Der Rheingau: Wo Maler Kunstwerke schufen

Besonders im 18. und 19. Jahrhundert, im Zeitalter der Romantik, war das Rheingebiet ein beliebtes Motiv in der Malerei. Künstler wie Christian Georg Schütz oder Julius Lange verewigten die verträumte und idyllische Landschaftin ihren Gemälden, in der sich bis heute nur wenig geändert hat. Das Gebiet um den Rhein, insbesondere der Rheingau, bietet genügend Möglichkeiten für ausgedehnte Wanderungen durch grüne Weinhänge und lädt zudem seine Besucher ein, das Niederwalddenkmal und sehr gut erhaltene Bauwerke wie alte Mühlen zu besichtigen.  
Rheinpromenade von Eltville im Rheingau

Rheinpromenade von Eltville im Rheingau – © mojolo- fotolia.com

Natur im romantischen Rheingau: Moore, Wälder und Berge

Die Landschaft im Rheingau lässt sich in drei Regionen einteilen: In unmittelbarer Nähe des Rheins findet man Weinhänge, malerische Dörfer und Weingüter ebenso wie eine Vielzahl an Burgen, Schlössern, Klosteranlagen und Kirchen. Über den Weinbergen fängt das Rheingaugebirge mit dem Hinterlandswald an, der von Hochmooren und Schluchtenwäldern geprägt ist. Der Mittelrhein ist gekennzeichnet durch Felsgruppen und kleinere Weinanbaugebiete, aus denen einige der beliebtesten Weine Deutschlands wie zum Beispiel der Assmannshäuser Höllenberg kommen. Die Sommer im Rheingau sind warm und trocken, ideal für den Weinanbau, und auch im Winter werden Sie hier selten von einem Schneesturm überrascht, denn auch in den kalten Jahreszeiten bleiben die Temperaturen mild.

Eine vielbewunderte Frau: Die Germania in Rüdesheim und das Goethe-Zimmer im Brentano-Haus

Der Rheingau hat nicht nur ein großes, kulturelles Erbe an Schlössern, Kirchen und Burgen zu bieten, sondern verfügt auch über eine beträchtliche Anzahl an sehenswerten Mühlen. Egal ob die Arnetmühle, die Bugmühle oder die Waldmühle: sie alle haben die Jahrhunderte überlebt und sind mittlerweile an die 400 Jahre alt. Sie sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit und bis heute noch teilweise in Familienbesitz.
Seilbahn zum Niederwalddenkmal

Seilbahn zum Niederwalddenkmal – © cmfotoworks- fotolia.com

In Rüdesheim ragt ein monumentales Bauwerk 38 Meter in die Höhe: das Niederwalddenkmal. Das Bauwerk wurde anlässlich der Gründung des ersten vereinten deutschen Staates errichtet. Wichtigste Symbolfigur dabei ist die Germania, die auf der Spitze des Denkmals thront. Bereits seit der Antike steht sie stellvertretend für die germanischen Völker. 1883 wurde das Denkmal eingeweiht und der Bau kostete schon damals eine Million Reichsmark. Bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich das Bauwerk zu einem beliebten Ausflugsziel. Um den Touristenmassen Herr zu werden, wurde 1884 die Niederwaldbahn gebaut, die jedoch durch den Zweiten Weltkrieg ihr Ende fand. 1952 wurde stattdessen eine Seilbahn mit Gondeln installiert, die bis heute noch in Betrieb ist. Wer lieber auf Goethes literarischen Spuren wandeln möchte, sollte sich das speziell nach ihm benannte Zimmer im Brentano-Haus ansehen. Der Dichter wohnte hier in den Jahren 1814 und 1815, aber auch die Brüder Grimm waren Freunde der Adelsfamilie und deshalb häufiger zu Besuch.

Den Rheingau zu Fuß erleben

Im Rheingau werden nicht nur einfache Wanderwege angeboten, sondern auch Erlebniswanderpfade. Auf einer Strecke von knapp zwanzig Kilometer im oberen Rheingau erfahren Wanderer etwas über die Geologie und das Klima in der Region sowie über die geschichtsträchtigen Ereignisse in diesem Gebiet und natürlich die Weinherstellung. Zur Erfrischung und Stärkung gibt es Straußwirtschaften, in denen Einkehr gehalten werden kann. Allerdings haben diese Gaststuben wenig mit dem Tier gemein: im Schwabenland kennt man sie unter der Bezeichnung Besen und am Bodensee werden sie Rädlewirtschaft genannt. Sie haben es wahrscheinlich schon erraten; es sind Wirtschaften, in denen Winzer Wein und Essen aus ihrer Region anbieten.
2019-03-18T14:48:30+00:00
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