Bouldern: Hohes Niveau in geringer Höhe

Bouldern, abgeleitet von dem englischen Begriff für Felsen (boulder), bedeutet Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt, in der Regel an einer Kletterwand, aber auch an Felswänden und Felsblöcken in geringer Höhe. Geringe Höhe meint dabei eine Absprunghöhe, also eine Höhe, aus der man gefahrlos und ohne Verletzungsrisiko abspringen kann. Diese Disziplin des Sportkletterns erlebt seit den 1990er Jahren einen beständigen Boom.

Die Entwicklung vom Klettern zum Bouldern

Der Bouldersport wurde in den 1950er und 1960er Jahren zu einem Klettersport weiterentwickelt; neue Klettertechnicken mit Elementen aus dem Geräteturnen kamen zum Einsatz, ebenso wurde die 3-Punkte-Regel verworfen, die im Klettern besagt, dass von den vier Gliedmaßen stets drei mit dem Fels in Kontakt sein sollen. Ohne diese Regel konnte der Schwung der letzten Bewegung für den nächsten Zug genutzt werden, so dass eine fließende, dynamische Gesamtbewegung entsteht (ein sogenannter „flow“). Wesentliche Ausrüstungsteile für das Bouldern sind Kletterschuhe und der Magnesiasack, der mit dem Bouldern Einzug ins Klettern hielt.
Bouldern in der Natur

Bouldern in der Natur © anatoliy_gleb – fotolia.com

Bouldern als Freizeitsport

Mit Geschicklichkeit und Kreativität, einem ausbalancierten Körpergefühl und der richtigen Technik gilt es, einen sicheren Weg durch den Parcours zu finden. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen, die man an den unterschiedlich gefärbten Griffen an der Kletterwand erkennt. Da im Gegensatz zum herkömmlichen Klettern an Kletterwänden ohne Seil und Sicherung gebouldert wird, kommen Crashpads, das sind dicke Matten am Boden, zum Einsatz, und der Kletterpartner, der sogenannte Spotter, sorgt ebenfalls dafür, dass man einen Absprung unbeschadet übersteht. Der Spotter hat dabei nicht die Aufgabe, den Partner aufzufangen, sondern den Fall mit den Händen zu steuern, um eine Landung auf den Füßen zu ermöglichen. Bouldern trainiert nicht nur das Koordinationsvermögen, sondern auch Kraft und Geschicklichket bis in die Fingerspitzen und macht zudem viel Spaß. Kletterhallen haben meistens spezielle Boulder Parcours, und so kann man diese Trendsportart das ganze Jahr über ausüben. Könner klettern gern auch mal im Freien an echten Felsblöcken.
2018-11-06T14:27:20+00:00
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