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Am 31. Mai findet in Tübingen wieder das alljährliche Stocherkahnrennen statt. Traditionell an Fronleichnam verwandelt sich der Neckar in der Universitätsstadt wieder zum Hauptschauplatz dieser studentischen Veranstaltung, die bereits im Jahr 1956 ins Leben gerufen wurde; die Verwendung von Stocherkähnen in Tübingen reicht jedoch noch viel weiter zurück, nämlich ins 16. Jahrhundert. Die Form des Kahns gleicht einem schmalen, bis zu zwölf Meter in die Länge gezogenen Holzboot, an dessen Heck der Stocherer aufrecht stehend mit einer fast sieben Meter langen Stange sich vom Grund des Flusses abstößt und so die Richtung und Geschwindigkeit bestimmt.

"Blues Brothers" beim Tübinger Stocherkahnrennen Foto: Barbara Honner © Verkehrsverein Tübingen

„Blues Brothers“ beim Tübinger Stocherkahnrennen Foto: Barbara Honner © Verkehrsverein Tübingen

Das erste Highlight des Rennens ist die mittägliche Kostümparade: bei einem „Cat Walk“ zu Wasser werden die fantasievollen und ausgefallenen Kostüme präsentiert. In den vergangenen Jahren konnte man hier schon Römer, Buddhisten, Blues Brothers, Schlümpfe, Minions und Götter bewundern. Für das einfallsreichste Kostüm wird ein Kostümpreis in Form eines Spanferkels vergeben.

Danach beginnt das eigentliche Rennen: am Hirschauer Steg, dem Startpunkt, versammeln sich die Kähne mit ihrer 8-Mann-Besatzung, um auf den Startschuss zu warten. Als Zuschauer sollte man sich schon jetzt einen Platz auf der Eberhardsbrücke und auf der Platanenallee gesichert haben, denn hier bekommt man von dem gut einstündigen Rennen am meisten mit. Zwei Kilometer lang ist die Fahrt den Neckar hinunter, die gespickt ist mit Hindernissen und Schikanen; besonders spektakulär geht es am „Nadelöhr“ zu, einer Engstelle unter der Neckarbrücke, die alle Kähne als Achterschleife passieren müssen.

Tübinger Stocherkahnrennen Foto: Klaus Fritsche © Verkehrsverein Tübingen

Tübinger Stocherkahnrennen Foto: Klaus Fritsche © Verkehrsverein Tübingen

Kollisionen, krachende Stocherstangen und unentwirrbare Bootsknäuel sind hier vorprogrammiert. Dem Sieger des nervenaufreibenden Spektakels winken ein Wanderpokal und ein Fass Bier aus dem Etat des städtischen Kulturamtes. Die Verlierer trifft es härter: sie müssen vor aller Öffentlichkeit unter dem frenetischen Beifall der Zuschauer einen halben Liter Lebertran trinken – einer der Höhepunkte des Festes.

 

 

Die Kostümparade beginnt um 13 Uhr, das Rennen um 14 Uhr.