Spezialitäten aus dem Braunschweiger Land

Das Braunschweiger Land ist nicht nur bekannt für seine jahrhundertealte Geschichte, sondern auch für einige kulinarische Spezialitäten, die auch der Stadt Braunschweig bereits im Mittelalter zu Reichtum und Berühmtheit verhalfen. Ein Streifzug durch die Küche des südöstlichen Niedersachsen, in dem auch Till Eulenspiegel seine Spuren hinterließ.

Bregen, Grünkohl, Mumme: Was das Braunschweiger Land zu bieten hat

Grünkohl mit Bregenwurst, Braunschweiger Land

Grünkohl mit Bregenwurst © Bobo – fotolia.com

Die niedersächsische Küche ist in aller Regel bodenständig, sehr deftig und sehr schmackhaft – da bildet auch das Braunschweiger Land keine Ausnahme. Wie beinahe überall im Norden Deutschlands, aber auch in den Niederlanden und Skandinavien wird der Grünkohl als Wintergemüse sehr geschätzt – im Braunschweiger Land wird der Kohl auch Braunkohl genannt. Geerntet wird er nach dem ersten Frost bis zum Gründonnerstag, gegessen wird er traditionell mit Kartoffeln und Bregenwurst. Die Bregenwurst (auch Brägenwurst genannt) ist eine rohe oder leicht geräucherte Mettwurst aus magerem Schweinefleisch, Schweinebauch, Zwiebeln, Salz und Pfeffer. Der Name kommt vom plattdeutschen Wort für Hirn, da früher der Wurst Schweinehirn zugegeben wurde. Heute wird die Wurst ohne Hirn hergestellt. „Braunschweiger“ ist auch der Name für unterschiedliche Wurstsorten, die sich von Land zu Land unterscheiden; im Braunschweiger Land bezeichnet man mit „Braunschweiger“ in der Regel eine streichbare Mettwurst. Eine flüssige Spezialität hat die Stadt Braunschweig zu bieten: die Braunschweiger Mumme ist ein dickflüssiger Malzextrakt, aus dem früher alkoholhaltige Biere gebraut wurden. Bereits im Mittelalter wurde die Mumme als Proviant für Seefahrer verschifft und erlangte internationale Berühmtheit; sie war lange haltbar, vitamin- und nährstoffreich und schützte die Matrosen vor Skorbut.

Honigkuchen und Till Eulenspiegel

Das Braunschweiger Land, insbesondere die Stadt Braunschweig, hat auch einige süße Köstlichkeiten zu bieten; so wird heutzutage wieder die Tradition des Honigkuchens belebt, der schon im Mittelalter gebacken und das ganze Jahr verkauft wurde, nicht nur zur Adventszeit. In Braunschweig wurde der Lebkuchen mit viel Honig gebacken, daher der Name Honigkuchen. Und auch Till Eulenspiegel verdankt die Stadt eine süße Spezialität, die man heute noch in Braunschweig kaufen kann: Uhlen un Apen. Das Sandteiggebäck in Form von Eulen und Affen geht auf den Schelm zurück, der seinem Bäckermeister einen Streich spielte: auf die Frage, was er denn backen solle, erhielt er vom Bäckermeister die Antwort: „Was pflegt man denn zu backen? Eulen oder Meerkatzen!“ Genau diese stellte er auch her und verkaufte die Backwaren mit Gewinn, nachdem er seinem erbosten Meister am nächsten Morgen den Teig bezahlt hatte, der natürlich Wecken, Semmeln und ähnliches Backwerk hatte haben wollen, das er gut verkaufen konnte.

Lebkuchen, Braunschweiger Land

Braunschweiger Lebkuchen © Braunschweig Stadtmarketing GmbH/Marek Kruszewski

2017-07-30T22:40:43+00:00