Kreuzfahrtschiffe „Made in Papenburg“

Wenn man heutzutage an Kreuzfahrten und Kreuzfahrtschiffe denkt, kommen schnell Bilder aus dem Film „Titanic“ im Kopf auf: Vornehme Damen und Herren aus der englischen Upper-Class flanieren über das Deck in Frack und Zylinder oder bodenlangem Kleid und Sonnenschirm. Nachmittags trifft man sich dann zu Tee und Sandwiches im Salon, während abends die Frauen ihr Diamantcollier beim festlichen Dinner mit dem Kapitän spazieren tragen. Es ist nicht weiter verwunderlich, dass die meisten Menschen diese Bilder im Kopf haben, denn die ersten Kreuzfahrten fanden tatsächlich genau in dieser Epoche statt: nämlich Mitte des 19. Jahrhunderts.
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Die Geschichte der Kreuzfahrt

Die Quellen gehen auseinander, wenn es um den eigentlichen Erfinder der Kreuzfahrt geht. Im Jahre 1844 bot das britische Unternehmen Peninsular and Oriental Steam Navigation Company die ersten Urlaubsreisen auf dem Schiff für wohlhabende Bürger an. Wer über das nötige Kleingeld verfügte, konnte damals nach Athen, Malta oder Gibraltar reisen. Der deutsche Reeder Albert Ballin erkannte ebenfalls schnell die gewinnbringenden Möglichkeiten einer Kreuzfahrt: in den Wintermonaten wurden die Transatlantik-Überfahrten von auswanderungswilligen Deutschen nicht besonders häufig gebucht; damit die Schiffe aber trotzdem ausgelastet blieben, bot er Reisen in exotische Länder an. Ballins Geschäftsidee war extrem erfolgreich: die Fahrten waren stets ausgebucht und andere Reedereien übernahmen auch das Konzept der Kreuzfahrt. Ursprünglich hießen die Urlaubsreisen auf dem Schiff „Lustreise“, „Vergnügungsreise“ oder „Exkursion“. In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bürgerte sich dann der Begriff „Kreuzfahrt“ ein. Er bedeutet sinnbildlich das Kreuzen, also das Hin- und Herfahren zwischen verschiedenen Häfen.  
Papenburg - Standort der Meyer Werft, die auch Kreuzfahrtschiffe baut

Papenburg – © atrophie- fotolia.com

Die Meyer Werft: Kreuzfahrtschiffe aus Papenburg

Die Meyer Werft mit Sitz in Papenburg wurde im Jahre 1795 gegründet und befindet sich seitdem auch in Familienbesitz. Das ist durchaus eine Besonderheit, denn sie ist die einzige Werft von zwanzig aus Papenburg, die sich bis heute erfolgreich am Markt gehalten hat. Im Laufe der Firmengeschichte stellte das Unternehmen so einiges her: Stahlrumpfschiffe, Dampfschiffe, Fischdampfer, U-Boote, Lotsenboote, Containerschiffe und Passagierfähren. Seit den 1980er Jahren baut die Mayer Werft auch Kreuzfahrtschiffe. Die „Homeric“ war das erste Kreuzfahrtschiff der Werft, das 1985 vom Stapel gelassen wurde.
Kreuzfahrtschiffe aus der Meyer Werft

Kreuzfahrtschiff in der Werft Papenburg – © Joerg Sabel- fotolia.com

Die schwimmenden Kolosse werden in riesigen Hallen gefertigt. So wurden dort schon unter anderem Schiffe für Aida Cruises, die Disney Cruise Line und die Norwegian Cruise Line gebaut. Da die Werft seit bereits dreißig Jahren Erfahrung in der Anfertigung von Kreuzfahrtschiffen aufweisen kann, ist das Unternehmen auch Experte im Bau von Theatern – denn Unterhaltung ist eines der wichtigsten Faktoren bei einem Urlaub auf dem Schiff. Wer schon immer mal wissen wollte, wie genau das mit dem Bau der Seegiganten vonstatten geht, kann das Besucherzentrum der Meyer Werft anschauen. In der interaktiven Ausstellung erfährt der Besucher vieles über das Unternehmen und kann die gebauten Schiffe der Werft als Modell besichtigen. Des Weiteren erlebt man Konstruktionen in 3D am Bildschirm und darf die Schiffsbauhalle 6 besuchen, in der sich ein Kreuzfahrtschiff momentan im Bau befindet. Weitere Infos finden Sie hier
2019-10-30T10:54:36+00:00
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