung im Wald nahe Auerbach

4. Etappe: Neuhaus – Etzelwang (16 km): Die vierte Etappe durchquert über längere Strecken die sanft gewellten Hochebenen der Frankenalb. Auf der Wanderung passiert man die Schlierau-Kapelle, hoch aufgetürmte Felsformationen sowie die Burg Rupprechtstein, bis Etzelwang erreicht ist.

5. Etappe: Etzelwang – Lichtenegg (11 km): Steile An- und Abstiege, imposante Burgruinen, kleine felsdurchsetzte Feld- und Waldstücke sowie tief eingeschnittene Täler prägen diese Etappe im oberpfälzisch-fränkischen Grenzgebiet. Im Etappenziel LIchtenegg lohnt sich ein Aufstieg zur Burgruine, die einen herrlichen Ausblick bietet.

6. Etappe: Lichtenegg – Sulzbach-Rosenberg (14 km): Nach Lichtenegg führt die Etappe hinauf auf den Beselberg, danach wird die europäische Hauptwasserscheide überschritten. Das Etappenziel Sulzbach-Rosenberg ist das frühere Zentrum der Erzverarbeitung.

7. Etappe: Sulzbach-Rosenberg – Amberg (19 km): Die Wälder des Sulzbacher Stadtwaldes, die felsumstandenen Ausläufer der Kuppenalb und die weiten Aussichten auf den Oberpfälzer Jura, das Vilstal und das Naabgebirge zeichnen diese Etappe des Erzweges aus. Vorbei am alten Stahlwerk Maxhütte geht es hinauf auf den Erzberg. Am Stadtrand von Amberg wartet der Mariahilfberg mit der bekannten Wallfahrtskirche und einer grandiosen Aussicht auf Amberg.

Rathaus in Amberg - Erzweg

8. Etappe: Amberg – Paulsdorf (11 km): Nach der Besichtigung von Amberg geht es in eine vielgestaltige Kulturlandschaft mit Kiefernhängern, Feldern, Waldpfaden und Fischweihern, bis das Etappenziel Paulsdorf erreicht ist.

9. Etappe: Paulsdorf – Theuern (16 km): Diese Etappe zeigt einen großen montangeschichtlichen Bezug neben landschaftlicher Vielfalt mit Wäldern, Bach- und Flusslandschaften sowie Hochflächen. Durch weite Kiefernwälder gelangt man zum Gelände der ehemaligen Grube Luxemburg, danach ist das Etappenziel erreicht.

10. Etappe: Theuern – Heimhof (20 km): Die zehnte Etappe ist stark durch Wald geprägt und hat einen großen industriehistorischen Bezug: Der Weg passiert die Hammerschlösser in Theuern und Wolfsbach, die Vils als Transportweg und den Hirschwald als Holzlieferant für die Verhüttung.

Das 1781 erbaute Hammerherrenschloss in Theuern bei Kümmersbruck ist Sitz des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern

11. Etappe: Heimhof – Kastl (12 km): Karsthochflächen, felsumstandene Waldhänge, die Lauterach und aussichtsreiche Felskuppen prägen die letzte Etappe des Erzwegs. Am Endpunkt der Wanderung wartet die mächtige Klosteranlage von Kastl.

2019-02-18T12:26:02+00:00
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