Benjamin Döbbel, Porträt

Zur Person

Benjamin Döbbel hat zunächst eine Ausbildung zum Bürokaufmann absolviert, bevor er eine Ausbildung zum Koch obendrauf setzte. Nach Stationen im „Red Snapper“ und im „Selma und Rudolph“ ist er seit 2015 Küchenchef im Restaurant „Inspektorenhaus„. In diesem geschichtsträchtigen Gebäude inmitten der Altstadt geht es sympathisch-gemütlich zu. Auf der Karte stehen leckere Gerichte mit handverlesenen regionalen und saisonalen Zutaten.

Benjamin Döbbel, Foodbild

Aktuelle Auszeichnungen

  • Der Varta-Führer: 2 Diamanten | Varta-Tipp Küche
  • Gault Millau: 14 Punkte
  • Schlemmer-Atlas: 2 Kochlöffel
  • Der Große Guide: 2 Kochmützen
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Das Interview

Warum sind Sie Koch geworden?

In meiner Erstausbildung zum Bürokaufmann bin ich abends zur Aushilfe noch bei meinen Eltern im Restaurant arbeiten gewesen. Als ich dann fertig war, meinte ich zu meiner Mutter, ich möchte das Handwerk nochmal richtig von der Pieke auf lernen. Sie fragte, ob ich mir sicher bin, und das war ich! Ich brauchte Action und wollte mich kreativ ausleben. Daraufhin habe ich mich in mehreren Gourmetrestaurants beworben und konnte mir durch meine Vorkenntnisse den Lehrbetrieb aussuchen.

Könnten Sie sich einen anderen Beruf vorstellen – und wenn ja, welchen?

Ich sehe mich ja nicht nur als Koch, sondern als Gastronom mit einer Verantwortung und einem Alltag, der so vielfältig ist, dass ich erfüllt bin.

Was ist für Sie das Wichtigste beim Kochen?

Dass man sich keine Grenzen setzt. Wir dürfen so ein breitgefächertes Handwerk ausüben, bei dem man nie auslernt. Das sollte man immer kreativ und innovativ zu schätzen wissen.

Welches Essen macht Sie glücklich?

Eine originale Spaghetti Carbonara bei meinen italienischen Freunden an der Havel oder einen Aromenmenü von Kamel Haddad. Er schafft es einfach, mich mit seinem Essen zu hypnotisieren. Diese Leidenschaft und Liebe in seinen Speisen in einer Leichtigkeit, das imponiert mir immer wieder aufs Neue!

Was würden Sie niemals essen?

Ich bin immer wieder neugierig, neue Sachen auszuprobieren und sehe mich selbst auch als ziemlich schmerzfrei, allerdings muss es gewissen Werten entsprechen.

Was bringt Sie aus der Fassung?

Wenn mir etwas nicht so gelungen ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Genauso wie Arbeitsabläufe, die sich Tag für Tag wiederholen, aber dennoch manchmal falsch gemacht werden.

Das größte Lob, das Sie jemals bekommen haben?

Ich denke, das ist schwer zu sagen, da für mich jeder Gast gleichgestellt ist. Ich glaube aber, dass Menschen, die vorher vielleicht nicht so bewusst essen gegangen sind und denen man mit seiner Philosophie zum Kochen einen anderen Blickwinkel gegeben hat, das schönste Gefühl vermitteln.

Wie haben Sie persönlich die gastronomische Corona-Pause überstanden?

Für uns kam eine Umstrukturierung des Konzepts nicht infrage, da wir ein Ausflugslokal für den besonderen Anlass sind, und das soll auch so bleiben. Ich habe die Zeit gut genutzt, um vieles zu reflektieren und zu optimieren, für das man sonst im Alltag wenig Zeit und Weitblick hat. Zuhause wurde viel gekocht und in Ruhe ausprobiert, was ich auch mit unseren Gästen als Kurzvideo geteilt habe.

Wie wird die Zukunft des Fine Dining nach Corona aussehen?

Wir haben gemerkt, dass unsere Gäste ganz heiß auf den Restart waren. Es wird sich auch mehr mit der Philosophie hinter den Kreationen beschäftigt, und es ist schön zu sehen, wie sie es genießen. Ich denke, wir wissen wieder mehr zu schätzen, was wir doch für Freiheiten genießen dürfen, und die Entschleunigung unabhängig von den wirtschaftlichen Folgen hat auch ihr Positives mitgebracht.

Wo oder wie erholen Sie sich?

Mit dem Boot auf der Havel! Ich lebe im „Venedig des Ostens“, das spricht Bände…

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