Selbst in einigen der größten US-Städte hat man als Tourist ohne dauerhaft verfügbaren Wagen ein veritables Problem. Noch dramatischer wird es, wenn man sich ins Umland begibt. Heißt: Mietwagen und US-Urlaub gehören so untrennbar zusammen wie Transatlantikflug und trockene Kabinenluft.
Nach der Passkontrolle führt der Weg daher meist zielgerichtet zum Rental Car Center im Umfeld des Airports. Dort entscheidet sich dann innerhalb weniger Minuten, wie entspannt oder nervenaufreibend die nächsten Tage verlaufen. Denn auch wenn das System auf den ersten Blick unkompliziert wirkt, stecken im Detail einige Fallstricke. Auf den folgenden Zeilen verraten wir die wichtigsten Kniffe, um im Land der breiten Straßen gut unterwegs zu sein.
1. Kreditkarte und Fahrzeugkaution
Ohne Kreditkarte läuft bei der Anmietung in den USA praktisch nichts. Was viele erst vor Ort bemerken: Die Mietwagenfirma blockiert eine Kaution auf der Karte. Je nach Anbieter und Fahrzeugklasse kann dieser Betrag mehrere hundert bis über tausend Dollar betragen.
Dieser Betrag wird zwar nicht abgebucht, reduziert aber dennoch den verfügbaren Kreditrahmen. Wer also plant, Hotels, Restaurants oder Einkäufe ebenfalls über dieselbe Karte abzuwickeln, kann schneller an Grenzen stoßen als gedacht.
Gerade bei längeren Reisen lohnt es sich deshalb, vorab zu prüfen, ob ausreichend Spielraum vorhanden ist oder eine zweite Karte sinnvoll sein könnte. Auch die Konditionen im Ausland unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich – etwa bei Gebühren oder Bargeldabhebungen. Ein Vergleich von Reisekreditkarten, wie ihn die bekannte Plattform smava anbietet, ist also in jedem Fall eine sinnvolle Orientierung.
2. Versicherung
„So let’s talk about your insurance options.“
So oder so ähnlich wird der Mietwagenfirma-Bedienstete am Tresen das Thema Versicherungen anschneiden – und machen Deutsche aus falscher Gewohnheit oft vieles falsch:

3. Führerschein: Zwischen Praxis und Vorschrift
Kaum ein US-Cop wird irgendwelche Probleme sehen, wenn man ihm bei einer Kontrolle den normalen Euro-Führerschein reicht und erklärt, dass man Tourist ist. Dennoch handelt es sich strenggenommen um eine rechtliche Grauzone: Denn eigentlich gilt der Führerschein dort nicht – wenigstens nicht allein.
Genauer: Einige US-Bundesstaaten verlangen den internationalen Führerschein als ergänzendes Dokument, ratsam ist er generell.
4. Fahrzeugwahl – size matters!
Bei den Fahrzeugverleihern an internationalen Flughäfen ist die Auswahl riesig. Nur zwei Dinge sind einheitlich:

Schwieriger wird es, weil die Vermieter heute neben klassischen US-Fullsize-Fahrzeugen auch Autos in „Euro-Größe“ anbieten. Diese Entscheidung sollte aber weniger von Preis oder Prestige als vom geplanten Einsatz abhängen:

5. Tanken – etwas anders
Die US-Tankstelle ist für viele Europäer derjenige Ort, der die größte Verwirrung hervorruft. Denn draußen volltanken und dann zum Bezahlen reingehen ist in den USA nahezu völlig unbekannt. Stattdessen gibt es zwei Alternativen:

6. Zusatzkosten
Neben dem reinen Mietpreis können verschiedene Zusatzkosten anfallen, die auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich sind. Dazu gehören unter anderem Gebühren für zusätzliche Fahrer, Aufschläge für junge Fahrer oder Kosten bei Einwegmieten, wenn das Fahrzeug an einem anderen Ort zurückgegeben wird.
Auch Mautsysteme spielen eine Rolle. In vielen US-Regionen werden elektronische Lösungen genutzt, bei denen der Anbieter die Gebühren automatisch erfasst und weiterberechnet – häufig ergänzt um zusätzliche Tagespauschalen. Ein kurzer Blick in die Vertragsbedingungen lohnt sich hier. Oft gibt es auch hier Sorglos-Pakete zu buchen; diese lohnen sich aber meistens nur, wenn man dauernd auf Toll Roads unterwegs ist.
Was Extrakosten für Navigationssysteme anbelangt: Diese kann man sich vollends sparen – aufgrund zweier Optionen:
Offline-Karten
Entsprechende Offline-Karten in der Navi-App des Handys herunterladen – etwa über das Hotel-WLAN. Kostenlos, aber ohne sekundengenaue Verkehrsinformationen
Prepaid-SIM
Eine günstige Prepaid-SIM kaufen und über deren Datenvolumen die Navi-App benutzen. Keinesfalls über den deutschen Provider gehen; Roaming in den USA ist extrem teuer.
Bei Tankoptionen hat sich das Prinzip „voll/voll“ bewährt: Das Fahrzeug wird mit vollem Tank übernommen und ebenso zurückgegeben. Vorausbezahlte Tankfüllungen sind dagegen meist weniger günstig. Allerdings: Die Tankstellen direkt am Flughafen bzw. in Nähe des Rental Car Centers sind oft ziemlich überteuert. Besser schon ein, zwei Meilen vorher tanken – so präzise ist auch heute keine Tankanzeige.