Der Januar ist für mich kein Monat der großen Küchenpläne. Nach den Feiertagen wird es stiller. Weniger Trubel, weniger Erwartungen, weniger Show. Genau das mag ich an dieser Zeit.
Wenn ich im Januar koche, greife ich fast automatisch zur Kartoffel. Nicht aus Nostalgie, sondern weil sie im Alltag einfach funktioniert. Sie liegt da, sie wartet, sie macht keinen Lärm. Und sie zeigt ziemlich schnell, ob man sich beim Kochen Zeit nimmt oder nicht.

Bratkartoffeln sind dafür das beste Beispiel. Sie wirken einfach und entfalten doch ihre ganze Stärke, wenn man ihnen Aufmerksamkeit schenkt. Gut vorbereitete Kartoffeln, eine heiße Pfanne und das passende Fett schaffen die Grundlage. Lässt man sie in Ruhe, entwickeln sich Röstaromen, die tief und rund schmecken und ganz ohne zusätzliche Würze auskommen.

Rösti funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Geriebene Kartoffeln, etwas Salz, Öl und Hitze reichen aus. Entscheidend ist der Umgang damit. Außen entsteht eine goldene Kruste, innen bleibt der Rösti saftig und weich. Kein Kunststück, sondern ein schönes Beispiel dafür, wie viel Wirkung sauberes Kochen haben kann.

Beim Kartoffelpüree wird es noch persönlicher. Für mich ist das eines der Gerichte, an denen man Freude am Kochen erkennt. Butter oder Nussbutter ? Milch oder Sahne? Jede Entscheidung verändert den Charakter ein wenig. Ein gutes Püree ist weich, rund und beruhigend. Es macht den Abend warm, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und genau darin liegt seine Stärke.
Gerade im Januar schätze ich solche Gerichte besonders. Sie machen satt, sie wärmen, sie bringen Ordnung in den Ablauf am Herd. Man muss nichts erklären und niemandem etwas beweisen. Man kocht, isst und ist zufrieden.
Ich halte wenig davon, den Januar mit komplizierten Vorsätzen zu füllen. In der Küche reicht es oft, sich auf ein paar Dinge zu konzentrieren und sie gut zu machen. Bratkartoffeln, Rösti, Kartoffelpüree gehören für mich genau in diese Kategorie.
Als Koch empfehle ich dir, im Januar bewusst einfach zu kochen. Die Kartoffel ist dafür ein guter Begleiter. Sie verzeiht nichts, aber sie belohnt Aufmerksamkeit. Und manchmal ist genau das alles, was man braucht.
In diesem Sinne wünsche ich gutes Gelingen!

Thomas Sixt ist Koch und Food-Fotograf. Als Buchautor betreibt er den Rezepte-Blog ThomasSixt.de und schreibt die monatliche Foodblog-Kolumne für den Varta-Führer.
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