Das Havelland: Zu Besuch bei Herrn von Ribbeck

„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand…“ – jeder kennt das berühmte Gedicht von Theodor Fontane, das Generationen von Schülern auswendig lernen mussten und das bis heute untrennbar mit dem Havelland verbunden ist. Den berühmten Birnbaum kann man heute noch besichtigen – und das Havelland hat noch einiges mehr zu bieten.

Rund um die Havel: Wo die Sterne noch richtig funkeln

Theodor Fontane hat mit seinem berühmten Gedicht dem Havelland zu einiger Bekanntheit verholfen, und auch seine Romanfigur Effi Briest wächst hier auf – dem Havelland ist in seinen Reisebeschreibungen durch die Mark Brandenburg sogar ein eigener Band gewidmet. Und das kommt nicht von ungefähr: das Havelland hat herrliche Landschaften zu bieten, die es zu entdecken lohnt. Eine Naturlandschaft der besonderen Art ist die Döberitzer Heide – einst militärisches Gelände und Truppenübungsplatz, konnte sich dort eine einzigartige Wildnis mit vielen seltenen Arten entwickeln. Hier kann man sogar die letzte Wildpferdart der Welt bewundern, die Przewalski-Pferde, die in freier Wildbahn noch seltener als der Pandabär sind, sowie das Wisent, das letzte wildlebende Rind Europas. Der Naturpark Westhavelland ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet des westlichen Mitteleuropa und einer der größten Binnenrastplätze nordischer Zugvögel – und hier war es auch, wo Otto Lilienthal einst seine Flugversuche durchführte. Der Naturpark mit seinen Aussichtstürmen ist ideal zur Beobachtung der unterschiedlichsten Vögel, auch seltener Arten, und hat auch eine weitere Besonderheit zu bieten: den Sternenpark. Das Westhavelland ist eine der wenigen Regionen Deutschlands mit einem ungetrübten Nachthimmel und erlaubt spektakuläre Blicke in das funkelnde Sternenmeer – hier sind Sternennebel mit bloßem Auge erkennbar und das helle Band der Milchstraße zieht sich über das gesamte Firmament.
Falkenhagener Anger mit Kirche in Falkensee, Havelland

Falkensee im Havelland © babelsberger – Fotolia.com

Auf den Spuren des Birnbaums: Rund um Ribbeck im Havelland

Ribbeck ist ein kleines Örtchen, besser gesagt Ortsteil der Stadt Nauen – und doch dank Fontane schon seit dem Jahre 1889 in aller Munde. Zu sehen gibt es hier die Dorfkirche mit dem Stumpf des originalen Birnbaums, der 1911 bei einem Sturm umgeweht wurde – an seiner Statt wurde im Jahre 2000 ein neuer Birnbaum gepflanzt. Das im Gedicht erwähnte „Doppeldachhaus“ war das Herrenhaus der Familie von Ribbeck und wurde zu einem Schloss umgebaut, das man heute besichtigen kann – es beherbergt neben einer Tourist-Information auch ein Museum, das sich in Ausstellungen dem Dichter Fontane widmet, der Familie von Ribbeck sowie dem berühmten Gedicht mit dem Birnbaum.
Kirche von Ribbeck im Havelland

Die Kirche von Ribbeck im Havelland © Stephan Laude – Fotolia.com

Neben Ribbeck gibt es jedoch noch andere sehenswerte Städte im Havelland – die größte Stadt der Region ist Brandenburg an der Havel und ist durchaus einen Besuch wert. Die Stadt hat eine über 1000-jährige Geschichte und wird durch die Havel in drei Teile geteilt. Sehenswert sind vor allem der Dom auf der Dominsel im Fluss, dessen Grundsteinlegung im Jahre 1165 stattfand, sowie die St. Katharinenkirche, ein herausragendes Bauwerk der Backsteingotik des 15. Jahrhunderts. Gut erhalten ist die Stadtmauer mit Steintorturm, und auch das Altstädtische Rathaus zeigt die Backsteingotik des 15. Jahrhunderts in ihrer ganzen Pracht. Neben dem Portal des Rathauses steht der Roland, eine Sandsteinfigur, die im Jahre 1474 aufgestellt wurde und über 5 m hoch ist. Weitere Informationen: http://www.havelland-tourismus.de
2017-07-30T21:59:43+00:00
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