Das Emsland: Im Land der Steinzeit

Im westlichen Niedersachsen und im nordwestlichen Nordrhein-Westfalen erstreckt sich die kleine Region des Emslandes, das nicht nur durch die Flüsse Ems und Hase sowie viele Feuchtgebiete und Moore geprägt ist, sondern auch durch zahlreiche Zeugen der Vergangenheit – nirgendwo in Deutschland trifft man auf so viele Hügelgräber aus der Steinzeit wie im Emsland.

Düsteres Emsland: Über Moore und Moorleichen

Das Emsland ist ein Land des Wassers – die beiden großen Flüsse Ems und Hase prägen mit ihren Wasserläufen und Kanälen diesen Landstrich, und zahlreiche Moore und Feuchtgebiete geben der Region neben sanften Hügelketten und Heideflächen ihr Gesicht.
Mühle im Emsland

Die Hüvener Mühle im Emsland © Udo Kruse / fotolia.com

Mehrere Naturschutzgebiete und Naturparks liegen im Emsland, die die vielfältigen Moorlandschaften unter Schutz stellen, darunter das Naturschutzgebiet Hahnenmoor, das schon vor Jahrhunderten zur Torfgewinnung genutzt wurde, die von den 1950er bis in die 1980er Jahre hinein industriell durchgeführt wurde, so dass das Moor bald als zerstochenstes Moor Niedersachsens galt. Im Naturschutzgebiet Speller Dose kann man sich auf einem 100 m langen Moorlehrpfad und einem Aussichtsturm über Flora und Fauna des Moores informieren. Das Emsland hat Anteil am Internationalen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen, das länderübergreifend zu den Niederlanden besteht und Lebensraum für viele bedrohte Arten ist. Im Süden des Bourtanger Moores kann man sich im Emsland Moormuseum bei Groß Hesepe, dem größten Moormuseum Europas, über die Kolonisierung des Moores bin hin zum Torfabbau informieren. Im Bourtanger Moor wurde auch eine düstere Entdeckung gemacht: im Jahre 1900 fand man hier die Moorleiche „Der Rote Franz“, ein etwa 1700 Jahre alter männlicher Reiterkrieger, der durch einen Kehlschnitt starb.

Eine Reise in die Steinzeit: Das Emsland und die Hügelgräber

Das Emsland ist bekannt für seine Megalithanlagen und Hügelgräber: nirgendwo in Deutschland findet man so viele Zeugen aus einer längst vergangenen Zeit auf so dichtem Raum. Die Anlagen mit den markanten Steinkreisen reichen oft bis in die Jungsteinzeit um 3500 v. Chr. zurück, es gibt aber auch jüngere Anlagen und Gräberfelder aus der Bronze- und Eisenzeit, die bis ins vorrömische Zeitalter reichen. Spannende Reisen in alte Zeiten kann man beispielsweise im Grabhügelfeld Männige Berge nördlich von Spahn unternehmen, das noch 61 gut sichtbare Hügel aufweist, von denen manche bis zu 2 m hoch sind. Hier fand man auch Grabbeigaben aus der frühen Eisenzeit, wie eine eiserne vorrömische Fibel. Weitere faszinierende Zeugen einer längst vergangenen Zeit sind das Gräberfeld am Spöllberg, die Hügelgräberheide Halle-Hesingen sowie das Großsteingrab von Thuine, das zwischen 3500 und 2800 v. Chr. entstand. Durch das Emsland führt die Straße der Megalithkultur, die auf einer Strecke von rund 330 km die besterhaltenen jungsteinzeitlichen Grabanlagen Nordwestdeutschlands zusammenfasst und an über 70 Megalithgräbern vorbeiführt.
Hünengrab

Hünengrab © Heinz Schiffer / fotolia.com

Entspannung pur: Mit dem Rad durch das Emsland

Das Emsland ist dank seiner nur sanft hügeligen und abwechslungsreichen Landschaft ideal mit dem Fahrrad zu erkunden: rund 3000 km Radwege gibt es im Emsland und lassen keinerlei Wünsche offen. Auf rund 300 km führt die Emsland-Route durch die schöne Flusslandschaft des Emslandes, und der Ems-Radweg folgt dem namensgebenden Fluss der Region von der Quelle bis zur Mündung. Der Fernwanderweg Hünen weg verläuft von Osnabrück ins emsländische Papenburg und führt durch urwüchsige Moorlandschaften sowie zu verschiedenen Hügelgräbern in der Region. Weitere Informationen: http://www.strassedermegalithkultur.de
2019-02-07T13:36:51+00:00
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