Der Spessart: Wo der Specht fleißig pickt

Der Spessart, ein Mittelgebirge, befindet sich im Südwesten von Deutschland und erstreckt sich über die Bundesländer Bayern und Hessen. Der Name bedeutet „Spechtswald“ und setzt sich aus „Specht“ und „Hardt“ (Bergwald) zusammen. Eingerahmt wird das Bergpanorama von drei Flüssen, nämlich vom Main, von der Kinzig und von der Sinn. Der größte Teil des Spessarts befindet sich in Bayern, der höchste Berg ist der Geiersberg mit 586 Metern zwischen den Landkreisen Aschaffenburg und Main-Spessart.  
Steinau an der Straße im Spessart

Steinau an der Straße © pure-life-pictures – fotolia.com

Von Räuberbanden und Schneewittchen

Im Mittelalter diente das Gebiet rund um den Spessart als königlicher Jagdgrund, erst im 12. und 13. Jahrhundert durften Menschen sich dort ansiedeln. Dadurch, dass das Gebiet mal von Mainz und mal von Würzburg aus regiert wurde, gab es keine Verfolgung von Straftaten über die Landesgrenzen hinaus. Dies hatte zur Folge, dass sich dort Räuberbanden ansiedelten. Den schwäbischen Schriftsteller Wilhelm Hauff inspirierte das räuberische Gesindel sogar zu der Erzählung „Das Wirtshaus im Spessart“. Ebenso soll das schaurige Grimm-Märchen „Schneewittchen“ dort spielen. Doch was inspirierte Dichter und Schriftsteller an der Landschaft des Spessarts?

Eine zweitausend Jahre alte Wanderstrecke im Spessart

Eine besonders historische Wanderroute ist der „Eselsweg“ mit seinen über zweitausend Jahren Geschichte. Schon im Mittelalter zogen hier Karawanen mit Eseln schwere Salzladungen. Der Weg ist 111 Kilometer lang und führt den Wanderer von Schlüchtern nach Großheubach. Der Wanderweg verläuft abgeschieden an Ortschaften vorbei und zeigt dem Besucher prächtige alte Bäume und eine weitläufige Waldlandschaft auf einer Strecke ohne große Auf- und Abstiege. Naturkunde-Fans werden am Naturschutzgebiet Wiesbüttmoor ihre helle Freude haben.
Schloss Philippsruhe in Hanau im Spessart

Schloss Philippsruhe in Hanau © Jo Chambers – Fotolia.com

Hanau: Geburtsort der Brüder Grimm

Das Kinzigtal in Hessen verdankt seinen Namen dem Fluss Kinzig, der durch das Gebiet verläuft. Bereits die Römer nutzten den Fluss für die Verschiffung von Waren. Im Mittelalter bauten Herrscher und Könige entlang des Gewässers Burgen und Städte, um das Land gegen feindliche Angriffe zu schützen. So entstand auch die Stadt Hanau, wo die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm geboren wurden. Die Stadt ehrte ihre berühmten Söhne posthum 1896 mit dem Brüder Grimm Nationaldenkmal. Darüber hinaus gibt es jedes Jahr in den Sommermonaten Festspiele, bei denen die bekannten und beliebten Märchen auf der Bühne vor großem Publikum aufgeführt werden. Das Deutsche Goldschmiedehaus hat nichts mit Erzählungen oder Sagen zu tun, sondern befasst sich ganz bodenständig mit dem altehrwürdigen Beruf des Gold- und Silberschmiedes. Es ist im ehemaligen Rathaus der Stadt angesiedelt. Hanau kann bekanntlich auf eine jahrhundertelange Tradition bei der Schmuckherstellung zurückblicken; die Wurzeln gehen sogar bis in das 17. Jahrhundert zurück. Die wechselnden Ausstellungen des Goldschmiedehauses befassen sich mit den unterschiedlichen Aspekten der Schmuckherstellung, der Geschichte des Handwerks und präsentieren die Werke einzelner Künstler. Weitere Informationen: www.wanderbares-deutschland.de/wanderwege
2019-03-27T11:39:39+00:00
error: Bilder sind urheberrechtlich geschützt und können nicht heruntergeladen werden