Die Rhön: Zwischen Vulkanen, Basalt und Schafherden

Mitten in Deutschland liegt das Mittelgebirge der Rhön im Länderdreieck Hessen-Thüringen-Bayern: herrliche Naturlandschaften mit freistehenden Hügeln, tiefen Wäldern, Basaltsäulen, Vulkanschloten, Seen und Mooren laden zum Wandern und Entspannen ein, prähistorische Bauten, mittelalterliche Burgen und Schlösser sowie malerische Städte wie Bad Kissingen und Fulda bieten viele Ecken zum Entdecken und Erkunden. Ein Besuch lohnt sich!

Über Seen, Moore und die Wasserkuppe: Natur entdecken in der Rhön

Die Rhön mit ihrem Mittelgebirgsvorland, das als UNESCO-Biosphärenreservat ausgewiesen ist, hat eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaften zu bieten: kuppenförmige Einzelberge aus den Resten ehemaliger Vulkanschlote prägen die Kuppenrhön, die Schwarzen Berge sind durch dunkles Basaltgestein und dichte Nadelwälder gekennzeichnet und sind eines der größten außeralpinen Naturschutzgebiete Bayerns. Charakteristisch für die Rhön sind die vielen unbewaldeten, grasbewachsenen Hügel mit den Herden des typischen Rhönschafs, die als Aussichtsberge beliebt sind.

Der höchste Berg ist die Wasserkuppe mit 950 m Höhe, die nicht nur ein Paradies für Segelflieger ist, sondern auch für Wanderer, die die herrliche Rundumsicht genießen oder einen Abstecher zur Quelle der Fulda machen wollen.

Die Rhön ist auch reich an Seen, die zwar nicht besonders groß sind, sich aber durch ihre idyllische Lage ideal als Wanderziel eignen: der Guckaisee ist der größte natürliche See in Hessen, der Silbersee liegt in der Felsenlandschaft eines ehemaligen Basaltsteinbruchs und wird zu den schönsten Seen der Rhön gezählt. Neben der malerischen Seenlandschaft verfügt die Rhön auch über bedeutende Moore: das Schwarze Moor ist ein weitgehend naturbelassenes Hochmoor und eines der bedeutendsten in Mitteleuropa.

Schafherde in der Rhön

Schafherde in der Rhön – © Andrea Wilhelm- fotolia.com

Wallanlagen, Burgen, Schaubergwerke: Sehenswürdigkeiten in der Rhön

Die Rhön ist ein Mittelgebirge mit langer Vergangenheit: erste Spuren prähistorischer Besiedlung reichen wahrscheinlich bis in die Mittelsteinzeit um 4500 v. Chr. zurück. Wissenschaftlich erforschte Höhenburgen und Wallanlagen finden sich etwa auf dem Kreuzberg, der Milseburg sowie dem Gangolfsberg und stammen aus der Zeit der Kelten bis ins 5. Jahrhundert.

Mittelalterliche Burganlagen finden sich aufgrund der geringen strategischen Bedeutung des Mittelgebirges nicht häufig in der Rhön, dafür sind sie um so beeindruckender: die Lichtenburg über Ostheim vor der Rhön verfügt über einen mächtigen Bergfried und stammt aus dem 11. Jahrhundert,  und die Salzburg bei Bad Neustadt ist eine der mächtigsten Burganlagen Deutschlands. Die Kirchenburg in Ostheim gilt als die größte ihrer Art in Deutschland.

Die Rhön ist zudem Schauplatz früherer bergmännischer Tätigkeiten: Felswände und Basaltsäulen zeugen noch heute vom Basaltabbau vergangener Tage, und im Erlebnis Bergwerk Merkers bei Bad Salzungen kann man einiges über Geschichte und Entwicklung des Kalibergbaus erfahren.

Klettern an der Basaltwand in der Rhön

Klettern an der Basaltwand in der Rhön – © dina- fotolia.com

Wandern, Radfahren, Fliegen: In luftige Höhen in der Rhön

Die Wasserkuppe ist nicht nur für ihre schöne Aussicht bekannt, sondern auch ein beliebtes Ziel für Segelflieger: der Berg ist Heimat der ältesten Segelflugschule der Welt.

Wer mit beiden Beinen lieber auf dem Boden bleibt findet hier auch herrliche Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren: der Hochrhöner erschließt auf mehreren Etappen die wichtigsten Gipfel und Landschaften der Region, Naturlehrpfade führen beispielsweise durch das Schwarze Moor oder über den Gangolfsberg mit seinem Vulkanismus.

Der Rhön-Radweg führt von Bad Salzungen nach Hammelburg und durchquert die Rhön von Nord nach Süd. Ideal für Familien ist der Milseburgradweg mit Deutschlands längstem Fahrradtunnel.

2019-06-20T08:06:56+00:00
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