Der Böhmweg – Wandern im Bayerischen Wald

Der Bayerische Wald ist ein Paradies für Wanderer – mehrere Rund- und Fernwanderwege durchziehen die Region ebenso wie Pilgerrouten, die oft prämierte Qualitätswege sind. Der längste Fernwanderweg Deutschlands, der Goldsteig, zieht sich in Etappen auch durch den Bayerischen Wald, und Routen wie der Baierweg, der Böhmweg oder der Gläserne Steig wandeln auf den Pfaden uralter Handelswege.

Der Böhmweg

Tiefe Wälder, urwüchsige Natur, Schluchten, Felsen und Berge – das Mittelgebirge in Ostbayern bildet mit dem Böhmerwald eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Europas und bietet dem Wanderer eine abwechslungsreiche Landschaft mitsamt ihren kleinen und größeren Städten und Dörfern, die es zu erkunden lohnt und die Geschichte der Region erlebbar macht.

Der Böhmweg zählt zu den ältesten Verbindungen zwischen Donau und Moldau – schon zur Keltenzeit gab es hier ausgetretene Fußpfade – und führt vom Donautal über die Berge des Bayerischen Waldes bis nach Böhmen hinein. Über vier Etappen mit insgesamt etwa 54 km verläuft die Route von Deggendorf nach Bayerisch Eisenstein und ist aufgrund ihrer kurzen Etappen und der überwiegend breiten, bequemen Wege ideal für Familien und Genusswanderer, die sich gerne die Zeit nehmen, die Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu besichtigen.

Rathausplatz Deggendorf - Wandern auf dem Böhmweg

Rathausplatz Deggendorf © Konrad Steininger – fotolia.com

Die erste Etappe über 17 km startet in Deggendorf und führt über Maxhofen hinauf in das Bergland des Bayerischen Waldes. Der erste steile Aufstieg führt hinauf zur Josephsbuche auf 480 m und belohnt mit einem herrlichen Ausblick auf die idyllische Landschaft. Hier lohnt sich ein Abstecher zur Wallfahrtskirche in Greising. Durch eine abwechslungsreiche Wald- und Heckenlandschaft führt der Weg hinunter zum Etappenziel Bischofsmais mit seiner sehenswerten Wallfahrtskapelle.

Die zweite Etappe führt über 7 km von Bischofsmais hinab in das Tal der Schlossauer Ohe, bevor ein steiler Anstieg über 180 Höhenmeter zur Burgruine Weißenstein folgt, von deren Burgturm sich eine herrliche Sicht auf die Berge des Bayerischen Waldes bietet. Hier lohnen sich Ausflüge ins Naturschutzgebiet am Pfahl oder ein Abstecher in die nahe Kreisstadt Regen.

Burgruine Weißenstein - Wandern auf dem Böhmweg

Burgruine Weißenstein © Bergfee – fotolia.com

Die dritte Etappe verläuft über 12 km vorbei an Poschetsried und Schweinhütt zur Glasstadt Zwiesel. Die Route führt ohne Steigungen auf breiten Schotterwegen durch offene Kulturlandschaft. Alternativ kann man auf Naturpfaden durch das idyllische Regental nach Zwiesel wandern. Sehenswürdigkeiten in Zwiesel, die es zu besichtigen lohnt, sind etwa das Waldmuseum, die katholische Stadtpfarrkirche oder eine der Glashütten mit Hüttenführung und Werksverkauf.

Die vierte und letzte Etappe führt über 16 km nach Bayerisch Eisenstein. Über hügeliges Gelände, jedoch ohne große Steigungen, verläuft der Böhmweg durch Bergwälder des Nationalparks Bayerischer Wald. Von Theresienthal mit seinen vielen Glashütten aus geht es zunächst nach Ludwigsthal, wo die neuromanische Jugendstilkirche einen Abstecher lohnt. Über die Waldenklave Zwieslerwaldhaus verläuft der Böhmweg weiter über die Grenze nach Tschechien in die Grenzwälder des Böhmerwalds. Grenzübergänge für Fußgänger und Radfahrer sind von April bis September von 6 bis 22 Uhr und von Oktober bis März von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Durch die Grenzwälder geht es schließlich zurück nach Bayern zum Etappenziel in Bayerisch Eisenstein, wo man im Grenzbahnhof ein grenzüberschreitendes Informationszentrum besuchen kann.

2017-07-30T21:45:44+02:00
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