Die Schleswiger Museumsinsel bietet einen spannenden Ausflug in die Geschichte Schleswig-Holsteins und zeigt archäologische Schätze und Kunstwerke. Im Schloss Gottorf sind das Museum für Archäologie und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte untergebracht. Ebenso sehenswert: der Gottorfer Globus sowie der Barockgarten nahe dem Schloss.

Das Schloss Gottorf – Zentrum der Schleswiger Museumsinsel

Das Schloss Gottorf hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Erstmals erwähnt unter Bischof Occo um 1160, wurde aus der herzoglichen Burg eine Schlossanlage und aus dieser im 19. Jahrhundert eine Kaserne, bevor nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich die Museen für Archäologie und für Kunst und Kulturgeschichte einzogen. Unter Herzog Friedrich III. (1597 – 1656) entwickelte sich Gottorf zu einem der bedeutendsten Fürstenhöfe seiner Zeit. Das Schloss galt als eines der kulturellen Zentren Nordeuropas und der Gottorfer Riesenglobus, der Barockgarten und die reichen Sammlungen der Kunstkammer und der Bibliothek in der Gotischen Halle waren berühmt.

  • Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf gewährt einen einzigartigen Blick auf Höhepunkte der Kunst und Kulturgeschichte des nördlichsten Bundeslandes. Ausgewählte Kunstwerke und Objekte werden auf mehr als 15.000 Quadratmetern präsentiert. Die Sammlung reicht von Kirchenkunst aus dem Mittelalter bis hin zu zeitgenössischer Malerei, von Möbeln bis hin zum Kunsthandwerk. Highlights sind die Fayencen des Ostseeraums, die Gemälde von Lucas Cranach, die Norddeutsche Galerie mit Künstlern, die einen Bezug zu Schleswig-Holstein haben, sowie die Schau der Stiftung Horn mit expressionistischen Werken von Nolde bis Rohlfs. Der Skulpturenpark auf der Schleswiger Schlossinsel präsentiert um das prächtige barocke Bauwerk des Schlosses herum mehr als 50 Werke der Bildhauerkunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
  • Das Museum für Archäologie: Das Museum für Archäologie Schloss Gottorf beherbergt mehr als 10 Millionen Funde aus 80.000 Jahren Menschheitsgeschichte, darunter sind spektakuläre wie das Nydamboot und die Moorleichen, zu denen auch das Kind von Windeby zählt.

Der Gottorfer Globus und der Barockgarten

Er galt vor rund 350 Jahren als astronomisches Wunderwerk: der Gottorfer Globus. Das erste Planetarium der Geschichte steht für die Weltoffenheit Friedrichs III., unter dessen Herrschaft Gottorf im 17. Jahrhundert zu einem der bedeutendsten Fürstenhöfe und kulturellen Zentrum in Nordeuropa geworden ist. Mit einem Durchmesser von drei Metern bot die Kugel auf ihrer Außenfläche die Kartographie der damals bekannten Welt, während sie im Inneren figürlich ausgeschmückt einen vollständigen Sternenhimmel des 17. Jahrhunderts zeigte. 2005 kehrte der Globus zurück – als Rekonstruktion, in dem die Besucher wie einst der Herzog Platz nehmen und eine achtminütige Fahrt um die Erde unternehmen können.

Ab 1637 ließ Herzog Friedrich III. rund 500 Meter nördlich der Schlossinsel einen ganz besonderen Garten, das sogenannte Neue Werk, anlegen, um dort viele im 17. Jahrhundert noch exotische Pflanzenarten zeigen zu können. Wie der Globus ist auch die geschichtsträchtige Gartenanlage wiederhergestellt worden – dafür konnten ihre überlieferte Gartenarchitektur und sogar einige der ursprünglichen und erhaltenen Pflanzen herangezogen werden. Seit 350 Jahren ohne Pflege hatten sich auf dem Gelände des ehemaligen Gottorfer Barockgartens aus der Vielfalt fremder Pflanzen immerhin rund 20 Arten erhalten – ein lebendiger Nachlass der hohen botanischen Kultur am Hof der Gottorfer Herzöge.

Museumsinsel Schloss Gottorf
Schlossinsel 1
24837 Schleswig

Weitere interessante Museen

Entdecken
Entdecken

Bildquellen

  • Cranachsaal: © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen / Leihgabe der Bundesrepublik Deutschland
  • Kind von Windeby: © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
  • Barockgarten: © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
  • Globus von innen: © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen / Marcus Dewanger
  • Schloss Gottorf im Sommer: © Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen