Feiertage sind weltweit eine Zeit des Zusammenseins, der Freude und des Schlemmens. Doch „nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von Feiertagen“, klagte man schon zu Goethes Zeiten. Üppige Mahlzeiten, oft verbunden mit Alkoholgenuss, dazu kaum Bewegung und viel sitzen – all dies sorgt für körperliches Unwohlsein. Wie gelingt es Menschen in verschiedenen Kulturen, Feiertage in vollen Zügen zu genießen, ohne gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit und Sodbrennen zu riskieren? Tauchen Sie mit uns ein in die faszinierende Welt der Feiertagsfeiern und entdecken Sie, wie andere Kulturen nicht nur feiern, sondern auch gesund bleiben.

Spanien: Tapas und Tanz

Spanische Tapas und gegrillte Garnelen auf verschidenen Tellern und Schälchen auf einem Tisch.

In Spanien ist das Konzept der Tapas, kleine Gerichte, die gemeinsam genossen werden, ein Geheimnis des gesunden Feierns. Anstatt sich an großen Mahlzeiten zu überessen, genießen die Spanier eine Vielfalt an Geschmäckern in moderaten Portionen. Dies fördert nicht nur die soziale Interaktion, sondern hilft auch, Übelkeit und Sodbrennen vorzubeugen. Nach dem Essen ist es üblich, zusammen zu tanzen, was die Verdauung fördert und das Wohlbefinden steigert.

Japan: Osechi-Ryori und die Kunst der Reinigung

Osechi-Ryori Neujahrsfestmahl in Japan

In Japan werden zum Neujahr traditionelle Osechi-Ryori serviert – eine Auswahl an Gerichten, die in speziellen Boxen angerichtet werden. Jedes Gericht symbolisiert einen bestimmten Wunsch für das kommende Jahr, wie Gesundheit, Glück oder Erfolg. Viele dieser Gerichte enthalten Zutaten, die für ihre reinigenden und verdauungsfördernden Eigenschaften bekannt sind. Zusätzlich praktizieren viele Japaner das Neujahrsritual des Toshikoshi-Soba-Essens, wobei lange Buchweizennudeln den Übergang ins neue Jahr symbolisieren und für eine gute Verdauung sorgen.

Indien: Ayurveda und Festmahl

eine Auswahl an indischen ayurvedischen Gerichten in runden schälchen auf grauem Hintergrund.

In Indien ist Ayurveda, das Wissen vom Leben, tief in der Kultur verwurzelt und spielt auch bei den Feiertagsfeiern eine wichtige Rolle. Mahlzeiten werden sorgfältig geplant, um eine Balance der Doshas (Energien) zu fördern, wobei besonderer Wert auf verdauungsfördernde Gewürze wie Kurkuma, Ingwer und Kreuzkümmel gelegt wird. Diese Gewürze helfen nicht nur, die Feiertagsgerichte schmackhaft zu machen, sondern unterstützen auch die Verdauung und beugen Beschwerden vor.

Frankreich: Savoir Vivre

2 edle Gläser mit Calvados auf einer Kaimauer in der Normandie. Im Hingergrund Boote im Hafen und Häuserzeile.

In Frankreich wird Genuss groß geschrieben und es wird, wie auch in Japan, sehr viel Wert auf die einwandfreie und hochwertige Qualität der Lebensmittel gelegt. Menüs bestehen zwar oft aus mehreren Gängen, die Portionen sind aber meist kleiner und enthalten weniger Sättigungsbeilagen, sodass sich nicht so schnell ein unangenehmes Völlegefühl einstellt. Man nimmt sich mehr Zeit fürs Essen und es wird nicht geschlungen, sondern in Ruhe und mit Genuss und gerne in Gesellschaft gespeist. So wird selbst ein Mittagessen zur Erholungspause. Mancherorts schwört man auf Calvados, den Apfelbrand aus der Normandie. Er wird gerne als Digestif nach einem üppigen Mahl serviert, aber auch zwischen den Gängen getrunken, um die Verdauung anzuregen und das „troud normand“ zu schaffen, übersetzt „Normannisches Loch“, damit im Magen genug Platz ist für den nächsten Gang. Üblicherweise wird er nach den Meeresfrüchten vor dem Hauptgang getrunken. Die Tradition beruht auf der Annahme, dass hochprozentige Spiritousen in der Lage seien, Bakterien abzutöten, wenn sie sofort nach der Mahlzeit getrunken werden und somit Magenverstimmungen vorbeugen können. Auch wenn aus heutiger medizinischer Sicht von einem Verdauungsschnaps abgeraten wird, kann man sich noch viel Gutes von der französischen Esskultur abschauen.

Trotz all dieser vorbeugenden Maßnahmen kann es vorkommen, dass man über die Stränge schlägt. Für solche Fälle gibt es in der modernen Apotheke Medikamente gegen Übelkeit und Mittel gegen Sodbrennen, die schnelle Linderung versprechen. Doch das Wissen und die Praktiken anderer Kulturen können uns inspirieren, Feiertage gesünder und bewusster zu genießen.

Fazit

Obwohl die Traditionen variieren, ist das Ziel weltweit dasselbe: die Feiertage zu genießen, ohne dabei die Gesundheit zu vernachlässigen. Die Beispiele aus Spanien, Japan und Indien zeigen, dass mit ein wenig Planung und der richtigen Balance auch die üppigsten Feiertage ohne die üblichen Beschwerden genossen werden können.

Bildquellen

  • Spanisches Essen: © Wirestock - stock.adobe.com
  • Osechi-Ryori – japanisches Festmahl: © PONPON - stock.adobe.com
  • Assorted Indian ethnic food buffet on rustic concrete table from above: © Girbea - stock.adobe.com
  • Tasting of apple calvados drink in old Honfleur harbour with boats and old houses on background, Normandy, France: © barmalini - stock.adobe.com
  • Rustic Thankgiving Dinner: © evgenyb - stock.adobe.com