Hinter dem Namen „Harzer Roller“ verbirgt sich nicht nur ein typisches, gutbürgerliches und rustikales Gericht aus der Region, sondern auch eine Geschichte: Die Harzer Bergleute nahmen früher zur Frühwarnung vor Luftknappheit einen Kanarienvogel mit in die Grube, der aufgrund seines rollenden Singsangs „Harzer Roller“ genannt wurde. Der gleichnamige, gerollte und eiweißreiche Käse (der Magerquark enthält) wird mit Salz und Kümmel gewürzt und mit Zwiebeln und Schmalz auf Graubrot gegessen. Das Gericht kann mit dem hessischen Handkäs´ verglichen werden. Bezüglich des Geschmacks scheiden sich allerdings auch beim „Harzer Roller“ die Geister: die einen lieben das deftige Traditionsgericht, die anderen können es im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen und nicht ausstehen.

Deftige Esskultur, modern interpretiert

thüringer bratwurst

Die Schmorwurst, welche aus gehacktem Schweinefleisch, gewürzt mit Speck und Kümmel, besteht, genießt ebenfalls einen guten Ruf als typische, deftige Harzer Spezialität. Klassisch wird hierzu der von den Einheimischen so genannte Braunkohl serviert; das ist Grünkohl, der mit Bauchfleisch gegart wird. Im Sinne des Slow-Food-Gedankens wird heutzutage besonders auf die Regionalität, Bio-Qualität und teilweise auch auf eine moderne Interpretation der Produkte Wert gelegt. Selbst bei der ausgeprägten Imbiss-Kultur, vor allem im Thüringischen, stehen Bratwürste und Erbsensuppe aus der Region und mit entsprechender Qualität hoch im Kurs.

Zum deftigen Essen genießt der Harzer gerne Bier. Der Harz gilt als traditionelle Bier-Hochburg. Aber auch Kräuterliköre wie der „Schierker Feuerstein“ oder das „Harzer Grubenlicht“ und Kornbrände wie das „Wöltingeröder Korn“ oder die „Lütjen Lagen“ sind sehr beliebt – auch als Mitbringsel aus der Region. Der Harz ist unbedingt auch eine kulinarische Reise wert.

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