Welterbe im Oberharz: Rammelsberg, Goslar, Wasserwirtschaft

Im Oberharz kann man 1000 Jahre Industriegeschichte bestaunen: das Bergwerk Rammelsberg war einst das größte zusammenhängende Kupfer-, Blei- und Zinkerzlager der Welt, die Oberharzer Wasserwirtschaft war das weltweit bedeutendste vorindustrielle Wasserwirtschaftssystem des Bergbaus und lieferte die Energie für das Bergwerk. Beides hat die Geschichte und Entwicklung der Stadt Goslar entscheidend geprägt. Seit dem Jahr 2010 gehören alle drei Kulturstätten zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Domvorhalle der Kaiserpfalz, Goslar

Domvorhalle der Kaiserpfalz, Goslar © Rolandst – fotolia.com

Goslar: Mittelalter im Harz

Rathaus in Goslar

Rathaus in Goslar © Hans und Christa Ede – fotolia.com

Die Goslarer Altstadt zählt zu den bedeutendsten geschlossen erhaltenen historischen Städten der Welt: 1500 Fachwerkhäuser aus dem 15. bis zum 19. Jahrhundert sind hier auf nur einem Quadratkilometer erhalten. Außergewöhnlich viele Bauten aus dem Mittelalter wie die Kaiserpfalz, das Rathaus, Stadtbefestigungsanlagen, Spitäler und eine großen Zahl mittelalterlicher Wohnhäuser aus Stein sind überliefert. Im Jahre 1009 fand die erste Reichsversammlung in Goslar statt, bis 1253 war Goslar Residenzstadt deutscher Könige und Kaiser. Die Kaiserpfalz ist der größte, älteste und besterhaltene Profanbau des 11. Jahrhunderts in Deutschland.

Rammelsberg: Ein Bergwerk der Superlative

Bergwerk Rammelsberg

Bergwerk Rammelsberg © Erzbergwerk Rammelsberg/Goslar GmbH

Weit mehr als 1000 Jahre wurde am Rammelsberg in einer der größten zusammenhängenden Erzlagerstätten der Welt ununterbrochen Erz abgebaut – 30 Millionen Tonnen waren es, als das Bergwerk 1988 stillgelegt wurde. Jene Zeit der Erzförderung wird heute in einem beeindruckenden Museum erlebbar gemacht: Zu sehen sind beeindruckende Montandenkmale aus neun Jahrhunderten, die spannende Zeugnisse menschlicher Arbeit sind. In den 200 Jahre alten Roeder-Stollen fährt man zu Fuß ein – durch schmale Strecken, weite Radstuben und vorbei an hölzernen Wasserrädern. Zu den Maschinen des modernen Bergbaus gelangt man dagegen mit der Grubenbahn. Der farbenprächtige 800 Jahre alte Rathstiefste Stollen ist einer der wenigen aus dieser Zeit, die noch befahren werden können. Die Übertageanlagen, vor allem die Erzaufbereitung mit Schrägaufzug, suchen ihresgleichen in der Welt.

Oberharzer Wasserwirtschaft: Ein Meisterwerk früher Bergbau- und Ingenieurskunst

Hirschler-Pfauenteich-Kaskade, Oberharzer Wasserwirtschaft

Hirschler-Pfauenteich-Kaskade, Oberharzer Wasserwirtschaft © HJ Hörseljau

Die ältesten Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft stammen aus dem Mittelalter: Das Teich- und Grabenverbundsystem war über 800 Jahre die entscheidende Kraftquelle für den Oberharzer Bergbau. Ein dichtes Wegenetz in Wald- und Wiesenlandschaft verbindet die Wasser führenden Gräben mit Kaskaden von Stauteichen – darunter einige der ältesten Talsperren Europas. Die Oberharzer Wasserwirtschaft besteht aus 107 historischen Teichen, 310 Kilometer Gräben und 31 Kilometer Wasserläufen – und ist somit eine der größten vorindustriellen Energieversorgungsanlagen der Welt.

2017-10-04T14:39:44+02:00
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