
Zur Person
Meine berufliche Laufbahn begann ich im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach unter der Leitung von Nils Henkel. Im Anschluss war ich zwei Jahre als Commis de Cuisine bei Joachim Wissler im Vendôme im Grandhotel Schloss Bensberg tätig. Darauf folgten Stationen als Chef de Partie in der Villa Rothschild (2016–2017), bei Victor’s Fine Dining by Christian Bau sowie im Gästehaus Klaus Erfort, wo ich nach kurzer Zeit zum Sous Chef befördert wurde. Anschließend begleitete ich als Sous Chef die Neueröffnung des Restaurants und Hotels PURS in Andernach und übernahm dort ab 2022 die Position des Chef de Cuisine.
Am 4. April 2023 wurde mein Team und ich vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet und war damit mit 29 Jahren der jüngste Zwei-Sterne-Koch Deutschlands. Auch 2024 wurde diese Auszeichnung erneut bestätigt. Mein Weg hat mich ins FÄHRHAUS Koblenz geführt, wo ich meine Vision einer kreativen und anspruchsvollen Küche verwirklichen durfte. Das Restaurant GOTTHARDT’S by Yannick Noack eröffnete am 18. Dezember 2024 und wurde bereits sechs Monate später vom Guide Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet.
Aktuelle Auszeichnungen
- Der Varta-Führer ✔
- Guide Michelin ✔
- Gusto ✔
- Der Große Guide ✔
- Der Feinschmecker ✔
- Schlemmeratlas ✔
Das Interview
Warum sind Sie Köchin bzw. Koch geworden?
Meine kulinarische Reise begann früh in meiner Kindheit. Mit sieben Jahren nahm ich mit meiner Oma an einem Kochkurs im Schlosshotel Lerbach bei Dieter Müller teil, ein prägendes Erlebnis, das meine Leidenschaft für die Küche geweckt hat. Auch das gemeinsame Kochen mit meiner Oma hat mich nachhaltig geprägt. Mit sieben Jahren wollte ich zunächst einfach nur kochen, es war die Faszination für das Handwerk, für das gemeinsame Schaffen im Team, die mich angetrieben hat. Es ist eine besondere Form des Arbeitens mit Menschen und für Menschen. Ehrgeiz ist ein fester Bestandteil meines Charakters. Ich wollte etwas erschaffen, das bleibt! Erlebnisse, die Menschen berühren, und ein Teamgefühl, das besonders ist. So ebnete ich mein Weg in die Sternegastronomie.
Was ist für Sie das Wichtigste beim Kochen?
Für mich stehen handwerkliche Präzision, Kreativität und ein klarer Produktfokus im Mittelpunkt. Produkte behandle ich mit größtem Respekt und entwickle mit meinem Team daraus klare, ausgewogene und harmonische Geschmackserlebnisse. Mir ist wichtig, dass ein Gericht nicht nur technisch sauber gearbeitet ist, sondern auch Emotionen auslöst und unseren Gästen im Gedächtnis bleibt, als ein Erlebnis für alle Sinne. In meiner Küche spielen Nüsse, Saaten und Samen eine wichtige Rolle. Ich setze sie gezielt ein, um Gerichten mehr Textur, Tiefe und aromatische Spannung zu geben und so ein eigenes, charakteristisches Geschmacksprofil zu entwickeln. Ein zentraler Bestandteil ist für mich außerdem die Teamarbeit in der Küche: kreativer Austausch, klare Kommunikation und strukturierte Zusammenarbeit sind essenziell und bilden die Grundlage für die besten Ergebnisse und kontinuierliche Weiterentwicklung.
Woher holen Sie sich die Inspiration für Ihre Speisekarte?
Die Inspiration für meine Speisekarte entsteht aus vielen, eng miteinander verbundenen Quellen. Meine eigene Erfahrung bildet dabei die Grundlage, ergänzt durch den kreativen Austausch im Team. Einen besonders wichtigen Einfluss haben für mich die Produkte selbst sowie die enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten, die uns täglich mit außergewöhnlicher Qualität versorgen. Darüber hinaus prägen Märkte und Saison die Ausrichtung meiner Küche entscheidend, sie geben vor, was möglich ist und worauf wir uns konzentrieren. Diese Kombination aus Erfahrung, Teamgeist, Produktfokus und Saisonalität ist die Basis meiner Arbeit.
Was würden Sie niemals essen?
Ich probiere grundsätzlich alles, um mir ein eigenes Bild zu machen. Erst im Nachhinein entscheide ich, ob ich es ein zweites Mal essen würde oder nicht.
Welches Essen macht Sie glücklich?
Die Reibekuchen meiner Oma erinnern mich bis heute an meine Kindheit, ein echtes Herzensgericht mit vielen schönen Erinnerungen. Mich begeistert aber auch die Vielfalt kleiner Geschmackserlebnisse, wie man sie aus der Tapas-Küche kennt. Gleichzeitig kann es auch ein ehrliches, frisches Brot mit Aufstrich sein und macht mich oft schon glücklich.
Was bringt Sie aus der Fassung?
Bestimmte Dinge nehme ich im Arbeitsalltag besonders genau wahr: dazu gehören Flüchtigkeitsfehler und mangelnde Konzentration, weil in unserer Küche Präzision eine zentrale Rolle spielt. Ebenso lege ich großen Wert auf eine konstant hohe Produktqualität, da sie die Grundlage unseres Kochstils ist. Und grundsätzlich sind mir ein respektvoller, fairer und menschlicher Umgang sehr wichtig.
Haben Sie kochende Vorbilder?
Kochende Vorbilder habe ich keine im klassischen Sinne. Im Leben habe ich jedoch einzelne Vorbilder.
Mit welchem Politiker oder welcher Politikerin würden Sie gerne einmal gemeinsam essen?
Ich würde einmal mit Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einen kulinarischen Abend verbringen und mich in diesem Zusammenhang über die Rolle der Gastronomie in Gesellschaft und Wirtschaft austauschen.
Das größte Lob, das Sie jemals bekommen haben?
Das größte Lob für mich ist es, in glückliche Gesichter unserer Gäste zu schauen.
Womit beschäftigen Sie sich in Ihrer Freizeit und wie erholen Sie sich?
In meiner Freizeit ist Bewegung für mich wichtig, um mich auszupowern und neue Energie zu tanken. Ebenso suche ich bewusst den Austausch mit Menschen, die mir guttun und mir nahestehen, diese Momente geben mir Kraft, Erdung und neue Perspektiven. An den Öffnungstagen des Restaurants steht alles im Zeichen von Team, Gästen und unserer Küche. Nach dem Service genieße ich es sehr, den Abend gemeinsam mit meinem Team bei einem kühlen Getränk ausklingen zu lassen – dieser Austausch ist mir sehr wichtig.
Bildquellen
- Gericht zubereitet von Yannick Noack: © Sascha Perrone
- Gericht zubereitet von Yannick Noack: © Lars May
- Leon Hofmockel, Porträt: © Restaurant La Société
- nachgefragt-bei-christian-eckhardt-portraet: © PURS
- nachgefragt-bei-marco-akuzun-portrait: © Marco Akuzun
- Jochen Fecht, Porträt: © San Martino Gourmetrestaurant
- nachgefragt-hendrik-otto: © Adlon Kempinski/Lorenz Adlon Esszimmer
- Portrait von Yannick Noack: © Sascha Perrone

