Die Saalfelder Feengrotten: Ein mystischer Treffpunkt von Naturgeistern

Haben Sie sich schon mal gefragt, wo Naturgeister wie Nymphen, Elfen und Satyre sich treffen würden? Nun, vielleicht wäre es in den Saalfelder Feengrotten in Thüringen. Besonders bekannt ist das ehemalige Bergwerk für seine farbenprächtigen Tropfsteine, mit denen die Grotte 1993 sogar in das Guinness-Buch der Rekorde eingegangen ist und die nur dank der unterschiedlichen Mineralien im Bergwerk überhaupt erst entstehen konnten.

Die „Sohlen“ der Saalfelder Feengrotten

Das ehemalige Bergwerk „Jeremias Glück“  besteht aus drei Stockwerken, auch Sohlen genannt: Auf der ersten Sohle werden Informationen zur Entstehung und Wissenswertes zur Arbeit sowie zum Leben der Bergleute vermittelt, während man sich auf der zweiten Sohle bereits 26 m unter Tage und an dem eigentlichen Entdeckungsort der Feengrotten befindet. Auf dem untersten Stockwerk, der dritten Sohle, verbirgt sich der schönste Raum der Saalfelder Feengrotten: der Märchendom mit der Gralsburg, eine Ansammlung von teils verwachsenen Tropfsteinen, die bis zu 300 Jahre alt sind. 

Saalfelder Feengrotten

Saalfelder Feengrotten © U. Gernhoefer – fotolia.com

Ein ehemaliges Bergwerk wird zur Touristenattraktion

Eigentlich sind die Feengrotten ein Bergwerk, in dem seit dem 16. Jahrhundert schwarzer Alaunschiefer abgebaut wurde, aus dem unter anderem Salz gewonnen wurde, das zum Beispiel für Gerbereien und die Papierherstellung verwendet wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Abbau eingestellt und das Bergwerk geriet in Vergessenheit, doch in den Hohlräumen, die durch den Abbau entstanden, bildeten sich langsam aber sicher Tropfsteine, die durch diverse Mineralien ihren bunten Farbton erhielten. 1913 machte man sich auf die Suche nach einer Heilquelle, die angeblich in dem Berg entspringen sollte, und stieß dabei auf den Märchendom auf der dritten Sohle des Bergwerks. 1914 wurden die Feengrotten erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, die sich nach Ende des Ersten Weltkrieges zu einer wahren Touristenattraktion entwickelten. 

Ein großes Angebot für Familien mit Kindern

In den letzten 100 Jahren hat sich auch einiges rund um das ehemalige Bergwerk getan: Es gibt das Grottoneum, ein interaktives Museum, einen Heilstollen sowie ein Café mit Gasthaus. Vor allem für die Kleinen wird viel geboten: von speziellen Führungen für Kinder über die Möglichkeit, in den Grotten Geburtstag zu feiern, bis hin zu besonderen Events ist alles dabei. Wer noch keinen Nachwuchs hat, aber daran denkt, den Bund fürs Leben zu schließen, kann in den Feengrotten sogar ganz romantisch heiraten: In einem eigens dafür hergerichteten Raum können sich Brautpaare das Jawort geben. 

Abgesehen von den Feengrotten ist auch Saalfeld selbst einen Besuch wert: Die Stadt ist über 1000 Jahre alt und bietet einige Sehenswürdigkeiten wie die Stadtbefestigung mit dem Blankenburger Tor, das Rathaus am Marktplatz, das als eines der bedeutendsten Renaissance-Rathäuser Thüringens gilt, das barocke Schloss Saalfeld, das Amtsgefängnis „Hutschachtel“, ein turmartiger Rundbau, in dem heute das Stadtarchiv untergebracht ist, oder das Stadtmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster, das ebenfalls im Renaissance-Stil errichtet wurde.

www.feengrotten.de

2017-07-31T00:21:45+00:00