Tohru Nakamura, Porträt

Zur Person

Tohru Nakamura wurde am 1. Oktober 1983 in München geboren. Als Sohn eines Japaners und einer Deutschen wuchs Tohru Nakamura in zwei (kulinarischen) Kulturen auf. Nach der Ausbildung im Königshof in München, arbeitete der heute 36-Jährige zunächst bei Joachim Wissler im „Restaurant Vendome“ bevor er nach Holland zu Sergio Hermann in das Restaurant „Oud Sluis“ wechselte. Von 2013 bis 2020 war Nakamura Küchenchef im mehrfach ausgezeichneten Restaurant Werneckhof by Geisel in München.

Tohru Nakamura, Foodbild

Das Interview

Warum sind Sie Koch geworden?

Ich erinnere mich, dass meine Eltern schon immer viel Wert auf das gemeinsame Kochen und Essen gelegt haben. Während eines Praktikums bei der berühmten Lea Linster in Luxemburg habe ich das erste Mal in einer professionellen Küche gekocht und war sofort begeistert. Das hat sprichwörtlich den Grundstein für meine weiteren Bemühungen gelegt.

Könnten Sie sich einen anderen Beruf vorstellen – und wenn ja, welchen?

Mein Vater wollte eigentlich immer, dass ich nach dem Abitur studiere und mich um eine Diplomatenlaufbahn bemühe. Allerdings wurde meine Leidenschaft für das Kochen so früh geweckt, dass ich mir keinen anderen Beruf vorstellen konnte.

Was ist für Sie das Wichtigste beim Kochen?

Ich liebe es, durch das Kochen positive Emotionen bei unseren Gästen hervorzurufen und sie mit unseren Gerichten nachhaltig glücklich zu machen. Unsere Gäste sollen sich auch noch lange nach ihrem Besuch bei uns gerne an den Abend im Werneckhof zurückerinnern.

Welches Essen macht Sie glücklich?

Um ehrlich zu sein, und das mag viele vielleicht überraschen: Omelette. Dabei meine ich das „einfache“ Omelette, das mit geschmolzener Butter in einer Pfanne zubereitet wird. Wenn man verquirlte Eier mit ein wenig Mayonnaise mischt und in die Pfanne gibt, liebe ich es, daraus ein schönes, ovales Omelette zu machen. Dieser Moment, wenn ein flüssiges Ei cremig und soft wird und sich die Textur langsam ändert – toll. Genau den perfekten Garmoment zu erwischen ist dabei entscheidend und somit die große Herausforderung. Es macht mich jedes Mal glücklich, wenn es klappt.

Was würden Sie niemals essen?

Ich probiere eigentlich alles, aber ich bin zum Beispiel kein Fan von Blauschimmelkäse.

 

Was bringt Sie aus der Fassung?

Generell Fremdenhass, Intoleranz und Respektlosigkeit.

Das größte Lob, das Sie jemals bekommen haben?

Generell freut mich im Beruf jedes ausgesprochene Lob – ob persönlich oder per Nachricht über z.B. Social Media – für unser Team. Gemeinsam wollen wir jeden Abend für unsere Gäste unvergesslich machen. Es ist Motivation pur, wenn wir hören, dass uns das gelungen ist.

Die schlimmste Kritik?

Sachliche Kritik ist wichtig für eine Weiterentwicklung. Wenn allerdings grundlos und vor allem unsachlich argumentiert wird, kann ich wenig damit anfangen.

Haben Sie persönlich ein Lieblingsrestaurant – und wenn ja, welches?

Es gibt viele Restaurants, die ich sehr schätze. Als Familie gehen wir recht häufig in München zum Ramen-Essen ins „Takumi“.

Wo oder wie erholen Sie sich?

Wenn ich Zeit mit meiner Frau und unseren beiden Kindern verbringe, beim Tennisspielen mit Freunden und natürlich auch beim Essen gehen.

Bildquellen

  • Tohru Nakamura, Porträt: © KME Studios
  • Wolfsbarsch, Sepia, milde Habanero und Artischocke: © KME Studios