Das Thüringer Kernland

Ja, es gibt sie tatsächlich, eine Landschaft namens Thüringer Kernland. Die Region umfasst Städte wie Erfurt, Gotha, Bad Tennstedt oder Arnstadt. Ferner gibt es im Thüringer Kernland viele Anbaugebiete für Obst, die gerade zur Blütezeit ihre eigene Schönheit entwickeln. Im Burgenland „Drei Gleichen“ präsentiert sich die Naturlandschaft von ihrer romantischsten Seite, und der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich ist auf alle Fälle einen Besuch wert!  
Krämerbrücke Erfurt, Thüringer Kernland

Krämerbrücke Erfurt – © karnizz- fotolia.com

Die Puppenstadt der Fürstin Auguste im Thüringer Kernland

Einen Kleinmädchentraum erfüllte sich Fürstin Auguste Dorothea von Schwarzburg-Arnstadt im 18. Jahrhundert, als sie die Puppenstadt „Mon Plaisir“ im Lustschloss Augustenburg bei Arnstadt schuf. Sie errichtete ein kleines Universum nur aus Puppen bestehend, das ähnliche Sammlungen in anderen Teilen Deutschlands oder den Niederlanden weit übertrifft. Die Puppenstadt ist nicht nur recht groß, sondern zu weiten Teilen auch noch vollständig erhalten. Fürstin Auguste erweckte in ihrem Miniaturmuseum nicht nur das Treiben am Hofe zum Leben, sondern es finden sich auch Darstellungen von Arbeitern, Handwerkern und anderen ganz normalen Bürgern. 391 Puppen sind der Nachwelt erhalten geblieben, die in 82 verschiedenen Szenen die unterschiedlichen sozialen Kreise einer Gesellschaft darstellen. Jedoch war die Puppenstadt nie als Spielzeug gedacht, sondern sie entspricht der Gepflogenheit der herrschaftlichen Wunderkammern aus der Barockzeit. Allgemein betrachtet war die Fürstin eine leidenschaftliche Sammlernatur – so sammelte sie nicht nur Puppen, sondern auch Objekte aus Porzellan, wertvolle Gemälde, Schmuck und andere Kunstwerke. Leider machte sich das kostspielige Hobby auch im Geldbeutel bemerkbar, denn es entstand ein hoher Schuldenberg. Nach dem Tod der Fürstin kam ihre Sammlung über viele Umwege 1932 in den Besitz der Museumsstiftung von Arnstadt.
Baumwipfelweg im Naturpark Hainich in Thüringen, Thüringer Kernland

Baumwipfelweg im Naturpark Hainich in Thüringen – © mbpicture- fotolia.com

Luftige Aussichten im Nationalpark Hainich

Wie viele Leute können von sich behaupten, jemals durch Baumkronen spaziert zu sein? Nun, der Baumkronenpfad im Naturpark Hainich bietet Ihnen jedenfalls die Chance dazu. Allerdings sollten Sie schwindelfrei sein und ein wenig Kondition mitbringen, denn die Strecke ist die zweitlängste und höchste in der Bundesrepublik. Dieser Abschnitt des Parks wird gerne auch als urwaldähnlich bezeichnet. Hoch oben, umgeben von grünen Baumkronen, hat der Besucher einen tollen Ausblick über den gesamten Naturpark und das Thüringer Becken. Es gibt zwei Pfade, die den Besucher durch die Baumwipfel führen, und mit ein wenig Glück begegnet man einer Fledermaus oder Vogelarten wie dem Specht. Wer mutig ist und sich was traut, kann sich auch auf die Hängebrücke begeben und dabei nachempfinden, wie Baumäste schwingen. Doch die Baumwipfel stehen nicht nur Besuchern offen, auch Forscher und Wissenschaftlicher begeben sich oftmals in die luftigen Höhen, um die dort lebenden Tiere und Insekten zu untersuchen. Eintrittskarten für den Baumkronenpfad können im Nationalparkzentrum gekauft werden, und wer noch ein wenig wandern möchte im Hainich, kann sich anhand der dort befindlichen Karte schlau machen. Weitere Informationen: www.kulturbetrieb.arnstadt.de
2018-01-16T17:58:11+00:00
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