Die Pfaueninsel in Berlin: Ein Ort mit bewegter Vergangenheit

Sollte man gerade in Berlin sein und das Wetter mitspielen, bietet sich die Pfaueninsel wunderbar für einen Ausflug an. Der Landschaftspark befindet sich im Berliner Stadtteil Wannsee und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Seit 1924 befindet sich die Pfaueninsel unter Naturschutz und kann mit einer Fähre bequem erreicht werden. Im Laufe der Geschichte war dort so einiges los: im 17. Jahrhundert gab es eine große Kaninchenzucht, und Johannes Kunckel, ein Glasmacher und Alchemist, experimentierte auf der Pfaueninsel mit zahlreichen Chemikalien.

Schloss auf der Pfaueninsel

Schloss auf der Pfaueninsel – Pixabay

Ein Liebesnest für den König und seine Mätresse

So richtig bekannt wurde der Ort jedoch unter König Friedrich Wilhelm II. Er nutzte die Insel als Rückzugsort für seine amourösen Abenteuer mit Wilhelmine Encke, die ihm nicht nur als seine Mätresse vier Kinder gebar, sondern auch in späteren Jahren zur Gräfin aufstieg. Es war auch Friedrich Wilhelm II., der dort ein Schloss und eine Meierei errichten ließ. Die Lage des Schlosses wurde so gewählt, dass man es bereits aus der Ferne gut sehen konnte. Es diente zudem als Treffpunkt für das Liebespaar Friedrich und Wilhelmine, die ebenfalls für die Ausstattung des Schlosses verantwortlich war. Auch Pfaue kamen dank dem König auf die Insel, deren Nachkommen übrigens noch bis heute dort leben. Ironischerweise verstarb Friedrich Wilhelm II., sobald alle Bauarbeiten auf der Pfaueninsel beendet waren, woraufhin Wilhelmine dieses Ortes für lange Zeit verwiesen wurde.

Eine Menagerie für Friedrich Wilhelm III.

Der Nachfolger des verstorbenen Königs, Friedrich Wilhelm III., ließ die Insel radikal umbauen: man legte eine Menagerie an, da der König eine Vorliebe für exotische Tierarten entwickelt hatte. Die Pfaueninsel wurde aus diesem Grunde zur neuen Wohnstätte für Lamas, Kängurus, Löwen und Affen. Als die Menagerie sich auf ihrem Höhepunkt befand, lebten 847 Tiere im Besitz von Friedrich Wilhelm III.

Der Sohn Friedrichs war nicht allzu sehr begeistert von dem Tierpark seines Vaters, und so gab er ihn in die Obhut der Zoologischen Gesellschaft Berlins, die daraufhin einen Zoo aus der Menagerie des alten Königs machte.

Segelboote auf dem Wannsee

Segelboote auf dem Wannsee – © flyinger- fotolia.com

Die Pfaueninsel damals und heute

Stattdessen entstand auf der Pfaueninsel ein Palmenhaus, in dem eine bedeutende Sammlung von Palmen untergebracht wurde. Da es jetzt auch den reichen und wohlhabenden Bürgern gestattet war, den Ort zu besuchen, entwickelte sich das Palmenhaus zu einem beliebten Ausflugsziel. Allerdings durfte das Volk nur kommen, wenn der König selbst nicht auf der Insel zugegen war. Außerdem wurde eine Rosenzucht im großen Stil betrieben, und dank der aufwendigen Pflege gab es schon bald an die 140 Sorten.

Auch heute noch kommen Menschen gern auf die Pfaueninsel, um sich zu erholen oder einen Ausflug zu machen. Es leben wieder Pfauen dort, die bei gutem Wetter draußen frei herumlaufen dürfen. Da das Gebiet unter Naturschutz steht, herrschen hier strengere Regeln wie bei anderen Parks oder öffentlichen Anlagen. So dürfen keine Hunde mitgebracht werden, Fahrräder, Inline-Skates und Skateboards sind ebenso nicht gern gesehen und Angeln oder Baden ist ebenfalls nicht erlaubt.

Weitere Informationen:

www.berlin.de/orte/sehenswuerdigkeiten/pfaueninsel/

2017-07-30T21:50:15+00:00