Der Fernwanderweg Neckarsteig führt auf rund 130 km von Heidelberg durch den Naturpark Neckartal-Odenwald nach Bad Wimpfen und bietet eine Reihe von historischen Bauwerken, ritterlichen Burgen und Schlössern, einzigartige Landschaften und malerische Ortschaften.

Highlights und Etappen auf dem Neckarsteig

Blick ins Neckartal - Neckarsteig

Blick ins Neckartal © kraichgaufoto – stock.adobe.com

Der Neckarsteig ist ein mehrfach ausgezeichneter Wanderweg; unter anderem erhielt er das Qualitätssiegel von Wanderbares Deutschland und er wurde im Jahr 2018 zu Deutschlands schönstem Wanderweg gekürt. Das Besondere am Neckarsteig ist die Vielfalt an kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten: zahlreiche Burgen und Festungsruinen entlang des Flusses zeugen von der staufischen Vergangenheit der Region, Fachwerkhäuser, Kirchen und Schlösser warten in den vielen Ortschaften entlang des Weges auf eine Besichtigung, und das Neckartal sowie der Naturpark Neckartal-Odenwald bieten reizvolle Landschaften mit tiefen Wäldern, Schluchten, Streuobstwiesen und Feldern – eine Landschaft, die schon Dichter wie Hölderlin, Goethe und Hesse inspirierte. Der Neckarsteig ist in 9 Etappen eingeteilt, die problemlos individuell geplant werden können; zudem ist der Wanderweg hervorragend ausgeschildert.

Hinweis: Auf dem Neckarsteig befinden sich teilweise anspruchsvolle Streckenabschnitte, die über unwegsames Gelände führen – hier sind Kondition und rutschsicheres Schuhwerk angesagt. Für diese schwierigen Abschnitte bieten sich teilweise Alternativrouten an, die weniger Steigung aufweisen und ebenfalls gut ausgeschildert sind. Hier empfiehlt es sich, diese Routen vor Beginn der Wanderung genau zu planen, damit man die Alternativrouten auch ohne Probleme findet. Zu beachten ist ferner, dass der Neckarsteig nicht barrierefrei ist und nicht mit dem Fahrrad befahren werden darf.

1. Etappe: Heidelberg – Neckargemünd (13 km): Die erste Etappe des Neckarsteigs beginnt in der sehenswerten Stadt Heidelberg. Los geht es am Heidelberger Schloss. Von hier ersteigt man die 1.200 Treppenstufen der Himmelsleiter hinauf bis zum Königstuhl, der höchste Punkt der Strecke auf 567 Metern. Wer die Stufen scheut, kann eine ausgeschilderte Alternativroute erwandern oder mit der Heidelberger Bergbahn zum Gipfel fahren. Auf dem Weg nach Neckargemünd werden mehrere Hütten passiert, die für eine Rast genutzt werden können. Am Neckargemünder Friedhof vorbei gelangt man in die Altstadt mit ihren kleinen Gassen, Fachwerkbauten und der evangelischen Ulrichskirche.

Neckarsteinach, Bergstraße und Odenwald

Neckarsteinach © Fotolyse – fotolia.com

2. Etappe: Neckargemünd – Neckarsteinach (9 km): Von Neckargemünd geht es zunächst zur Bockfelsenhütte, von der aus die Aussicht über den Stadtteil Kleingemünd genossen werden kann. Sehenswert ist auch der Tillystein am Rande des Weges. Weiter geht es an der Hanselmannquelle vorbei zur Burg Dilsberg, die Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde und besichtigt werden kann. Entlang der Neckarschleuse Dilsberg-Neckarsteinach und dem Neckarufer ist bald das Etappenziel Neckarsteinach erreicht.

3. Etappe: Neckarsteinach – Hirschhorn (16 km): Vor dem Beginn der dritten Etappe lohnt sich eine kleine Tour durch Neckarsteinach; zu den Sehenswürdigkeiten gehören die Vorderburg und Mittelburg sowie die zu besichtigenden Festungen Burg Schadeck und Hinterburg, außerdem gibt es einige weitere historische Bauten aus dem Mittelalter zu besichtigen. Auf steilem Pfad geht es auf dem Neckarsteig zunächst zur Mittelburg, danach zur Burgruine Hinterburg, von der aus die Aussicht über die Neckarschleife möglich ist. Nächstes Highlight ist der Aussichtspunkt Goetheblick, von der man einen wunderbaren Blick ins Neckartal sowie auf den Dilsberg hat. Danach kommt bald die Burg Hirschhorn in Sicht, die um das Jahr 1260 gegründet wurde. Das Etappenziel ist die Altstadt von Hirschhorn.

Hirschhorn am Neckar

Hirschhorn am Neckar – © wira91- fotolia.com

4. Etappe: Hirschhorn – Eberbach (13 km): Die vierte Etappe des Neckarsteigs führt größtenteils durch bewaldete Gebiete, mitunter werden auch steile Wurzelpfade beschritten. Nach Überquerung des Flusses Ulfenbach geht es zunächst zum Schloss Hirschhorn, danach geht es über serpentinenartige Waldpfade den Stöckberg hinauf. Über der Neckarschleife bei Ersheim führt eine Weggabelung zum Naturdenkmal Steinerner Tisch, das für eine Rast genutzt werden kann. Durch den Wald geht es vorbei am Dorf Igelsbach und dem Berggipfel des Tannenkopfs. Am Neckar entlang ist bald das Etappenziel erreicht, die Altstadt von Eberbach.

5. Etappe: Eberbach – Neunkirchen (18 km): Durch die historische Altstadt von Eberbach führt die fünfte Etappe des Neckarsteigs zunächst durch die Kulturlandschaft Breitenstein. Der Neckarsteig vereint sich auf der Neckarhälde mit dem Eberbacher Pfad der Flussgeschichte; informative Lehrtafeln zeigen, wie sich der Neckar in Jahrmillionen seinen Weg gebahnt hat. Weiter geht es über den Neckarblick und den Schollerbuckel entlang des Aussichtsfelsens Teufelskanzel durch bewaldete Gebiete. Am Auberg ist die Burgruine Stolzeneck erreicht; die Burgmauern bieten einen schönen Blick über das Neckartal. Durch den Kriegwald vor Neunkirchen und am Wilden Waibelsberg vorbei ist das Etappenziel erreicht.

Blick auf Neckargerach - Neckarsteig

Blick auf Neckargerach © Eileen Kumpf – stock.adobe.com

6. Etappe: Neunkirchen – Neckargerach (18 km): Die sechste Etappe führt zunächst vorbei am Zwerrenberg und am Schlossberg zur Ruine Minneburg, danach geht es weiter nach Neckarkatzenbach. Guttenbach verfügt über einen sehenswerten Ortskern. Nächster Zwischenstopp ist die Minneburger Ziegelei; die einst für die Herstellung von Ziegeln genutzten Gebäude sind noch heute zu sehen. Über eine Brücke wird der Neckar überquert und das Etappenziel Neckargerach ist erreicht. Die Gemeinde ist als Erholungsort anerkannt und befindet sich an der romantischen Burgenstraße.

7. Etappe: Neckargerach – Mosbach (14 km): Erstes Highlight auf der siebten Etappe ist die Margarethenschlucht. Die Schlucht im Naturpark Neckartal-Odenwald verfügt über einen der höchsten Wasserfälle in Deutschland und steht seit 1940 unter Naturschutz. Hier wird auf einem alpinen Klettersteig gewandert! Über den Gickelberg ist der Binauer Forst erreicht; die Binauer Höhe bietet einen schönen Ausblick. Weiter geht es auf Feldwegen an der Gemeinde Binau vorbei zum Geoparkpfad-Schreckberg. Über Felder wandert man weiter zum Mosbacher Teilort Diedesheim. Durch das Naturschutzgebiet Henschelberg gelangt man zum Etappenziel.

Rathaus in Mosbach, Odenwald

Rathaus in Mosbach © pure-life-pictures – fotolia.com

8. Etappe: Mosbach – Gundelsheim (13 km): Sehenswert in Mosbach ist der Marktplatz mit dem Palm’schen Haus aus dem Jahre 1610 sowie das Mosbacher Schloss. Durch den Hartwald und an der Gemeinde Harthof vorbei geht es nach Neckarzimmern; sehenswert sind hier die Burg Hornberg mit einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert sowie das Neue Schloss und mehrere Fachwerkhäuser. Am Neckar entlang wandert man weiter hinauf zur Michaelskapelle, die oberhalb der Gemeinde Gundelsheim liegt und als ältestes Kirchengebäude der Region gilt. Danach erreicht man das Schloss Horneck, hier kann man ein Heimatmuseum besichtigen. Danach ist es nicht mehr weit bis zum Etappenziel.

9. Etappe: Gundelsheim – Bad Wimpfen (14 km): Die neunte Etappe führt zunächst über Felder und über den Hohberg und danach zur Burg Guttenberg. Nach dem Schlosswald folgen Wege über Felder, bis der Jüdische Friedhof erreicht ist, der sich nach dem Schlierbach und der Siedlung Aussiedlerhof befindet. Bei der Durchwanderung des Ortes Heinsheim kann die Bergkirche besichtigt werden. Nächstes Highlight ist das Heinsheimer Schloss aus dem 18. Jahrhundert. Hinter Heinsheim führt der Neckarsteig ein langes Wegstück am Ufer des Neckars entlang, danach am Winterberg vorbei bis zur Stadt Bad Wimpfen. Hier am Etappenziel lohnt sich ein Stadtrundgang.

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