Das Donaumoos

Junge Landschaft auf altem Boden

Das „Altbayerische Donaumoos“ liegt südlich der Donau im Städtedreieck Ingolstadt, Neuburg an der Donau und Schrobenhausen; mit einer Fläche von ca. 180 km² ist das Donaumoos das größte Niedermoor Süddeutschlands. Während die Torfbildung bereits vor rund 10.000 Jahren am Ende der Würmeiszeit einsetzte, entstand das heutige Landschaftsbild erst am Ende des 18. Jahrhunderts.

 

Altstadtblick Neuburg an der Donau

Altstadtblick Neuburg an der Donau © Marcel Wenk – fotolia.com

Das Donaumoos und der bayerische Kurfürst Karl-Theodor

Unter der Regentschaft des bayerischen Kurfürsten Karl-Theodor erfolgte ab dem Jahr 1789 die Trockenlegung des Sumpfgebietes durch ein 250 km langes Kanalnetz, die Kolonisation begann 1791 mit der Gründung der ersten Dörfer; an den Initiator der Besiedlung erinnern Ortsnamen wie Karlskron, Königsmoos und Karlshuld sowie das Donaumoos-Denkmal in Berg im Gau. Typisch für das Donaumoos sind die schnurgeraden Straßen und die charakteristischen Kolonistenhäuser in den langgestreckten Straßendörfern, die alten Häuser stehen mittlerweile oftmals unter Denkmalschutz. Viele Bewohner der umliegenden Städte nutzen das Donaumoos in ihrer Freizeit für einen Ausflug, um die Eigenarten und Schönheiten der Moorlandschaften zu entdecken. Die Landschaftsvielfalt reicht dabei von den Auenbereichen der Donau über die spezifische Moorvegetation im Zentrum bis zu den sanften, bewaldeten Hügeln bei Schrobenhausen, die Ausläufer des Donau-Isar-Hügellandes darstellen.

Schloss Grünau bei Neuburg an der Donau, Donaumoos

Schloss Grünau bei Neuburg an der Donau © karlokolumno81 – fotolia.com

Radfahren im Donaumoos

Die sehr geringen Höhenunterschiede machen das Donaumoos zu einer idealen Region für Radtouren, wobei die meist ebenen Strecken auch von Familien mit Kindern gut zu bewältigen sind. Neben interessanten Naturbeobachtungen bietet das Donaumoos zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten, die Besucher z. B. auf der insgesamt 48 km langen Schlössertour entdecken können. Durch eine Aufteilung in kürzere Teilstrecken von 19-38 km Länge sind längere Besichtigungen der Bauwerke möglich, die Höhepunkte bilden die Wasserschlösser Sandizell und Niederarnbach, Schloss Oberarnbach und das Pflegschloss Schrobenhausen. Zwei verschiedene Kirchentouren (Länge 32 bzw. 38 km) führen zu sehenswerten Kirchen, die aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stammen und kunstgeschichtlich beachtenswerte Innenausstattungen aufweisen (u. a. Wallfahrtskirche Maria Beinberg).

Freizeitgebiet Donaumoos

Neben den Radfahrern kommen auch Wanderer im Donaumoos auf ihre Kosten. Ein dichtes Wegenetz mit leichten Rundwegen und Lehrpfaden verläuft durch die typische Mooslandschaft, besonders lohnend ist der Donaumoos-Erlebnispfad (Länge 10,5 km) auf den Kalvarienberg bei Pobenhausen. Einen guten Ausgangspunkt für Wanderungen und ein beliebtes Ausflugsziel stellt das „Haus im Moos“ in Kleinhohenried dar, hier befinden sich u.a. ein Wisentgehege, eine Aktionsfläche, ein Informationszentrum und ein Freilichtmuseum. In den Sommermonaten bietet das Donaumoos zahlreiche Möglichkeiten für eine erfrischende Freizeit; dazu gehören vor allem die EU-Badeseen von Joshofen und Burgheim, das Waldbad Oberhausen und das Naherholungsgebiet „Niederforst Weichering“, in dem neben zwei Badeseen auch Spielplätze und Gaststätten mit regionalen Gerichten zu einem längeren Aufenthalt einladen. Im Frühjahr zieht das Donaumoos mit verschiedenen Festen besonders Freunde der kulinarischen Genüsse an, denn rund um Schrobenhausen wird dann eine sehr beliebte Spezialität der Region geerntet – der Spargel.

2017-07-30T21:17:33+02:00