Zur Person

Meine Ausbildung absolvierte ich an der Italian Chef Academy in Rom. Anschließend führten mich meine Stationen unter anderem in das Drei-Sterne-Restaurant La Pergola im Rome Cavalieri, in das renommierte La Posta Vecchia in Ladispoli sowie in den Familienbetrieb Ristorante La Corte am Monrepos. Weitere prägende Erfahrungen sammelte ich als Chef de Partie und später als Sous Chef im Restaurant 1789 der Traube Tonbach. Seit August 2025 bin ich Küchenchef des Favorite Restaurants in Mainz.
Meine Küche verbindet die Aromen und die Leichtigkeit meiner italienischen Heimat mit der Präzision der französischen Haute Cuisine. Dabei stehen für mich hochwertige saisonale Produkte, handwerkliche Perfektion und eine moderne, klare Aromatik im Mittelpunkt. Mein Ziel ist es, klassische Techniken mit kreativen Ideen zu verbinden und Gerichte zu schaffen, die lange in Erinnerung bleiben.
Aktuelle Auszeichnungen
- Der Varta-Führer: ✔
- Guide Michelin: ✔
- Gusto: ✔
- Der Feinschmecker: ✔
- Schlemmer-Atlas: ✔
- Der große Guide: ✔
Das interview
Warum sind die Koch geworden?
Ich bin im Restaurant meiner Großeltern groß geworden. Die Küche war schon als Kind mein Lieblingsort – dort wurde gelacht, gearbeitet und mit viel Liebe gekocht. Ich habe früh erlebt, welche Freude gutes Essen den Menschen bereiten kann und wie viele Emotionen an einem gedeckten Tisch entstehen. Für mich war deshalb schon sehr früh klar, dass ich Koch werden möchte. Bis heute empfinde ich es als großes Privileg, Menschen mit meiner Arbeit besondere Momente schenken zu dürfen.
Was ist für Sie das Wichtigste beim Kochen?
Kochen ist für mich weit mehr als ein Beruf – es ist eine Leidenschaft. Das Wichtigste ist für mich, mit Respekt vor den Produkten zu arbeiten und dabei nie die Freude am Handwerk zu verlieren. Wenn ein Gast nach dem Essen den Tisch mit einem Lächeln verlässt oder durch ein Gericht eine Erinnerung geweckt wird, dann habe ich mein Ziel erreicht. Es geht darum, Emotionen zu schaffen und Menschen für einen Moment aus ihrem Alltag zu holen.
Woher holen Sie sich die Inspiration für Ihre Speisekarte?
Inspiration finde ich überall. Auf Reisen, bei Begegnungen mit Menschen, in Büchern oder beim Besuch anderer Restaurants. Oft sind es aber auch ganz einfache Dinge – ein außergewöhnliches saisonales Produkt, ein Duft oder eine Kindheitserinnerung. Meine italienischen Wurzeln begleiten mich dabei immer. Gleichzeitig haben mich die Stationen meiner Laufbahn geprägt, sodass ich versuche, Tradition und Moderne miteinander zu verbinden und jedem Gericht eine persönliche Handschrift zu geben.
Was würden Sie niemals essen?
Eigentlich gibt es nichts, was ich kategorisch ausschließen würde. Als Koch finde ich, dass man neugierig bleiben sollte. Viele Lebensmittel oder Gerichte, die zunächst ungewöhnlich erscheinen, überraschen einen am Ende oft positiv. Offenheit gehört für mich genauso zum Beruf wie Kreativität.
Welches Essen macht Sie glücklich?
Ganz klar: Pasta. Sie gehört für mich zu den schönsten Gerichten überhaupt. Ob ganz schlicht oder raffiniert – sie erinnert mich immer an meine Kindheit, an meine Familie und an die gemeinsame Zeit am Esstisch. Pasta ist für mich Heimat, Emotion und Genuss zugleich.
Was bringt Sie aus der Fassung?
Unordnung und fehlender Respekt – sowohl gegenüber Lebensmitteln als auch gegenüber Menschen. Eine gute Küche lebt von Disziplin, gegenseitigem Vertrauen und Teamgeist. Nur wenn jeder Verantwortung übernimmt, kann auf höchstem Niveau gearbeitet werden.
Haben Sie kochende Vorbilder?
Marco Pierre White hat mich schon früh fasziniert. Seine Konsequenz, seine Leidenschaft und seine kompromisslose Haltung zur Qualität beeindrucken mich bis heute. Gleichzeitig inspirieren mich viele Köchinnen und Köche, die ihren eigenen Weg gehen und authentisch bleiben. Ich glaube, jeder entwickelt mit der Zeit seine eigene Handschrift – und genau das macht unseren Beruf so spannend.
Mit welchem Politiker oder welcher Politikerin würden Sie gerne einmal gemeinsam essen?
Ich würde mich weniger für die politische Position interessieren als für den Menschen. Ein gutes Essen bringt Menschen zusammen und schafft Gespräche, die man in einem anderen Umfeld vielleicht nie führen würde. Genau das macht Gastronomie für mich so besonders.
Das größte Lob, das Sie jemals bekommen haben?
Das schönste Lob ist für mich nicht eine Bewertung oder Auszeichnung, sondern die Reaktion der Gäste. Wenn mir jemand erzählt, dass ihn ein Gericht an seine Kindheit erinnert hat oder einen besonderen Moment wieder aufleben ließ, bedeutet mir das unglaublich viel. Essen kann Erinnerungen und Gefühle wecken – wenn mir das gelingt, ist das für mich die größte Anerkennung. Natürlich ist auch der Michelin-Stern eine besondere Bestätigung für die gemeinsame Arbeit unseres gesamten Teams.
Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit und wie erholen Sie sich?
Die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden ist für mich der wichtigste Ausgleich. Dort kann ich abschalten und neue Energie sammeln. Gleichzeitig entdecke ich gerne neue Restaurants und andere Küchen. Man lernt nie aus – jede Begegnung, jede Reise und jedes gute Essen erweitert den eigenen Horizont und liefert neue Inspiration für die eigene Arbeit.
Bildquellen
- Portrait von Aniello Casalino: ©Favorite Parkhotel
- Innenraum des Favorite Restaurants: ©Favorite Parkhotel
- Gericht von Aniello Casalino: ©Favorite Parkhotel
- Philipp Heid, Porträt: © Winfried Heinze
- Florian Mennicken, Porträt: © Rutz Zollhaus
- tristan-brandt-portraet: © Opus V
- Klaus Schunack, Porträt quer: © Kuultivo Leipzig

