Frauenchiemsee: Die Insel der Künstler und Gelehrten

Wenn das Jahr sich langsam aber sicher seinem Ende zuneigt und die Tage wieder kürzer und kälter werden, blicken viele Menschen auf die vergangenen Monate zurück und reflektieren die vielen Erlebnisse und Ereignisse. In der hektischen Großstadt sucht man Ruhe und Besinnlichkeit leider oft vergebens, doch manche Orte strahlen einen geradezu magischen Frieden und herrliche Entspannung aus, wie die Insel Frauenchiemsee, auch Fraueninsel, genannt.

Der Chiemsee beherbergt insgesamt drei Inseln, von denen Herrenchiemsee, die Herreninsel, die größte ist. Gleich danach folgt Frauenchiemsee, die Fraueninsel, auf der zur Zeit etwa 300 Menschen leben. Ein Linienschiff befördert ganzjährig Besucher und Touristen auf die Insel, die zur autofreien Zone erklärt wurde.  

Insel Frauenchiemsee aus der Vogelperspektive

Fraueninsel im Chiemsee aus der Vogelperspektive – © hanphosiri- fotolia.com

Die historische Torhalle im Benediktinerkloster Frauenwörth

Besonders bekannt auf der Insel Frauenchiemsee ist das Benediktinerkloster Frauenwörth. Die erste in den Geschichtsbüchern bezeugte Äbtissin war Irmengard vom Chiemsee, die Tochter von König Ludwig. Als Irmengard auf die Fraueninsel kam, war das Kloster in einem desolaten Zustand, so dass es ihre erste Aufgabe war, die Anlage wieder aufzubauen. Seitdem ist die Insel auch ein Wallfahrtsort zur Verehrung der seligen Irmengard. 

Das Kloster Frauenwörth , in dem nach wie vor Benediktinerinnen leben, die unter anderem Unterricht am Irmengard-Gymnasium für Mädchen geben, kann auch für Seminare und Tagungen gebucht werden. Für jeden Besucher zugänglich ist die historische Torhalle, die aus dem 8. Jahrhundert stammt und in ihrer ursprünglichen Funktion als vorgelagerter Eingang zum Kloster diente. Heute können dort die Sammlung des archäologischen Staatsmuseums München und Bilder von Chiemseemalern besichtigt werden.

Künstler, Maler und Schriftsteller zog es immer wieder auf die Insel mit ihrer pittoresken Landschaft und dem herrlichen Ausblick auf die Berge. Besonders im 19. Jahrhundert, als die Malerei in der freien Natur immer mehr in Mode kam, zogen viele Künstler aus München auf die Fraueninsel: Maler wie Franz Roubaud oder Christian Christoph Ruben sind hier begraben. Auch der Kirchenkomponist Nobert Hauner lebte viele Jahre auf Frauenchiemsee und verstarb ebenfalls auf der Insel.

Steg am Chiemsee, Abendstimmung - Frauenchiemsee

Steg am Chiemsee, Abendstimmung – © Svenni- fotolia.com

Frauenchiemsee: Bekannt für traditionelle Töpferkunst seit vierhundert Jahren

Da das Kloster Frauenwörth von Anfang an auf Selbstversorgung ausgelegt war, siedelten sich viele Handwerker auf der Insel Frauenchiemsee an, so dass zum Beispiel im Jahre 1609 die Inseltöpferei ins Leben gerufen wurde. Seit 1723 betreibt Familie Kampfleuthner mit Leidenschaft und Engagement ihren Handwerksbetrieb. Im Inselladen gibt es kunstvoll hergestellte Teller, Vasen, Krüge, Lampen, Schalen, Namensschilder und alle möglichen dekorativen Gegenstände für das eigene Heim zu kaufen. So kann sich jeder Besucher ein Stück Frauenchiemsee mit nach Hause nehmen.

Weitere Informationen:
http://www.chiemsee-alpenland.de/Media/Sehenswuerdigkeiten-Ausflugsziele/Karolingische-Torhalle
2019-03-24T14:47:03+00:00
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