Das Museum für Meterologie und Aerologie in Lindenberg zeigt als Deutschlands einziges Wettermuseum Schätze aus über 100 Jahren Wetterforschung.

Die Geschichte des Museums

Meteograph

Meteograph © Konstantin Börner

Das Meteorologische Observatorium Lindenberg wurde im Jahr 1905 durch Richard Aßmann als „Königlich-Preußisches Aeronautisches Observatorium“ gegründet und hatte große Bedeutung für die Entwicklung der Luftfahrt und die Erforschung der höheren Luftschichten. Zuvor hatte das Aeronautische Observatorium in Berlin-Reinickendorf zwischen 1900 und 1905 die ersten Aufstiege von meterologischen Drachen unternommen. Diese Drachen beförderten Messgeräte, die Luftdruck, Temperatur und Windgeschwindigkeit messen sollten, in die Höhe. Um den zunehmenden Verkehr und die vermehrten Hochspannungsleitungen der wachsenden Metropole Berlin nicht zu gefährden, wanderte das Observatorium schließlich nach Lindenberg in Brandenburg. Seit der Einweihung des Königlich-Preußischen Aeronautischen Observatoriums 1905 ist Lindenberg Standort der Aerologie, der Höhenwetterkunde.

Ausstellungen im Wettermuseum

Das Wettermuseum will als Schwerpunkt seiner Tätigkeit die richtungweisenden Forschungsarbeiten des Lindenberger Observatoriums im ersten Jahrhundert seines Bestehens zugänglich machen, aber auch die gegenwärtige besondere Bedeutung des Observatoriums zeigen. Erste Meteorologen tüftelten im Labor, stiegen auf Berge, wurden wagemutige Ballonfahrer. Das Wettermuseum zeigt die Anfänge und Fortschritte bis zur heutigen Wissenschaft und Forschung.

Die Dauerausstellung „Vom Wetter zum Klima“ zeigt auf ca. 160 qm wesentliche Entwicklungen und Ereignisse aus rund 100 Jahren – und spannende Messverfahren, die man nicht unbedingt kennt. Bei einem Rundgang erlebt man die Entwicklung von der Wetterbeobachtung über das genaue Messen einzelner Wetterelemente bis zu heutigen Wettervorhersagen. Die Instrumente zum Messen von Strahlung, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchte, Windstärke und -richtung, Bewölkung und Niederschlag werden so oft wie möglich in leichtverständlichen Installationen gezeigt. Die Ballonhalle wurde 1936 errichtet und diente damals zum Befüllen der Ballons und zum Lagern der Fesselballons und Drachen. 2007 wurde die Ballonhalle denkmalgerecht restauriert und beherbergt seitdem eine umfassende Ausstellung zu den historischen Aufstiegstechniken in der freien Atmosphäre, zum Beispiel Drachen und Radiosonden.

Wettermuseum
Herzberger Str. 21
15848 Tauche OT Lindenberg

Bildquellen

  • Meteograph: © Konstantin Börner
  • Windwand: © Konstantin Börner
  • Sonnenscheinautograph: © Konstantin Börner
  • Ballonhalle: © Konstantin Börner
  • Außenansicht Wettermuseum: © Konstantin Börner