Kulinarisches aus dem Allgäu

Die vielfältigen Landschaften des Allgäus sind auch heute noch bäuerlich und traditionell geprägt – darum findet sich auf Allgäuer Tellern noch immer das, was früher einmal reichlich vorhanden war und was es billig zu bekommen gab: Mehl, Fett, Milch, Eier, Käse und Sauerkraut. Die traditionellen Mehlspeisen sind jedoch nur ein Teil der Allgäuer Küche – kommen Sie mit auf eine kulinarische Reise durchs Allgäu.

 

Sennerei, Allgäu

Sennerei © michael hampel – fotolia.com

Käsespätzle, Schupfnudeln, Krautkrapfen

Bleiben wir zunächst bei den berühmten Mehlspeisen – die Allgäuer Küche beherbergt eine reichliche Auswahl an verschiedenen Rezepten, die sich mit einfachen Zutaten zubereiten lassen. Nicht nur bayerische, auch schwäbisch-württembergische und sogar österreichische Einflüsse haben die Allgäuer Küche geprägt, und so finden sich Kasspatzen neben Schupfnudeln (die meist mit Sauerkraut serviert werden) und Kratzat (die Allgäuer Variante vom österreichischen Schmarrn). Hier muss gleich eine weitere Spezialität des Allgäus genannt werden – denn was wären die Kasspatzen ohne den Allgäuer Käse. Zwei Sorten haben es hier zu besonderem Ruhm gebracht: der Allgäuer Emmentaler wird bereits seit 1821 hergestellt und reift etwa drei Monate im Käsekeller, um sein mildes, leicht süßes Aroma zu entfalten. Kräftiger im Geschmack ist der Allgäuer Bergkäse, der bis zu zwei Jahre im Reifekeller verbringt.

Bergkäse, Allgäu

Bergkäse © Thomas – fotolia.com

An der Allgäuer Käsestraße kann man sich dem Genuss dieser Allgäuer Spezialität hingeben – 12 Sennereien haben sich hier verpflichtet, ihren Käse nur aus silofreier Heumilch herzustellen.

Seelen, Fisch und Springerle

Wie bereits erwähnt, haben drei unterschiedliche Regionen ihre kulinarischen Spuren im Allgäu hinterlassen – und das nicht nur in Form der variantenreichen Mehlspeisen. Im Allgäu schätzt man Knödel und die bayerische Brotzeit (oft mit Wurstsalat und saurem Kas serviert) genauso wie die Maultasche und die schwäbische Flädlesuppe. Ein traditionelles Gebäck des Allgäus sind die schwäbischen Seelen – eine einfache Brotart aus Weißmehl, Hefe, Wasser und Salz, die früher an Allerheiligen oder Allerseelen den armen Menschen gespendet wurde.

Fisch spielt im Allgäu ebenso eine große Rolle: die Fischteiche liefern Forellen, und aus dem Bodensee kommen Felchen, Barsch, Weißfisch, Zander und Hecht in allen Variationen auf den Tisch – geräuchert, gegrillt, gebraten, gedünstet oder eingelegt. Besonders gut verstehen sich die Allgäuer auch im Zubereiten von Süßspeisen, die ihre Wurzeln meist in den klassischen Mehlspeisen haben – zum Nachtisch werden etwa Dampfnudeln mit Vanillesoße oder Apfelküchle mit Vanilleeis gegessen.

Springerle mit Holzform, Allgäu

Springerle mit Holzform © Marina Lohrbach – fotolia.com

Die Tradition des Springerle-Backens vor Weihnachten reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück: mit Anis gewürzter Eierteig wird mit Hilfe von Modeln (hölzernen Hohlformen) zu kreativ bebilderten Plätzchen geprägt, die im gesamten süddeutschen Raum beheimatet sind und früher auch als Geschenk beliebt waren.

2018-03-29T15:58:55+02:00
error: Bilder sind urheberrechtlich geschützt und können nicht heruntergeladen werden