Freizeit ist in der modernen Gesellschaft zu einem wertvollen Gut geworden. Für eine längere Reise reicht sie daher oft nicht, zumindest nicht mehrmals pro Jahr. Das bedeutet aber nicht, dass Sie sehnsüchtig auf den nächsten Urlaub warten müssen. Stattdessen können Sie Entspannung, Erholung, Ablenkung, Action oder wonach auch immer Sie in der Ferne suchen würden bei Mikroabenteuern finden – ohne viel Zeit oder lange Anreise. Denn folgende Tipps ermöglichen es Ihnen, den Urlaub einfach nach Hause zu holen, wann immer Sie ein paar freie Stunden haben. Sie werden sich anfühlen, wohltuende Effekte haben und unvergessliche Erinnerungen kreieren wie Urlaub. Viele gute Gründe also, um diesen neuen Trend mitzumachen.

Mikroabenteuer – was soll das sein?

Wenn Sie die nächste Reise kaum abwarten können, sollten Sie sich fragen, weshalb das so ist. Denn jeder Mensch hat individuelle Gründe, weshalb die Auszeit vom Alltag so heiß ersehnt wird. Sie wünschen sich vielleicht einen Kulissenwechsel, eine Möglichkeit zum gedanklichen Abschalten, einen Adrenalinkick oder andere Dinge, die sie scheinbar zwischen Job, Haushalt, Familie & Co. nicht finden. Also warten sie bis zum nächsten Urlaub, um all das erleben zu können. Aber ist das nicht schade? Das Leben ist schließlich zu kurz, um es nur einmal pro Jahr richtig zu genießen und den Rest der Zeit auf die nächste Reise zu warten. Genau das denken sich immer mehr, vor allem junge Leute, und deshalb liegen Mikroabenteuer voll im Trend. Sie bieten Ihnen die Möglichkeit, all das zu erleben, wofür Sie sonst nur im Urlaub die Gelegenheit haben, sozusagen in abgespeckter Form für mehrere Stunden oder ein bis zwei Tage. Mikroabenteuer sind somit nichts anderes als Kurztrips in die Region, die Sie in Ihrer Freizeit nach Feierabend oder an den Wochenenden unternehmen können – und die Ihnen das Gefühl geben, im Urlaub zu sein. An tollen Reisezielen innerhalb von Deutschland mangelt es nicht.

Ab in die Natur!

Natürlich kann sich auch ein Tag im Wellness-Hotel oder ein Museumsbesuch nach Urlaub anfühlen, je nach individuellem Geschmack. Wirklich abenteuerlich sind diese in der Regel aber nicht. Deshalb suchen immer mehr Menschen die Nähe zur Natur, denn sie assoziieren vor allem das Schwimmen im Meer oder in einem See, das Sonnenbaden, das Wandern oder ähnliche Naturerfahrungen mit Urlaub. Dort finden sie Abenteuer und Entspannung gleichermaßen sowie in einem Ausmaß, das nirgendwo sonst geboten ist. Auch die Wissenschaft belegt, dass die Natur optimal beim gedanklichen Abschalten helfen kann und dadurch zahlreiche positive Effekte auf Ihre Gesundheit hat. Und dabei ist es irrelevant, ob es sich um mehrere Wochen oder nur mehrere Stunden handelt, die Sie in der Natur verbringen. Mikroabenteuer bedeuten deshalb, Ausflüge in die nahegelegene Natur zu unternehmen und dort von Erholung bis Action einen Tag ganz nach den eigenen Vorlieben zu verbringen; einen unvergesslich schönen Tag, der die Zeit bis zum nächsten richtigen Urlaub versüßt.

Ideen für Mikroabenteuer

Es müssen also nicht immer die klassischen Reiseziele in der Nähe sein, um auch ohne Urlaub das eigene Fernweh zu stillen. Stattdessen sind es oftmals die unscheinbaren, vielleicht sogar menschenleeren Anlaufstellen in der Natur, die für Mikroabenteuer hervorragend geeignet sind. Denn es kommt hierbei weniger auf das „Wo“ als auf das „Was“ an. Folgende Ideen können Sie daher überall umsetzen, sei es auf dem See um die Ecke, im Wald hinter dem Ortsrand oder in den nächstgelegenen Bergen, egal wo in Deutschland Sie wohnen.

1. Wanderungen für eine neue Perspektive

Das Wandern in der eigenen Region mag auf den ersten Blick langweilig klingen. Auf den zweiten Blick schenkt es Ihnen aber die Möglichkeit, eine ganz neue Perspektive auf die Heimat zu erlangen. Denn garantiert gibt es noch Ecken, welche Sie nicht kennen und die eine Erkundung wert sind. Querfeldein zu gehen, ist dafür die beste Möglichkeit – aber natürlich nur dort, wo es auch erlaubt ist. Ziehen Sie am besten einfach mit einem Zirkel einen Kreis um Ihr Haus, je nachdem, welche Distanz Sie wünschen und zeitlich stemmen können. Nun folgen Sie diesem Kreis und lassen sich überraschen, was Sie auf diesem Weg erwartet.

Aber es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, um spannende Wege zu erkunden: Orientieren Sie sich beispielsweise an einem Fluss und folgen Sie diesem oder umrunden Sie einen See, den Sie bislang nur vom Badestrand aus kennen. Noch mehr Abenteuer erleben Sie, wenn Sie den Weg völlig dem Zufall überlassen. Nehmen Sie eine Münze mit und werfen Sie diese an jeder Kreuzung, so dass sie darüber entscheidet, ob Sie rechts oder links gehen. Auch ein Würfel eignet sich für diesen Zweck. Zuletzt versprechen Nachtwanderungen stets eine Extraportion Spannung. Vor allem mit Begleitung und speziellen Challenges werden sie zum unvergesslichen Abenteuer, über das Sie noch lange Zeit sprechen.

2. Hoch hinaus auf Berge, Felswände & Co.

Schwindelfreie Abenteurer sind am nächstgelegenen Berg gut aufgehoben. Recherchieren Sie also, welcher der höchste Gipfel in Ihrer Region ist und besteigen Sie diesen. Vielleicht gibt es sogar einen Klettersteig oder zumindest eine Felswand, die zum Klettern geeignet ist – sofern Sie über die passende Ausrüstung und ausreichend Erfahrung verfügen. Ansonsten können Sie stattdessen am unteren Ende bleiben und beispielsweise durch eine Schlucht wandern oder Höhlen erkunden. Wo immer die Landschaft also etwas steiniger wird und einige Höhenmeter aufweist, finden Sie garantiert zahlreiche Möglichkeiten für Mikroabenteuer. Ein besonderes Erlebnis sind dabei Sonnenuntergänge oder -aufgänge auf dem Berg; wieso also nicht gleich dort übernachten, wenn das Wetter mitmacht?!

3. Ausflüge auf das Wasser – von entspannt bis rasant

Stand-up-paddling

 

An heißen Sommertagen zieht es viele Menschen ans Wasser, um dort zu baden oder einfach zu relaxen. Nur wenige begeben sich aber auf das Wasser, obwohl dort zahlreiche Mikroabenteuer warten. Sie können beispielsweise ein Stand-Up-Paddleboard, kurz SUP, kaufen oder ausleihen und damit über das Wasser gleiten. Regelrechte Wasserwanderungen sind damit heutzutage möglich, sei es auf einem ruhigen See oder einem Fluss. Alles, was Sie dafür brauchen, ist ein entsprechendes Gewässer und ein geeignetes Board, abhängig vom gewünschten Einsatzzweck. Mit etwas Übung ist das „SUPen“ dann gar nicht so schwierig, aber bietet eine intensive Naturerfahrung mit Urlaubsfeeling, bei dem von Freunden über die Kinder bis hin zum Hund quasi jeder mitgenommen werden kann.

Alternativ können Sie ein Kanu oder Kajak wählen, ein Boot mieten oder ein ähnliches Fortbewegungsmittel wählen, das in Ihrer Region zur Verfügung steht. So oder so sind Ausflüge auf das Wasser eine willkommene Abwechslung zum Alltag.

4. Sich auf das Fahrrad setzen…

…und immer der Nase nach in die Natur zu fahren, ist ebenfalls ein simples, aber denkwürdiges Mikroabenteuer. Mit genügend Proviant und einer Karte kann es losgehen. Auf dem Weg wird so mancher Ort zu einer kurzen Pause verführen, sei es ein Schloss, ein Restaurant oder einfach ein wunderschöner Aussichtspunkt. Suchen Sie hingegen nach etwas mehr Action, können Sie sich auf die nächstgelegene Downhill-Strecke begeben und rasant durch den Wald jagen – auch hier natürlich nur mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung. Darf der Ausflug etwas länger sein, können Sie stattdessen das Bikepacking ausprobieren, bei dem Sie unter freiem Himmel oder mit dem Zelt in der Natur schlafen und über mehrere Tage hinweg lange Strecken zurücklegen können. Sie werden selbst erstaunt sein, wie weit Sie kommen!

downhill mit dem mountainbike

5. Nach „Lost Places“ suchen

Zuletzt macht noch ein weiterer Trend die Runde, der sich perfekt mit einem Mikroabenteuer verbinden lässt: die Suche nach „Lost Places“. Dabei handelt es sich um verlassene Orte wie Ruinen, verfallene Autos im Wald oder stillgelegte Freizeitparks – um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Gewiss gibt es auch in Ihrer Region einige dieser „Lost Places“. Am besten recherchieren Sie aber gar nicht vorab, sondern begeben sich selbst auf die Suche, was die Sache umso spannender macht. Also ab in die Natur und Augen auf, dann lassen nicht nur die „Lost Places“, sondern gewiss auch die unvergesslichen Abenteuer nicht lange auf sich warten.

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