Das Kunstmuseum Ahrenshoop wurde im Jahr 2013 eröffnet und ist das größte unter den Ahrenshooper Kunsthäusern. Gezeigt wird Kunst des späten 19. und 20. Jahrhunderts an der Ostsee in jährlich wechselnden Präsentationen.

Ahrenshoop: Vom verschlafenen Dorf zur Künstlerkolonie

Abendstimmung bei Ahrenshoop

Abendstimmung bei Ahrenshoop – © Jenny Sturm- fotolia.com

Fischerei, Segelschifffahrt und kleine Landwirtschaft prägten lange Jahrhunderte das Leben im verschlafenen Ahrenshoop an der Ostsee – bis am Ende des 19. Jahrhunderts die industrielle Revolution auch in Ahrenshoop zu Veränderungen führte. Die Ruhe und die landschaftliche Idylle Ahrenshoops zog zuerst Künstler an, die vom Ortsbild, der einzigartigen Landschaft zwischen Meer und Bodden, der unberührten Schönheit der Natur sowie der Weite des Himmels mit seinem besonderen Licht zutiefst beeindruckt waren. Der Landschaftsmaler Paul Müller-Kaempff war der erste „Malgast“ in Ahrenshoop, weitere Künstlerkollegen folgten, 1909 wurde der Kunstkaten als „Haus für heimische Kunst und Kunstgewerbe“ eröffnet und ist bis heute Ausstellungsort. Eine Künstlerkolonie war entstanden, und es kamen immer mehr Gäste, die sich in dieser Landschaft erholen wollten.

Die Geschichte des Kunstmuseums

Innenansicht Kunstmuseum Ahrenshoop

Innenansicht Kunstmuseum Ahrenshoop © Kunstmuseum Ahrenshoop / Voigt u. Kranz

Die Idee und das Konzept eines Kunstmuseums in Ahrenshoop wurde von einer Bürgerinitiative entwickelt mit dem Ziel, die Identität der einstigen Künstlerkolonie Ahrenshoop zu bewahren und diese Urlaubern in hoher Qualität präsentieren zu können. Diese besondere Entstehungsgeschichte nimmt in der deutschen Museumslandschaft eine Sonderstellung ein. Im August 2013 wurde das Museum nach nur zwei Jahren Bauzeit eröffnet und erstrahlt seitdem an der Hauptstraße des Künstlerortes Ahrenshoop ein architektonisches Meisterwerk im Bronzegewand. Entworfen wurde das aus vier Ausstellungshäusern und einem Multifunktionshaus bestehende Museum von dem Berliner Architekturbüro Volker Staab, dessen architektonisches Konzept den ländlichen Bautypus der Region in eine zeitgemäße Museumsarchitektur integriert.

Licht, Luft und Freiheit: Die Dauerausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop

Ausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop

Ausstellung im Kunstmuseum Ahrenshoop © Kunstmuseum Ahrenshoop / Voigt u. Kranz

Die umfangreiche Sammlung des Museums beherbergt bedeutende Schätze aus der fast 130-jährigen Geschichte der Künstlerkolonie, die in einer Dauerausstellung präsentiert werden. Zudem werden Werke aus den Sammlungen der Gemeinde und des Förderkreises Ahrenshoop e. V. gezeigt. Die Sammlungsausstellung demonstriert die Vielfalt künstlerischen Schaffens in Ahrenshoop und der ihm benachbarten Inselwelt. Neben dem Begründer der Künstlerkolonie, Paul Müller-Kaempff, sind auch Werke von Elisabeth von Eicken, Anna Gerresheim, Friedrich Wachenhusen, Hugo Richter-Lefensdorf und weiteren Malern in der Dauerausstellung zu sehen. Darüber hinaus sind Arbeiten von „Sommergästen“ der Moderne vor dem Ersten Weltkrieg wie Cesar Klein und Hugo Jaeckel zu sehen. Werke von Künstlern der sogenannten „anderen Moderne“ aus der Zeit der Weimarer Republik wie Hermann Abeking, Alfred Partikel oder Gerhard Marcks, die sich ebenfalls in Ahrenshoop niederließen, ergänzen das Spektrum.

Kunstmuseum Ahrenshoop
Weg zum Hohen Ufer 36
18347 Ostseebad Ahrenshoop