Geiseltalsee

Der Geiseltalsee ist ein Tagebaurestsee im südlichen Sachsen-Anhalt nördlich von Mücheln. Er ist mit fast 19 qkm der größte künstliche See Deutschlands, das größte Gewässer im Mitteldeutschen Seenland und gehört zu den 10 wasserreichsten Seen Deutschlands. Entstanden ist der See im Zuge von Rekultivierungsmaßnahmen ab dem Jahr 2003 im früheren Braunkohleabbaugebiet Geiseltal, deren Förderung im Jahr 1993 endgültig aufgegeben wurde; zuvor wurden seit 1698 etwa 1,4 Milliarden Tonnen Braunkohle abgebaut. Der umfangreiche Tagebau blieb nicht ohne Folgen; insgesamt wurden 18 Siedlungen ganz oder teilweise überbaggert und etwa 12500 Menschen wurden umgesiedelt. Nach der Wiedervereinigung nahmen Pläne Gestalt an, das Geiseltal in ein überregionales Freizeit- und Erholungsgebiet zu verwandeln.
Marina Mücheln

Marina Mücheln am Geiseltalsee © kentauros – fotolia.com

Seit 2012 ist ein Teil des Sees zur touristischen Nutzung freigegeben; seitdem sind vielfältige Freizeitangebote entstanden, die stetig weiterentwickelt und ausgebaut werden. 3 Aussichtstürme mit etwa 14 m Höhe bieten einen schönen Blick auf den See und die umgebende Landschaft. Der Hafenplatz „Marina Mücheln“ bietet einen Hafenturm mit Hafenkontor, eine Touristeninformation, eine Bootsschule sowie einen Imbiss; ebenfalls können hier Boote ausgeliehen oder eine Fahrt auf dem Fahrgastschiff gebucht werden. Am Aussichtsturm Stöbnitz liegt der Campingplatz mit frei zugänglichem Badestrand, Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich sowie einer FKK-Zone und einem Tauchbereich. Seit dem Jahr 2000 wird am Geiseltalsee auch Wein angebaut; die Straußwirtschaft am Weinberg „Goldener Steiger“ erfreut sich an den Wochenenden großer Beliebtheit. Sehenswürdigkeiten rund um den Geiseltalsee findet man viele: Die Altstadt von Mücheln mit dem Rathaus von 1591 steht unter Denkmalschutz, weiter sehenswert sind der Barockgarten und der Landschaftspark mit Wasserschloss St. Ulrich. Im Ortsteil Langeneichstätt befindet sich am Warteturm ein Steinkammergrab aus der Jungsteinzeit und eine Menhirstele mit dem Abbild einer Dolmengöttin. Der Findlingsgarten „Nordisches Plateau“ zeigt eine Auswahl von großen Felsbrocken, die während des Tagebaus und den Rekultivierungsmaßnahmen aufgefunden wurden. Sehenswürdigkeiten: Altstadt Mücheln, Steinkammergrab und Menhirstele Langeneichstätt, Findlingsgarten „Nordisches Plateau“ Durchschnittliche Wassertemperatur: bis max. 23 Grad Geographische Lage: Landkreis Saalekreis, Sachsen-Anhalt Rad- und Wanderwege: Der Geiseltal-Rundweg führt auf etwa 25 km rund um den Geiseltalsee und verbindet die schönsten Aussichtspunkte miteinander. Etwa dreimal jährlich findet eine 7,5 km lange Weinwanderung entlang dem Geiseltalsee zum Weinberg „Goldener Steiger“ statt. Sonstiges: Am Geiseltalsee kann man auch in einem Weinfass übernachten: 5 „Camping-Fässer“ stehen zur Auswahl bereit, die mit Licht und Heizung ausgestattet sind. Die Kleinbahn „Geiseltal-Express“ erschließt den See auf einer etwa 2-stündigen Rundfahrt, bei der man per Audioguide Wissenswertes über die Entstehung des Geiseltalsees erfährt. Jährlich im Oktober findet der Geiseltalseelauf statt, bei dem verschiedene Strecken bis zum Halbmarathon gelaufen werden können. www.geiseltalsee.de
2017-07-30T23:42:35+00:00
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