Das Kirnitzschtal in der Sächsischen Schweiz

Das Kirnitzschtal ist ein Seitental des Elbtals, das zu den schönsten Tälern im Elbsandsteingebirge gehört. Benannt ist es nach dem Fluss Kirnitzsch, der bei Bad Schandau in die Elbe mündet. Das wildromantische Tal ist mit bizarren Felsformationen und urwüchsiger Natur besonders bei Wanderern und Bergsteigern ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Kirnitzschtal: Tal der Mühlen

Einst bestimmte der Waldreichtum des Kirnitzschtals und die mit ihm verbundene Holzfällerei die wirtschaftliche Entwicklung des Tals, denn die Kirnitzsch wurde zum Abtransport des geschlagenen Holzes benutzt – lange Zeit war die Flößerei die einzige Möglichkeit des kostengünstigen Transportes großer Holzmengen zur Elbe. Zudem reihten sich am Ufer der Kirnitzsch über ein Dutzend Säge-, Mahl-und Papiermühlen, die das Tal zum Tal der Mühlen machten. Heute sind diese Mühlen zum Großteil verschwunden – einzig die Neumannmühle, die wahrscheinlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde, ist als historisches Zeugnis dieser Zeit geblieben und kann als Technisches Museum Neumannmühle besichtigt werden. Wer auf den Spuren der Flößerei im Kirnitzschtal wandeln möchte, kann den 15 km langen Flößersteig erwandern, der von Bad Schandau aus am Ufer der Kirnitzsch entlang bis zur Neumannmühle führt.
Kirnitzschtal

Kirnitzschtal © Seewald – fotolia.com

Lichtenhainer Wasserfall, Kuhstall und Kirnitzschtalbahn: Sehenswürdigkeiten im Kirnitzschtal

Das Kirnitzschtal in der hinteren Sächsischen Schweiz ist reich an Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen. Zu einer der Hauptattraktionen der Region gehört der Lichtenhainer Wasserfall, der eine der ältesten, bekanntesten und am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten im Kirnitzschtal ist – schon im Jahr 1812 wurde der Wasserfall in Beschreibungen der Sächsischen Schweiz erwähnt. Der ursprünglich nur kleine, unscheinbare Wasserfall wurde bereits im Jahr 1830 durch eine künstliche Aufstauung in einem Staubecken mit aufziehbarem Wehr „beeindruckender“ gemacht.
Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal

Lichtenhainer Wasserfall © bina01 – fotolia.com

Der Kuhstall gehört ebenfalls zu den bekanntesten und  meistbesuchten Sehenswürdigkeiten im Kirnitzschtal. Das Felsentor auf dem 309 m hohen Neuen Wildenstein ist das zweitgrößte seiner Art der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. Die Wände zieren viele alte aufgemalte oder eingeritzte Inschriften, die zum Teil schon aus der Zeit früher touristischer Erschließung stammen. Hier brachten sich während des 30-jährigen Krieges die Bauern der umliegenden Dörfer mit ihrem Vieh vor den schwedischen Truppen in Sicherheit.
Kuhstall im Kirnitzschtal

Kuhstall im Kirnitzschtal © bina01 – fotolia.com

Eine weitere Attraktion des Tales ist die Kirnitzschtalbahn, die seit 1898 die Kirnitzsch auf etwa 8 km von Bad Schandau zum Lichtenhainer Wasserfall begleitet. Von allen Stationen der Bahn führen Wanderwege zu den schönsten Aussichten im Kirnitzschtal.
Kirnitzschtalbahn

Kirnitzschtalbahn © pixabay

Der Panoramaweg: Wandern im Kirnitzschtal

Einer der schönsten Wanderwege im Kirnitzschtal ist der Panoramaweg, der über 18 km von Bad Schandau über die Ortschaften Altendorf, Mittelndorf und Lichtenhain nach Saupsdorf führt. Der Weg bietet nicht nur fantastische Aussichten, sondern führt auch über Wiesen, durch Dörfer und Wälder oberhalb des Kirnitzschtals und folgt damit zum Teil einem für die Region sehr bedeutenden alten Handelsweg, der Alten Hohen Straße. Nahe Mittelndorf breitet sich das schönste Panorama des gesamten Weges aus: Im Südwesten thronen Lilienstein, Königstein, Pfaffenstein, Gohrisch, Papststein, Katzstein und die Laasensteine über dem Elbtal. Im Süden schaut man ins Kirnitzschtal. Dahinter ragen die Hohe Liebe, die Schrammsteine, die Affensteine und der Kuhstall auf.
2019-03-24T15:29:32+00:00
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